Der Herbst 1126

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Re: Der Herbst 1126

Beitrag von Elias am Do 28 Jul 2011, 08:43

Unschlüssig starre ich in die Richtung, in die das Mädchen soeben entschwunden ist, dann schüttle ich den Kopf und gehe Ebenfalls Richtung Dorf. „Wir müssen ohnehin in diese Richtung, wenn wir unseren Leuten helfen wollen oder? Ich habe nicht die geringste Ahnung wie genau wir das hier alles anstellen sollen und ehrlich gesagt habe ich auch überhaupt keine Lust mehr darüber nachzudenken. Es erübrigt sich sowieso alles früher oder später.“
Ich habe einen Jungen zum Diener, der mit Tieren sprechen kann: Warum rege ich mich überhaupt noch über dies alles hier auf? Warum gewöhne ich mich nicht einfach an solche Dinge? Während ich weitermarschiere wende ich mich Kiku zu: „Ich nehme mal an, als du am Morgen deinen Posten verlassen hast, sahst du sie in den Wald rennen?“

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Re: Der Herbst 1126

Beitrag von Duncan am Sa 30 Jul 2011, 21:42

Kiku knirrscht mit den Zähnen. Es ist ein äußerst beunruhigendes Geräusch in einer solchen Gegend. Sie ist sichtlich über Njans Verhalten erbost.
"Nicht ganz, aber ja so in etwa." lautet ihre kurz gepresste Antwort.
Dann dregt auch Sie sich um und stapft in Richtung Dorf.

Der Wald, bei Nacht schon gruselig genug ist in der Geisterwelt nicht viel angenehmer. Die Bäume haben zwar weniger Farbe, dennoch sehen sie gesünder und höher aus, als Njan sie in Erinnerung hat. Der Boden ist mit einem glitschigen aber scheinbar fruchtbaren Schlamm bedeckt. Das Wasser sieht klarer und sauberer aus, als in der anderen Welt.
Kikus Schemen ist im Dunkeln kaum aus zu machen, der Boden jedoch scheint gut beleuchtet, dank der grünen Nebelfetzen. Als sie auf den Rand des Waldes zukommen, fällt Njan auf dass die Bäume plötzlich immer kleiner und kränklicher aussehen. Auch das Wasser ist jetzt unnatürlich schmutzig, so als ob Tinte darin schwimmen würde und der Boden sieht faulig aus, auch wenn man nichts riechen kann. Überhaupt hat hier gar nichts einen Geruch! Nur feuchte Kälte wie von Nebel hängt in der Luft.

Sie erreichen den Rand des Waldes und kommen am Etá-Dorf heraus. Der Himmel über ihnen ist Sternenklar und ruhig. Kiku hat den ganzen Weg nichts mehr gesagt, doch nun spricht Sie wieder.
"Wohin jetzt, oh mein Nikutai? Oder wollt ihr auch das lieber nicht selbst entscheiden?"
Ach wäre Sie doch nur still geblieben. Ihr sarkastischer Ton schneidet in Njans Ehre wie ein heißes Messer durch Butter.

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Re: Der Herbst 1126

Beitrag von Elias am So 31 Jul 2011, 13:07

Ich drehe mich wütend zu ihr um: „Hört mir zu, wenn ihr nichts besseres zu tun habt als mich wie ein zänkisches Marktweib von der Seite anzureden, könnt ihr auch gleich darauf verzichten den Mund aufzumachen. Abgesehen von euren Launen habt ihr bisher auch nicht viel eingebracht und wenn ich ehrlich sein soll, bin ich diese langsam leid! Verzeiht mir, wenn ich nicht sofort weiß was ich tun soll, wenn ich auf einmal in der Totenwelt wandle. Woher soll ich eine verdammte Ahnung haben was ich hier genau tun soll? Ich bin nun einmal nicht das Meisterwerk aus Intelligenz und Kombinationsgabe, dass ihr anscheinend seid.“ Ich wende mich dem Dorf zu und rede mit ihr zugewandtem Rücken weiter: „Ich werde mir jetzt dieses Dorf kurz ansehen und anschließend zu unserem Stützpunkt zurückkehren um zu sehen ob ich dort eine Möglichkeit finde, meine Leute hier herüber zu holen. Dabei werde ich auch zusehen ob ich das Mädchen wiederfinde, die für dieses Vorhaben sicherlich nötig ist. Dies ist alles was mir im Moment einfällt. Ihr dürft meinetwegen tun was ihr wollt, solange ihr nicht mehr sprecht.“

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Re: Der Herbst 1126

Beitrag von Duncan am So 31 Jul 2011, 13:45

"Ach ja? Ich habe also nichts gemacht bisher als wie ein zänkisches Marktwieb zu keifen? Seltsam nur das Ich die jenige bin die mit der Geisterwelt in Verbindung steht und euch hier her geholt hat um euer Leben zu retten, da es hier keinerlei Krankheiten gibt die euch umbringen könnten! Das ich euch als meinen Nikutai respektiere und eure Entscheidung hören will um euch besser zu unterstützen! Tut mir Leid, dass meine Intelligenz und Kombinationsgabe nicht ausreichen um es im Alleingang zu schaffen, unsere Leute zu retten!"

Sie ist explodiert wie ein Teppich aus Öl unter einem Streichholz. Während Sie ihren Nikutai angeschrien hat ist sie Schritt um Schritt näher an ihn heran, hat den fast schon schmollend dreinblickenden Samurai mit ihren blitzenden Augen durchbohrt bis sie schließlich fast an seiner Nasenspitze zum stehen kommt.
Und Njan merkt jetzt doch etwas und zwar das er Sie riechen kann. Ihr Duft schwappt wie ein heißer Atemzug über ihn hinweg und löst in ihm einen Schwindel von Gefühlen aus der seine Augen einen Moment glasig werden lässt und in seinem Kopf komplett andere Bilder entstehen lässt.

"Also werdet ihr wohl weiterhin mit meinem losen Mundwerk zurecht kommen und meine Hilf in Anspruch nehmen müssen, wenn ihr auch wieder zurück wollt, Njan-san!"

Die Hitze die von ihrem Körper ausgeht betäubt den inzwischenf ast mit einem verblüften Gesichtsausdruck dastehenden Mann. Nie zuvor hat er jemals von einer halbwegs Fremden die Körperwärme so spüren können, ohne sie zu berühren. Naja, ausser bei Aikiko. Auch sie duftete ähnlich wie...wie....Sein Gehirn streikt, wird taub und langsam. Die Zunge im Mund wird schwer und das atmen zu einer athletischen Meisterleistung, da jeder Zug noch mehr ihres herrlischen Dufts nach Yasmin und Lotos in seine Nase zieht und damit sein Gehrin weiter abschaltet.
Durch seine Benommenheit hindurch merkt er dass er wohl schon länger so dasteht, den auch Kikus Ausdruck hat sich verändert. Ihr Blick hat die Schärfe eingebüßt, wirkt ebenfalls etwas glasig auch wenn Sie scheinbar genauso versucht die Kontrolle zu behalten. Ihr Gesicht ist stark gerötet, genau wie Njan auch seine Wangen in Flammen verspürt, jedoch ist er sich unschlüßig ob es nun von Wut oder etwas anderem herrührt.
Egal was er als nächstes tut oder antwortet, es wird wichtig sein, das weiß er.

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Re: Der Herbst 1126

Beitrag von Elias am So 31 Jul 2011, 14:21

Ich starre sie vollkommen verblüfft an, meine Lippen suchen nach Worten und verwerfen alles sofort wieder. Sie scheint mir in diesem Moment so viel realer als Aikiko…so viel näher und doch viel schwerer zu erreichen. „Ich…äh…Seht ich…“ Ich raffe mir schnell einen Satz zusammen: „Es ist mir sehr wichtig euch an meiner Seite zu haben! Aber irgendwie…Ich kann nicht anders als mich gegenüber euch immer wie ein Narr zu benehmen. Ich habe immer, dass Gefühl, dass ihr mich nicht Ernst nehmt, weil ihr uns ohnehin besser anführen könntet. Dass….dass ihr stärker seid als ich.“ Ich blicke ihr weiter in die Augen, bewege mich nicht von der Stelle. Oh wie gern, würde ich ihr diese Strähne aus dem Gesicht streichen. Meine Hand setzt zu einer Bewegung an, berührt fast ihr Gesicht sinkt aber wenige Millimeter vor ihrem Ziel nieder, streifen nur sacht ihr Haar. Es ist, als hätte ich Angst mir die Finger zu verbrennen.

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Re: Der Herbst 1126

Beitrag von Duncan am So 31 Jul 2011, 15:04

Njan sieht in Ihren Augen dasselbe was gerade droht seine Brust zu zerfressen. Angst. Angst davor das falsche zu sagen, Angst davor das richtige zu sagen, Angst davor was sie sagen könnte.

Sie selbst ist über die Reaktion Njans so sehr überrascht, dass Sie sich nicht bewegt und voller Verlegenheit nicht weiß wo Sie hinstarren soll. "Oh, ähm..." Sie holt tief Luft und ein Lächeln teilt plötzlich ihr schönes Gesicht. Njans Unterleib kribbelt als ob hunderte Schmetterlinge in ihm tanzen würden.
"Ihr müsst euch nun aber nicht selbst herabwerten, Njan-san. Ihr seid durchaus ein, äh stattlicher...ah, ich meine kompetenter, also nicht kompetent sondern viel mehr fähiger, also...äh."

Sie dreht sich ruckartig um, der Faden der zwischen ihnen hing zerreißt plötzlich und lässt die Gefühle, die Verlegenheit und die Angst wie ein Echo verklingen.

"Sehen wir uns doch einmal hier im Dorf um. Vielleicht finden wir etwas nützliches?"

Schnellen Schrittes bewegt Sie sich zum Dorf und vermeidet Blickkontakt mit Njan.

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Re: Der Herbst 1126

Beitrag von Elias am So 31 Jul 2011, 20:35

Ich grinse – einfach weil ich sonst nicht weiß, was ich tun soll. "Sicherlich! Verschaffen wir uns einen Überblick." Ich bin von neuem Enthusiasmus erfüllt, der so gar nicht zu der Situation passen mag. So leise, dass sie es wohl gerade noch hören kann füge ich noch ein: "Arrigato Kiku-san, hinzu."

Spoiler:
Ich will das Dorf einfach mal standartmäßig durchsuchen. Jedes Haus. Gibt es Keller. Sticht irgendetwas ins Auge?

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Re: Der Herbst 1126

Beitrag von Duncan am Fr 05 Aug 2011, 20:03

Sie betreten das Etádorf durch den nördlichen Eingang. Es ist kaum mehr als eine Aneinanderreihung von zweckmäßigen Gebäuden, klein und unverziert. Njan sieht so etwas zum ersten mal, den normalerweise würde kein Samurai von Ehre jemals ein Etádorf betreten. Doch besondere Umstände, erfordern besondere Maßnahmen.

Die schmucklosen vier Wände der jeweiligen Gebäude bieten Platz für etwa Zwanzig Arbeiter pro Haus, wenn man dem einzigen Zimmer ausser der Arbeitszimmer glauben darf. Der Aufenthaltsraum ist sowohl Küche, Wohnzimmer und Schlaafstätte. Ein weiteres Zimmer schließt üblicherweise an dieses Eine an, in dem die Arbeit verrichtet wird.

Wildjäger, Totengräber, Kleiderweber...alle haben eines gemeinsam. Nur ein Arbeits und ein Schlaafzimmer.
Es gibt weder weitere Stockwerke, noch irgendwelche Gebäude für Gäste. Mehrere ungemachte Betten reihen sich aneinander, der Schlaafsaal ist trotz der zwanzig Betten kaum größer als eine sehr kleine Küche.

Auch in der Mitte dieses Dorfes, steht ein kleiner Brunnen. Die beiden Samurai stellen fest, dass sich darin irgendetwas befinden muss. Die Luft flimmert knapp über dem Schacht nach unten, die Steine scheinen zu schwellen.

Vorsichtig nähern sie sich dem Rand und blicken hinab...in einen Abgrund, einem Strudel der scheinbar zu einem anderen Ort zu führen scheint. Schwarze Materie wirbelt nach unten, verzerrt die Ränder des Brunnens und führen zu einem flammenden Mittelpunkt, dessen schwacher Feuerschein kaum durch die schwarzen Schwaden hindurch zu scheinen vermag.
Eine starke Übelkeit überkommt die beiden, während sie dort hinab blicken und beide müssen sich sofort zurück ziehen um nicht der Übelkeit nachgeben zu müssen.

Spoiler:
Wurf auf Erde bitte! Und wenn du dir nicht sicher bist, setze ruhig einen Voidpunkt ein. Diesen Wurf zu vermasseln würde dir gar nicht gefallen.

"Was bei allen Göttern ist das?" presst Njan nach mehreren Würgern hervor.
"Ich weiß es nicht! Oder zumindest hoffe ich, dass ich es nicht weiß!" Sie selbst muss sich sehr beherrschen um nicht zu spucken.
"Wir sollten auf keinen Fall hier bleiben! Wenn es das ist, was ich denke dann..."
"Wenn es WAS ist?"

Sie zögert, hat sich wieder gefasst, dennoch wirkt ihr Gesicht verängstigt. Sie schuckt schwer bevor sie antwortet: "Ein Portal nach Jigoku, ins Reich der Dämonen."

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Re: Der Herbst 1126

Beitrag von Elias am Sa 06 Aug 2011, 12:49

Spoiler:
Erde 2W6 + Void 1W6: 18

Ich sehe sie entsetzt an und werfe dann noch einmal einen Blick auf den Strudel. „Fort von hier! Sehen wir zu, dass wir ins Dorf kommen!“ Ich verlasse mit raschen Schritten das Dorf. „Ist es normal, dass es im Geisterreiche solche Tunnel gibt? Kann man sie schließen? Ich weiß nicht, vielleicht ist dies die Quelle des Übels…Andererseits: Ich bin im Haus des Schmieds, eines Ronin, auf Aufzeichnungen gestoßen. Er berichtete von einem todlosen unheimlichen Karrenführer, der am Abend vor dem Ausbruch der Krankheit durchs Dorf ritt.“

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Re: Der Herbst 1126

Beitrag von Duncan am So 07 Aug 2011, 00:48

"Ich weiß nicht ob so etwas normal ist. Dazu weiß ich zu wenig über Geisterreiche. Ich war noch nie vorher hier."

Ein kreischender Laut durchdringt die Stille des Totenreichs. Es hört sich seltsam fern und gleichzeitig sehr nah an, so als ob die Luft die Töne verzerren würde wie Nebelschwaden. Das Geräusch ist grässlich, kommt aus Richtung des kleinen Dorfes, des Waldes oder des Etá-Dorfs, es ist nicht aus zu machen.
Ein zweiter Schrei beantwortet den Ersten, dann meint Njan etwas kleines, vielleicht Hundgroßes schwarzes zu sehen, dass zwischen den Nebelschwaden hinweg huscht. Es hat einen langen, nackten Schwanz doch bevor er genauer hinsehen kann ist es wieder weg. Wahrscheinlich ist es in Richtung Dorf gelaufen, auch wenn das nur schwer zu sagen ist.

Erst jetzt merken die beiden, dass sie ihre Schwerter gezogen haben und nervös vor sich in Verteidigungsstellung halten.
"Wir sollten zum Dorf sehen, Njan-san. Und besser nah beeinander bleiben."
"Hai, ihr habt recht. Gehen wir." antwortet er und bekommt die Zweideutigkeit ihrer Worte genau wie Sie gar nicht mit.

Vorsichtig und lautlos bewegen sie sich auf das Dorf zu und betreten es am Süd-Ost Ende. Ein schmazendes Grunzen ist irgendwo zwischen den Häusern zu vernehmen. Ein weiteres Quietschen irgendwo in der Nähe des Brunnens.
Tief schwarze, wabernde Furchen ziehen sich vom Süd- zum Nordende durch das Dorf, wie von Wagenrädern. Dazwischen wie glühende Abdrücke die Spuren eines Esels oder Pferdes. Sie führen hinaus aus dem Dorf, doch von ihnen gehen wie verrottete Adern kleine schwarze Linien von einem Haus zum anderen. Auf den Holz der Häuser gibt es mehrere schwarze Stellen, pfützenartig wie getrocknetes Blut.
"Wir sollten diese Linien keinesfalls berühren!"
Njan nickt wortlos und tut sein bestes diese nicht zu berühren.

Plötzlich tritt eine Gestalt aus dem Haus. Ein bleicher Mann dessen Gesicht von roten Geschwüren gezeichnet ist. Sein Haar hängt ihm fettig vom Kopf, er trägt eine Ashigaru-Rüstung die aufgeknöpft wurde und Speichel fließt aus seinem Mund. Die Augen sind glasig und nichtssagend. Er tritt die Stufen vom großen Haus hinab, in dem die Männer Njans kampieren. Seine Füße werden schnell vom Nebel geschluckt, seine Beine werden durchscheinend. Wortlos blickt er sich um, ohne die beiden Personen zu erkennen, dann tritt er auf die Furchen.
Sofort zieht sich die schwarze Substanz vom Boden seine Beine hinauf, schlängelt sich über Beine, Hüfte, Schulter und Hals bis hinauf zu seinem Kopf und verschwindet dann dort durch alle möglichen Öffnungen. Seine Augen werden fast augenblicklich schwarz und er beginnt einen wankenden Gang in richtung Norden.

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Re: Der Herbst 1126

Beitrag von Elias am Mo 08 Aug 2011, 09:41

Spoiler:
Öhm…Welche Zweideutigkeit? Nein ich kapiere das jetzt echt nicht. Außer, das ich nichts dagegen habe, nahe bei ihr zu bleiben. Das ist aber eher eindeutig.^^

Zunehmend panisch blicke ich mich um: „Ein kranker Kommt aus diesem Haus? Die Schwerkranken sollten dort unten sein!“ Ich lasse die grausame Erscheinung weiterwanken. Wenn wir dies alles meistern, dann werde ich die Bescheidenheit, Bescheidenheit sein lassen. Oh bitte, lass uns dies meistern. Mein Bruder ist dort, Daisuke, die Männer! Ich bete still und inständig, dass ihnen nichts geschieht…oder zumindest nicht noch schlimmeres: „Wir müssen nachsehen wie es den anderen dort drinnen geht! Er ist langsam genug, dass wir ihn danach immer noch einholen um ihm zu folgen.“ Ich mach Anstalten, das Haus zu betreten.

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Re: Der Herbst 1126

Beitrag von Duncan am Di 09 Aug 2011, 17:27

Die Bretter knarren wie auch in der echten Welt laut als Njan den Eingang zum Haus emporsteigt. Drei Stufen, dann öffnet sich vor ihm der gähnende Schlund der Halle. Seltsames Licht wie von verhangenen Kerzen strömt durch den Raum und Njan ist sich nicht ganz sicher, ob es nicht das Licht aus der Welt der Lebenden ist, das er sieht.

Was er jedoch sieht ist ein Boden voller schwarzer Kreaturen, rattengleich doch Hundegroß die von einer Stelle zur anderen Flitzen.
Auf dem Boden liegen die Soldaten versteut und die Ratten fressen und knabbern an ihnen. Die Männer winden sich vor Schmerzen, doch scheint niemand die Plagen zu sehen die sich an ihnen nähren. Die schwachen Abbilder von Daisuke und Khan hetzen durch den Raum und versuchen zu helfen wo sie nur können.
Ein Ashigaru trägt gerade einen Toten aus dem Haus heraus. Er hat das Gesicht des gerade eben erblickten Mannes.

"Bei den Kami!"

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Re: Der Herbst 1126

Beitrag von Elias am Mi 10 Aug 2011, 12:24

Nun ziehe ich mein Katana endgültig aus der Scheide. Egal wie, wenn wir diese Dinger töten, dann können wir…nun ich wüsste nicht, was wir sonst tun sollten. Ich ramme die Klinge in die erstbeste Ratte, die mir über den Weg läuft.

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Re: Der Herbst 1126

Beitrag von Duncan am Mi 10 Aug 2011, 12:56

Das Vieh ist nicht aufmerksam und deswegen ein wehrloses Opfer. Die Klinge schneidet ihr durch den Rücken und spießt das schaafgroße Tier einfach auf. Doch immer noch versucht es weiter zu laufen und schnappt nach Njans Fuß, als es nicht voran kommt. Wütend kreischt es auf und einige andere Ratten wenden sich nun den Neuankömmlingen zu.

"Jetzt wissen sie das wir hier sind!" keucht Kiku und bringt ihr Schwert in Angriffsposition. Njan zieht sein Schwert aus dem Leib des Ungetüms heraus und lässt es dann auf seinen hals hinabsausen. Doch statt es zu köpfen, löst es sich einfach nur in schwarzen Nebel auf und sickert über den Boden davon.

"Das müssen mindere Oni sein!"

Vier Ratten haben sich im Halbkreis vor den Samurai am Eingang versammelt. Böse fauchen diese riesigen Monster ihre Wiedersacher an, flätschen ihre gelblichen Zähnen und geifern auf den Boden.

Das erste Monster stürzt vorwärts auf Kiku zu, doch diese geht auf ein Knie und lässt die Ratte sich selbst auf die Spitze ihres Schwertes aufspießen.

Eine zweite nutzt die Chance und springt ebenfalls auf Kiku zu, die gerade versucht nicht von dem aufgespießten Oni gebissen zu werden, der sich immer noch nocht auflösen möchte.
Aus den Augenwinkeln bemerkt Njan wie eine dritte ebenfalls loshetzt, jedoch mit ihm als Opfer.
Zwei Angriffe gleichzeitig.

Spoiler:
Entscheide dich für eine Kampfhaltung!
Angriff, Frontalangriff, Verteidigung, volle Verteidigung. Grundstellung steht dir nicht zur Verfügung, da dein Schwert bereits gezogen ist.

Ich empfehle die Manöver: Beschützen (in Verbindung mit Verteidigung) oder Zusätzlicher Angriff (5 Steigerungen)(in Verbindung mit Frontalangriff).

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Re: Der Herbst 1126

Beitrag von Elias am Sa 13 Aug 2011, 19:43

Schützend stelle ich mich vor Kiku. Die aggressiven Angriffe der Bestien prallen an meiner Deckung ab, ohne mich ins Wanken zu bringen. Kiku scheint jedoch sichtliche Schwierigkeiten zu haben, diese Kreaturen sind zäher, als ich vermutet hätte. Immer mehr von ihnen heben ihre Rattenhäupter und unterbrechen ihr Fressen und werden sich den Eindringlingen gewahr. Die Übermacht ist erschreckend, aus jeder Ecke kommen sie hervorgekrochen. Ich brülle ihr über das Fiepen der Kreaturen zu: „Wir müssen hier raus! Das schaffen wir nicht!“ Das Katana stets in Deckung erhoben beginne ich mich Richtung Eingang vorzuarbeiten. Wie soll das hier aufhören? Was soll ich und um das alles zu beenden?

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Re: Der Herbst 1126

Beitrag von Duncan am Sa 20 Aug 2011, 18:18

Unter hektischen Schlägen, ziehen sich die Samurai zurück. Kaum haben sie das Haus verlassen, verlieren die Ratten schon das Interesse an ihnen.

"Njan, vorsicht!" Kiku greift nach seinem Kragen und zieht ihn zu sich. Als er überrascht zu Boden blickt, sieht er, dass er fasst auf eine dieser schwarzen Linien getreten wäre.
"Arrigato, Kiku-san."

Durch die Schatten des Dorfes quellen weitere Quietschlaute. Aus dem Haus in dem die Toten und schwer Kranken liegen sollen tritt ein weiterer Soldat heraus und sieht sich verwundert um.
"Wo...bin ich?"

"Wartet, halt! NEIN!" Njan will zu ihm springen doch es ist zu spät. Schon ist der Mann in die Spurrinne des Wagens getreten und der schwarze Stoff beginnt sich in seinen neuen Wirt auf zu saugen. Seine Augen werde ebenso schwarz wie die Rillen und willenlos beginnt er ihnen zu folgen. Nach Norden.
"Verdammt! Was tun wir jetzt?"

Kiku schüttelt bekümmert den Kopf. "Ich weiß es nicht. Ich war noch nie in der Geisterwelt."
Njan steckt sein Schwert weg. "Wie kommen wir zurück?"
Kiku tut es ihm gleich. "Ich weiß es nicht."

Wieder huscht etwas durch die Schatten, der nackte Schwanz lässt auf eine weitere Ratte hindeuten.
"Komm, wir gehen hier lieber weg, bevor uns noch eins dieser Dinger erwischt." Sie zieht Ihn mit sich aus dem Dorf hinaus, nach Süden.
Als Sie das Dorf hinter sich gelassen haben, setzen sie sich auf einem Hügel unter eine große Weide. Hier oben ist es weniger neblig und der Mond scheint klarer herunter.
Njan lässt sich neben Sie nieder und seufzt laut. "Wir sitzen hier fest und können nicht einmal irgendwem helfen?"
Neben ihm schüttelt Kiku den Kopf.
"Es muss doch einen Grund geben warum wir hier sind."

"Viel wichtiger ist für mich die Frage, was Ihr hier sucht?"
Njan und Kiku schrecken so schnell hoch, dass sie fast einen Sprung gemacht hätten. Die neue Stimme hinter ihnen hat Sie überrascht und beide ziehen ihr Schwert.
"Wer ist da? Zeig dich!"

Eine weiße Gestalt tritt hinter dem Baum hervor. Weiß leuchtend ist ihr Körper, das Gesicht von einer merkmallosen Schlichtheit. Fast möchte man Meinen, das es aus Nebel besteht, doch kann man das nicht mit Sicherheit sagen. Die Augen sind zwei schwarze Striche auf der Maske, der Mund ein einziger Strich der sich nicht bewegt wenn sie spricht. Die Stimme klingt männlich und alt, doch hallt sie wieder auch wenn sie nicht laut ist.
"Na-na, begrüßt man so einen Fremden? Ihr seid wohl nicht von hier, was?"

"Wer bist du?" fragt Kiku vorsichtig, während Sie ihr Schwert immer noch auf ihn gerichtet hält.

"Mein Name ist Nimurai und wer seid Ihr?"

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Re: Der Herbst 1126

Beitrag von Elias am Mo 22 Aug 2011, 15:25

Ich trete vor, die Hand am Schwertgriff, allerdings locker, nicht aggressiv: „Ich bin Shinjo Njan, Sohn des Shinjo Ruas-sama und dies ist Otaku Kiku, Tochter der Otaku Sakura-sama. Ein kleines Mädchen – Yui war ihr Name – hat uns hierher geführt. Ich suche einen Weg um meine Leute – oder zumindest das, was von ihnen übrig ist - vor dieser grausamen Seuche zu bewahren.“

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Re: Der Herbst 1126

Beitrag von Duncan am Mo 29 Aug 2011, 18:49

"Wie trefflich," antwortet der maskierte Geist, "genau das versuche auch ich heraus zu finden."
Obwohl er erfreut zu sein scheint, hört man dies nicht genau aus seiner Stimmer heraus. Er spricht weiterhin in einem angenehm tiefen, hallenden Ton mit nur wenig starker Gefühlsregung.
"Leider ist das nicht so einfach zu sagen, wie ich gehofft hatte. Oh, ihr könnt die Schwerter ruhig wieder weg stecken. Sie würden euch hier sowieso nicht von Nutzen sein."

Immer noch misstrauisch mustert Kiku den Fremden, möchte das Schwert aber scheinbar noch nicht weg stecken.
"Gegen diese Bestien dort unten haben Sie aber durchaus Wirkung gehabt."
"Nun...zum Teil vielleicht. Aber diese dort," er deutet auf die zischenden Schatten im Dorf, "sind auch keine Geister, sondern Oni. Und auch diese sterben nicht wirklich."
Er schüttelt bedauernd den Kopf.
"Irgendetwas schreckliches muss passiert sein. Und es würde mich nicht wundern wenn ihr Menschen daran schuld seid, so wie es fast immer der Fall ist. Es passiert zwar ab und zu, dass sich Tore nach Jigoku öffenen, aber nur an besonders bösen Orten und schon gar nicht in so großer Zahl. Irgendwer oder irgendwas muss dafür verantwortlich sein und ich weiß beim besten Willen nicht was."
Traurig sinkt sein Kinn zur Brust.
"Das schlimmste ist, dass ich meine Aufgabe so nicht erfüllen kann und all diese frisch verstorbenen dort unten dem Einfluss der Schattenlande erliegen. Wer weiß, was der dunkle Gott mit ihren Seelen anstellt oder wo sie hingehen."

Endlich steckt auch Kiku ihr Schwert weg. Nimurai scheint nicht gefährlich zu sein.
"Ihr seid ein Diener Emma-Os, des Schicksalgotts des Todes?"
Die Gestalt nickt leicht mit dem Kopf.

Der Mond am Himmel von Meido scheint nicht einen Fingerbreit gewandert zu sein. Die Welt ist weiterhin geräuschlos, fad und dunkel wie zuvor. Nur die leisen Queitschlaute der minderen Oni durchbrechen ab und an die Luft.

Kiku wendet sich mit gefalteten Händen an den Geist:
"Diener Emma-Os, es muss doch etwas geben was wir tun können um die verbliebenen Menschen und ihre Geister zu retten! Freunde und Familie sind unter ihnen. Bitte, es muss etwas geben."

"Hmmm," macht der Geist und bleibt dann eine lange Zeit still. Nach schier endlos erscheinenden Sekunden spricht er endlich:
"Vielleicht gäbe es eine Möglichkeit, aber sie ist sehr, sehr gefährlich und ich kann selbst kann es nicht tun, da meine Pflicht mich an diesen Ort bindet." Wiedereinmal bleibt er still, scheint nach zu denken.

"Alles." antwortet Kiku endlich, doch darauf scheint er nicht gewartet zu haben, denn noch immer redet er nicht.

"Nun...also gut, wenn ihr euer Leben und eure Seelen unbedingt auf's Spiel setzen wollt, so könnten wir eine Vereinbarung treffen. Ihr schließt für mich die Tore nach Jigoku und ich erkläre mich bereit vielleicht die ein oder andere Regel etwas...aus zu dehnen um euch zu helfen."
"Und was genau müssten wir tun?"
"Ich...würde euch vielleicht einen Weg nach Gaki-do öffnen um dort das Wissen zu finden mit dem man die Tore verschließen kann."

Die sonst so mutige Samurai-ko neben Njan wird plötzlich bleicher als die Gestalt vor ihnen...

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Re: Der Herbst 1126

Beitrag von Elias am Mo 29 Aug 2011, 20:05

Ich stehe etwas ratlos da und habe eigentlich keine Ahnung, was hier genau vor sich geht. „Verzeiht. Es steht ausser Frage, dass ich alles tun werde um meine Leute zu retten aber…Gaki-do? Könntet ihr mir das genauer erklären?“

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Re: Der Herbst 1126

Beitrag von Duncan am Di 30 Aug 2011, 13:55

Der Geist nickt. "Natürlich, es ist das Reich der hungrigen Toten." er sagt das in einem Plauderton und dennoch hört er sich ernst dabei an.
"Ähm...vielleicht etwas genauer?" bittet Njan, doch Kiku antwortet ihm stattdessen.
"Gaki-do ist jenes Reich der Geister, in dem alle Sellen derjenigen kommen, die von ihrem Verlangen aufgezehrt wurden. Es liegt nahe bei Jigoku weshalb man sagt dass es auch viele Portale dahin enthält. Seine Bewohner sind die Gaki, hungrige Geister die nach unreinen Substanzen und Gefühlen gieren."
"Richtig." Ergänzt der Yorei, "Und ausserdem könntet ihr dort als Sterbliche ebenfalls aufgezehrt werden und eure Seele an Gaki-do verlieren."
Diese Feststellung ist so dermaßen nüchtern das es fast schon wieder wie ein schlechter Witz klingt. Aber irgendwie haben die beiden Samurai durchaus nicht das Gefühl das der Geist scherzt.

Kiku schluckt schwer und fragt: "Was genau müssen wir in Gaki-do tun?"
"Das habe ich doch schon gesagt. Einen Weg wie man die Tore Jigokus schließen kann. Die Gaki leben so nahe an Jigoku, dass sie einfach einen Weg kennen müssen wie man sie verschließt. Schließlich können sie Konkurrenz nicht ausstehen."
"Ja, aber wie sollen wir an dieses Wissen kommen?"
"Fragt euch durch."

So fassungslos hat Njan Kiku noch nie gesehen. Ihr Mund steht weit offen und sie sieht so lächerlich dabei aus...und irgendwie niedlich.

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Re: Der Herbst 1126

Beitrag von Elias am Di 30 Aug 2011, 15:38

Ebenso fassungslos schüttle ich den Kopf. Ich kann einen amüsierten Unterton in der Stimme nicht unterdrücken, so absurd scheint mir das alles: „Gut, dass wir zumindest keinen Oger dazu überreden müssen, mit uns Tee zu trinken, sonst wäre es wohl fast noch schwierig geworden…Nein – Ihr habt uns ja nichts anderes versprochen! Schickt uns los! Wir haben nichts mehr zu verlieren, wenn wir das nicht schaffen.“ Ich lege Kiku eine Hand auf die Schulter…nicht, das ich nicht auf eine solche Gelegenheit gewartet hätte. „Komm schon, wir werden das durchstehen, wir müssen das durchstehen. Sonst kehren wir ohne Ehre zurück. Denk an die Leute die da unten sind…an den Ruhm der uns winkt!“ Unwillkürlich habe ich sie geduzt und bekomme sofort Angst, einen Schritt zu weit gegangen zu sein. Meine Hand bleibt dennoch an Ort und Stelle.

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Re: Der Herbst 1126

Beitrag von Duncan am Mi 31 Aug 2011, 00:41

Kiku macht keine Anstalten Njans Hand weg zu schlagen und scheint auch sonst nicht verärgert zu sein. Zumindest fasst Sie sich bei seinen Worten. Der Geist legt fragend den Kopf schief:
"Warum sollte es helfen einem Oger zum Tee ein zu laden? Ich verstehe das nicht. Ist das vielleicht einer dieser seltsamen Angewohnheiten der Menschen? Aber ihr seid mutig, dass muss man euch lassen. Wenn auch reichlich dumm, dass ihr euch nur um eure Ehre sorgt. Aber mir solls recht sein. Kommt mit."

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Re: Der Herbst 1126

Beitrag von Duncan am Fr 16 Sep 2011, 15:16

Der Geist Nimurai führt die beieden weg vom Dorf. Er führt die beiden in Richtung des Waldes, am Etá-Dorf vorbei. Das Quieken der kleinen Oni wird leiser und leiser.
Immer noch scheint sich der Mond nicht am Himmel zu bewegen und die Nebelschwaden tanzen zwischen Büschen, Sträuchern und Baumstämmen umher.
Das Wasser ist nachtschwarz und ruhig wie ein Spiegel. Die Samurai machen kaum Geräusche, während sie der weißen Gestalt durch den Wald folgen. Schon bald erreichen sie wieder Sumpfgebiet.

Zwischen den kleinen Inseln im Sumpf, erhebt sich ein kleines, verfallenes Haus. Das Dach ist zur Hälfte eingebrochen, das Hoöz modrig schwarz, von einzelnen Moosen bedeckt und von Schlingpflanzen überwuchert.
Der weiße Führer bleibt vor dem Haus stehen und bedeutet seinen begleitern ins Haus zu gehen.
"Dies ist das Haus eines längst verstorbenen Shugenjas namens Huni. Er lebte viele Jahre hier und wurde von den Verlockungen Gacki-dos verschlungen."
"Ist er gefährlich?"
"Für kleine Kinder, ja. Für euch wohl nicht. Aber er ist derjenige der euch den Weg in Gaki-do weisen kann, wenn ihr ihm etwas im Austausch bietet. Was sonst so auf der anderen Seite lauert weiß ich nicht. Habt ihr noch irgendwelche Fragen, bevor ihr hinüber wandert?"

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Re: Der Herbst 1126

Beitrag von Elias am Mo 03 Okt 2011, 16:17

„Ich für meinen Teil nicht.“ Ich blicke zu Kiku, doch sie schüttelt ebenfalls den Kopf. „Wunderbar, dann begeben wir uns in die Höhle des Löwen.“ Ich mache mich auf an das Tor zu klopfen und bin mir auf einmal gar nicht mehr so sicher, als meine Faust das modrige Holz berührt. Was tue ich eigentlich hier? Womit habe ich das alles verdient?

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Re: Der Herbst 1126

Beitrag von Duncan am So 09 Okt 2011, 14:46

Knarrend bewegt sich die Tür auf. Wie von selbst öffnet sie sich langsam, bis ein Spalt entsteht der gerade groß genug für eine Person ist.

Die Samurai sehen sich an...und Kiku geht zuerst. Ihr blasser Schemen verschwindet im inneren des Hauses, das von unsäglicher Schwärze erfüllt ist. Der schwache Geruch von modrigem Holz schleicht sich in Njans Nase. Auch er tritt ein.

Der morsche Boden knarrt unruhig unter seinen Füßen, als er im Eingangsbereich erscheint. Die Hütte ist nicht sehr groß, doch trotzdem kann Njan nichts erkenne.
"Kiku-san?"
"Hier."

Die Tür donnert plötzlich hinter ihnen zu und die Schwärze verschluckt auch noch den letzten rest Licht. Das Haus zittert wie unter einem Erdbeben und es hört sich so an als ob Gläser in Regalen vibrieren würden.
Eine tiefe, schaurige Stimme hebt sich aus den schwarzen Schatten der Ecken wieder:

"Wer wagt es den großen Huni zu stören? Elende Eindringlinge ich werde euch- AH! Stopp! Aua! Loslassen! Ihr tut mir weh!"
Die Stimme hat sich von tief und böse zu hoch und erschrocken gewandelt.

"Mach Licht Geist!" meldet sich Kiku im Befehlston und als ein paar kleine grüne Flammen an Kerzen aufflackern kann Njan sehen das Kiku der Arm um den Nacken einer kleinen Kreatur gelegt hat. Im Würgegriff feststeckend windet und wendet sich das Ding, dass eine Art Schweinekopf besitzt mit alten, schrumpeligen Klauenhänden und tiefschwarzen Augen.
"Lass mich los! ICH bin der GROßE- AUA! Nein hört doch endlich auf!"

Nun lässt sich die Hütte von innen sehen. Die schiefen Wände beinhalten Regale voll mit irgendwelchen Gläsern, verrotteten Büchern und ausgebrannten Kerzen. Hinter Kiku steht ein durchgebrochenes, schimmliges Bett, eine unbenutzte Kochstelle steht rechts von ihm.

Die Kreatur ist gerade mal halb so groß wie Njan oder Kiku und winselt im eisernen Griff der Amazone. Kiku nickt Njan zu, er soll mit seinen Fragen beginnen.

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