Der Herbst 1126

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Re: Der Herbst 1126

Beitrag von Duncan am Mi 14 Dez 2011, 01:15

Anders als in Mei-do, der echten Welt, hängen an der Halle hier lauter Fetzen und Papierrollen mit Sprüchen daran. Sie sind von einem besorgniserregenden Rot und aus einigen dieser Fetzen hängen Armknochen und Beine. Maskierte Totenköpfe zieren jeweils die linke und rechte Seite des Eingangs und grinsen bösartig auf die Neuankömmlinge herab. Von Innen schallt kreischendes Gelächter.

Ein Rudel Geisterhunde versammelt sich vor der Halle, im Rücken der Samurai und setzt sich sabbernd und hechelnd in einem Halbkreis vor dem Eingang, so als ob sie auf etwas warten würden.
Das morsche Holz stöhnt jämmerlich unter den harten Schritten der Samurai, die Wände scheinen zu schwitzen und von oben herab tröpfelt immer zu rote Farbe in unregelmäßigen Abständen von nassen Fetzen. Zumindest hoffen sie das es Farbe ist. Angewidert weichen sie den Tropfen und den schlimmsten Stellen aus, so gut es geht.

Die Halle stinkt nach verschiedensten Ausdünstungen, gegerbtes Leder, Urin, Fäkalien, verfaulte Eier, Schweiß und ab und zu nach Körperstellen, von denen man nur hinter geschlossenen Türen und gelöschten Kerzen spricht. Aus einigen Löchern im Holzboden sickert immer wieder ein harziges, grünliches Sekret dass kleine, klebrige Pfützen bildet, an denen die anwesenden Gaki immer wieder zu trinken scheinen.
Besonders stark jedoch ist der immer stärker werdende Geruch nach Verwesung.
In den dunklen Stellen zu denen das Licht der Kerzen nicht scheinen kann, verbergen sich hohe, dürre Gestallten. Ihre bleichen Hände und knochigen Finger sehen krank und schwach aus, ihre widerlichen Körper sind teils mit schwarzen oder braunen Fetzen eingehüllt, ihre Gesichter entweder von lebendig wirkenden Masken verborgen oder wie grauenvolle Parodien menschlicher Gesichter die Eindringlinge anstarrend. Links und rechts vom Eingang aus, beginnt eine Säulenreihe, wie im Original in Mei-do auch, doch sind diese Säulen mit Ketten und Seilen behangen an denen skelletierte Geschöpfe hängen, oder noch zuckende und jammernde Gaki.

Während die Samurai vorsichtig an ihnen vorbei gehen, versuchen sie nach ihnen zu greifen, stöhnen um Hilfe, Berührung, nur einen Tropfen Schweiß. Die Geister in den dunklen Ecken und am Rande des Lichtkegels kriechen übereinander, schlürfen von den Wenden, nehmen die Witterung der Menschen auf und liegen beieinander in grässlich verzerrten Imitationen von Fleischeslust. Ein besonders dürrer und hässlicher Gaki - sein Gesicht ist eingefallen, mit scharfen Zähnen und fauligen Augen - hat gerade seine knorrigen und viel zu langen Finger um das püppische Gesicht eines fast wie ein Mädchen wirkenden anderen Geistes gelegt und zugedrückt, als es die Neuankömmlinge bemerkt.
"Ahhhhh, frisches Fleisch! Wie schön wenn die Mahlzeit zu einem kommt."
Die Geister im Saal jaulen auf vor Freude und wenden sich den Neuankömmlingen zu. Manche greifen schon nach ihnen, doch Kikus und Njans Schwerter lassen sie sofort zurück schrecken.
"Arg, ich mag es nicht wenn sie noch so wehrhaft sind! Obwohl, vielleicht mag ich genau das!"
Er vergreift sich wieder am Püppchengesicht und zieht es schmerzhaft heran, drückt die Wangen so ein dass sich ihr Mund öffnet und versenkt seine Lippen und dann seine Zähne hinein. Der Geist wehrt sich kaum, verdreht wild die Augen, als das Monster seinen Kiefer wieder herauszieht, die Zähne fest um eine nun blutig zuckende Zunge geschlossen. Das reißende Geräusch lässt beide kurz aufstoßen vor Ekel, doch die Deckung fällt nicht.
Der misshandelte Gaki sinkt, schwarzes Blut spuckend zurück auf den Boden, mit den Haaren in eine der stinkenden Pfützen.
Die anderen Gaki kichern ob dieser Grausamkeit und grinsen ihre Gäste an.
"Ich weiß nicht," presst Kiku zwischen die Zähne hervor, "ob es eine gute Idee war, hier her zu kommen, Njan-san."
"Jetzt sind wir hier," antwortet er, ebenso gepresst, seine Übelkeit bekämpfend, "machen wir das beste draus."

Vom anderen Ende des Raumes steigt plötzlich schwummriger Rauch auf. Erst jetzt bemerken die Samurai den großen, fast einem Thron ähnlichen Sitz, der am Ende des Saals auf einer kleinen Erhöhung steht. Er ist von schmutziger, tiefroter Seide behangen, die sich elegant um das Geisterholz wickelt. Der Rauch geht von hinter dem Thron aus, und schlängelt sich langsam auf die Neuankömmlinge zu. Die Gaki die er trifft, atmen ihn tief ein und scheinen daraufhin in Verzückung zu fallen. Diese nehmen sogleich wieder ihre schweinischen Praktiken wieder auf und wälzen sich im harzenden Exkrement umeinander.
Njan versucht nicht zu atmen, doch der Rauch ist überall und so muss er letztendlich nachgeben und Luft holen. Der Duft überrascht ihn.
Es riecht irgendwie nach würzig starkem Lotos, so wie die Geisha ihn manchmal in ihren Weihrauchpötten tun, um die Gäste zu entspannen. Doch der Duft hier ist noch eine Nummer schwerer, fast einschläfernd und vor allem...betörend? Nein, erregend. Njan spürt wie ihm Blut in Körperteile fließt, die er jetzt eigentlich gar nicht gebrauchen kann. Ein kurzer Seitenblick zu Kiku bestätigt dass auch sie vom Duft verwirrt zu sein scheint, denn die Röte ist ihr ins Gesicht gestiegen und sie fährt sich immer wieder durch das Haar, als ob sie sicher gehen wollte, dass sie auch schön aussieht.
Nun schwappen Bilder unkontrolliert in seinen Kopf, Bilder die er lieber für Nachts aufspart, wenn er alleine ist, Bilder die normalerweise Aikiko zeigen.
Schnellt schüttelt er den Kopf um zur Besinnung zu kommen und gerade noch rechtzeitig bemerkt er, wie sich der Nebel am Thron verdichtet und eine wunderschöne Gestalt sich auf ihm formt.

Der Geist dort oben auf dem Thron unterscheidet sich so dermaßen von den Gaki im Raum, dass ein Vergleich nicht richtig erscheinen würde. Die Frau - Geist! - nein Frau, oder... sie hat makellos weiße Haut und nur einen sehr kurzen, rotgoldenen Kimono an. Ihr schwarzes Haar ist von roten Strähnen durchzogen und schräg hinten mit tiefschwarzen Nadeln zu einem Dud gebunden. Von ihren Füßen ständig nach oben schlängelnd, zieht sich eine schwarze Tätowierungen über die Beine, verschwindet zwischen sinnlichen Schenkeln und setzt sich unter dem - tatsächlich unglaublich kurzen - Kimono fort bis zu Händen und Hals. Ihre Lippen sind geradezu blutig rot, die Augen mit schwarz-rotem Liedschatten ummalt. Sonst trägt sie weder Schuhe, noch sonst irgendwas. Ihr bloßer Anblick muss genügen. Die Geister im Raum stöhnen ehrfurchtsvoll ihren Namen. "Tsumi. Tsumi. Tsumi."

Seine Nackenhaare haben sich aufgestellt, Njan hat eine Gänsehaut. Das Denken fällt ihm schwer, er fühlt sich benommen und schläfrig und gierig. Als sie den Mund öffnet um zu sprechen, hält er die Luft an. Ihre Stimme klingt so süß, verlockend und verrucht.
"Welch wunderbare Ehre, so seltene Gäste in meinem Haus zu begrüßen. Es ist mir eine," sie stöhnt das Wort "Freude" geradezu, "...euch in meinem Palast der Lüste begrüßen zu dürfen. Ich hoffe ihr werdet euren Aufenthalt genauso befriedigend finden, wie ich eure Anwesenheit. Womit kann ich euch beglücken?"

Spoiler:
SL: Wow, jetzt muss ich mich erst mal von dieser Szene erholen! Hui, runter mit dir Junge! So jetzt zum Regeltechnischen: Du stehst unter der starken Einwirkung eines Gaki-Zaubers. Du bist wie oben beschrieben und es fällt dir äußerst schwer auch nur einen Satz richtig heraus zu bringen. Du kannst einen Willenskraftwurf ablegen um deine Sätze tatsächlich durch zu halten und nicht immer wieder zu unterbrechen oder von Kikus und Tsumis unglaublich attraktiven Äußeren ablenken zu lassen. SG: 15. Solltest du Probleme haben diesen Wert zu toppen, kann dir nur noch ein Ehrewurf helfen, ansonsten darfst du dir selbst mal ausdenken wie du rüber kommst. Ich mache ähnliche Würfe dann für Kiku. Stelle deine Frage/Forderung wenn du kannst.

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Re: Der Herbst 1126

Beitrag von Elias am Mi 14 Dez 2011, 02:11

Spoiler:
Ok WK-Wurf: 14

Ich schlucke und starre erst Kiku...nun zumindest teilweise…und dann die „Frau“ vor mir auf dem Thron an. Mein Blick wandert ihre Beine hinauf unter ihren Kimono, verliert sich… Unauffällig versuche ich meine Hose unter der scheuernden Rüstung zu Recht zu rücken…Muss das auf einmal so klemmen? Verflucht Njan! Es … ist… keine… Zeit … Muss … Maske! Ich presse die folgenden Worte förmlich heraus, muss nahezu vor jeder Silbe erneut nachdenken, während mein Blick unruhig zwischen ihren Brüsten und ihren Augen hin und her wandert: „Wir…sind…hier…um…eine…Maske...von euch zu erbitten…mit der wir dem…“ Alle Kami…Wenn sie diesen Kimono nur ein Stück höher…

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Re: Der Herbst 1126

Beitrag von Duncan am So 18 Dez 2011, 17:44

Kiku tritt schnell einen Schritt vor, doch auch sie scheint
verwirrt, unausgeglichen.
"Wir müssen zu...Koh. Er...Wir..."
Ihre Augen wandern immer wieder zu Njan, nicht unbedingt zu seinem Gesicht,
häufiger mehr zu seinem Körper. Die Gaki um sie herum grinsen lüstern, haben
heimlich einen Kreis um die jungen Samurai gebildet und laben sich gierig an
den wirren Gefühlen der beiden.
"Wir erbitten eine Maske von euch die uns..."
Die Frau auf dem Thron bewegt sich nur ein wenig, schlängelt sich von einer
Seite zur anderen wobei ihr Kimono etwas höher rutscht. Bei den Kami! Sie hat wirklich
nichts drunter an. Njan wird augenblicklich schwindlig. Kikus Lippen zittern,
weil sie kein Wort herausbringt.
"Das ist doch nicht wirklich der Grund, warum ihr hier seid, ihr schönen
Wesen." Sie haucht es nur doch der ganze Saal scheint sinnlich zu Beben.
"Ich weiß warum ihr hier seid. Ich weiß was ihr wirklich sucht." Sie
erhebt sich jetzt und für einen kurzen Augenblick sieht man ihre
caramelfarbenen Nippel unter dem Kimono aufblitzen. Langsam, genüsslich steigt
Sie herab von ihrem Thron, kommt den Samurai entgegen. Ihr weißen, nackten Füße
platschen leise auf dem schmierigen Boden, als sie durch die seltsamen Pfützen
steigt und die Flüssigkeit klebrig und zäh an ihren Füßen hängen bleibt.
"Ihr wollt doch gar nicht zu Koh. Ihr wollt endlich frei sein. Frei von
diesen grässlichen Regeln der anderen, frei zu tun was immer ihr wollt, wann
immer ihr wollt und..."
Ihr Gesicht ist nur einen Hauch von Njans entfernt, zu ihrem Duft mischt sich
leichter Schweißgeruch hinzu der seinen Körper verrückt spielen lässt.
"...mit wem immer ihr wollt." Es tut fast weh als Sie ihren Kopf
wegzieht und sich Kiku zuwendet. "Hab ich recht?"
Und Eifersucht steigt wie giftige Galle in seinem Magen hoch.
Ihre weißen, kalten Finger greifen nach Njans und Kikus Hand, ziehen sie sanft
nah zu sich, das alle jeweils den Atem des anderen Spüren können. Kikus Augen
sind halb geschlossen, ihre Lippen leicht geöffnet, sinnlich wartend.
"Njan...ich...."
"Schhhh...." unterbricht Tsumis Stimme leise. "Kein Wort mehr.
Lasst euch fallen."
Die Dunkelheit hat sich um sie verdichtet. Einzig Lady Tsum und ihre beiden
Schützlinge stehen noch im Lichtkegel, an dessen Rand dichter Weihrauch schwebt
und hinter dem weiße Masken schimmern.
"Lasst euch einfach fallen."

Spoiler:
SL:
Ok, letzte Chance für einen zweiten Wurf SG 15 auf Willenskraft. Checke mal
deine Vor- und Nachteile und schick mir bei Gelegenheit einen Scan oder
irgendwas mit deinem Charblatt. Das brauche ich dringend mal.
Kontaktier mich über Skype, wenn du Fragen hast.
Zu der Szene: Egal was passiert, du kannst gerne machen was du willst. Klar
gibt es später negative Folgen für dich, aber nichts unbedingt gravierendes.
Die Frage ist eher wie du hier herauskommst, nachdem du was unanständiges
gemacht hast! Und natürlich wie das dein Verhältnis zu Kiku ändert. Ist jetzt
doch Sie deine "wahre Liebe?"
Egal was passiert, wir können mit beidem arbeiten. So oder so wird's ne geile
Story. ^^

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Re: Der Herbst 1126

Beitrag von Elias am So 18 Dez 2011, 20:38

Spoiler:
WK: 12

Ein dunkler Wirbel verdrängt all meine Gedanken…tausend Mal stärker scheint er mir, als die Gefühle, die ich damals hatte, als ich bei Aikiko lag. Wer ist Aikiko? Wer ist diese kleine Geisha…Ich beuge mich nach vorne…taumle fast. Meine Arme umschließen Kiku und meine Lippen treffen die ihren. Sanft sucht meine Zunge Einlass…Ihr Duft der mich überschwemmt, das Gefühl als ihre heiße Zunge über die meine fährt lässt mich aufstöhnen. Warum haben wir so lange gewartet? Warum? Damals im Wald…Wir trafen uns nicht zum Duell…Keiner von uns kam deswegen, das wird mir jetzt klar!
Meine Hände wandern tiefer…über den Rücken, hinab, doch überall gleiten sie an dieser verfluchten Rüstung ab. Oh…wie ich diese Rüstung hasse!
Nein auch hier sind wir nicht wegen der Maske…Ja ich will mich fallen lassen…Will mich endlich fallen lassen…will fern von allen lächerlichen Pflichten nur diesen Moment genießen. Immer wilder und inniger werden meine Küsse, immer stärker das Verlangen ihr noch näher zu sein - noch viel näher...


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Re: Der Herbst 1126

Beitrag von Duncan am Mi 21 Dez 2011, 02:08

Der konstante Druck an seiner Brust wächst und wächst bis er erkennt, das Kiku trotz der heftigen Erwiederung seiner Küsse, ihre Hand darauf gedrückt hat und ihn immer bestimmter von sich fort schiebt. Noch ein paar Küsse, dann endlich stößt sie ihn brüsk weg.
"Iye, Njan! Wir haben einen Auftrag!"
"Vergesst den Auftrag!" zischt Tsumi.
"Ja, vergessen wir den Auftrag." wiederholt Njan monoton und versucht Sie wieder an sich zu ziehen. Doch zum zweiten Mal an diesem Tage holt sie aus und schlägt ihm mit der flachen hand ins Gesicht. "Tut mir Leid...mein Taisa!"

Schockiert, fast schon empört stolpert Njan zurück. Er war so nah, hat ihren Duft gerochen, ihren Mund geschmekt, ihren Körper gefühlt. Neben ihm zischt Tsumi wütend, während der Nebel um sie herum zu Boden gleitet, als hätte er Gewicht. Die Menge beginnt zu jammern über den unterbrochenen Akt und Tsumi zieht sich zischelnd zurück. Njan kann nun wieder etwas klarer denken, klarer handeln, auch wenn das verlangen noch immer da ist und an ihm nagt.

Kiku greift nach ihrem Schwert und zieht es heraus, die Spitze auf Tsumi gerichtet. "Gebt. Mir. Die. Maske!"
"Nein!" faucht Tsumi, ihr Gesicht nun zu einer Fratze verzerrt, ihre hübschen Gesichtszüge irgendwie schief, falsch, zerlaufen.
Die Samurai-ko macht einen Satz nach vorne und schlägt mit dem Schwert zu, schneidet Tsumi einen feinen Schnitt über die Beine, doch statt Blut quilt nur ein dicker, roter Rauch hervor.
Die Gaki im Raum beginnen zu toben, wild durcheinander zu grummen und sich auf zu richten. Auch Njan zieht jetzt vorsichthalber sein Katana und geht in Defensivposition.
Tsumi kreischt spitz und wütend. "Wie kannst du nur?"
Kiku macht einen weiteren Satz und greift nach dem hübschen Gesicht. Ihre Hand bekommt etwas zu fassen und sie zieht fest das Gesicht zu sich heran. Ein wiederliches Reißen ertönt, gefolgt von Tsumis wildem gehäule. Kiku hält Tsumis Maske in der Hand.
Irritiert starrt Njan den Gaki an, der jetzt zwar noch den Körper einer wunderschönen Frau hat, nicht mehr jedoch das dazu passende Gesicht. Stattdessen hat sie einen fast nur aus rotem Rauch bestehenden Kopf, in dem zwei rote Punkte glühen und ein Maul mit spitzen Zähnen.
"Starr nicht lange, Dummkopf! Lauf!" ruft Kiku und ist schon an ihm vorbei, mit der einen Hand die Maske haltend, mit der anderen Gaki köpfend.
Auch Njan rennt jetzt los. Ihr hinterher, hinaus aus dem großen Saal. Hinter ihnen ertönt Tsumis hasserfüllte Stimme:
"Ihr habt nicht bezahlt! Ihr habt nicht bezahlt! Ich kriege euch noch! Ich kriege dich du Miststück und ich kriege deinen kleinen Schwanz von einem Liebhaber! Ich schwöre dir! Ich kriege dich noch!"

Sie haben das Dorf schon hinter sich gelassen und immer noch können sie das wütende gekreisch hören. Erst als das Dorf hinter den ersten Bäumen verschwindet und der Weg zur Mine abzweigt, bleibt Kiku stehen. Sie stemmt ihre Hände in die Knie und versucht erst einmal zu Atem zu kommen.
"...Hier...nimm." Sie reicht ihm die weiche Maske Tsumis.

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Re: Der Herbst 1126

Beitrag von Elias am Mi 21 Dez 2011, 14:59

Leicht angewidert nehme ich das Ding an mich und sehe auch erst einmal zu, dass sich meine Atmung beruhigt. Dann blicke ich Kiku an – wieder einmal etwas ratlos. Das nimmt in letzter Zeit etwas überhand. Es ist seltsam…Ich habe das Gefühl, dass die Stelle in meinem Kopf, an der sonst immer der Schrein mit Aikikos Bildnis stand, langsam von einem ganz anderen eingenommen wird. Sollte ich deswegen ein schlechtes Gewissen haben? - Ja…Wahrscheinlich! Will ich diese Sache beenden…noch bevor sie begonnen hat? – Das sollte ich wohl, aber Wollen…?

Was mir über die Lippen kommt, klingt mir sogleich unendlich lahm: „Hmmm…Äh…Ich denke ich werde im Bericht über dieses Ereignis einige Dinge überspringen – obwohl ich nicht das Gefühl habe, mich unbedingt für alles was passiert ist entschuldigen zu müssen.“ Ich lächle sie an. „Ich verdanke dir ein ganze Menge Kiku!“ Im Geiste füge ich leise hinzu: ‚Dieser Tsumi allerdings auch…‘ „Also…Wir haben, dank dir, die Maske. Die Kreatur aus dem Brunnen meinte, ich solle allein gehen. Ich denke also, wir gehen noch einige Schritte in Richtung Mine und du wartest während ich Ko aufsuche. In Ordnung?“

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Re: Der Herbst 1126

Beitrag von Duncan am Mi 21 Dez 2011, 15:49

Sie holt noch ein paar mal tief Luft, bevor sie antwortet: "Hai, tut das Taisa. Aber im Bericht würde ich den ganzen Ausflug in die Geisterwelten weg lassen. Das glaubt uns kein Mensch."
Während sie pricht, starrt sie weiter den Boden an und vermeidet wieder jeglichen Blick mit Njan. Die Gefühle sind bei ihm noch da, warum also bei ihr nicht?
"Geht jetzt. Viel Glück. Und vergesst nicht keine Miene zu verziehen! Ich will euren Hintern nicht auch noch da raus holen müssen...mein Taisa."
Der neckische Unterton verrät, dass sie es nicht ganz ernst meint, dennoch klingt es fast schon verärgert. Man wird aus dieser Frau einfach nicht schlau. Diese Gefühlsschwankungen sind grauenvoll. Njan, setzt sich die Maske auf, die sogleich sein komplettes Gesicht bedeckt und nur Raum für seine Augen lässt. Sie klebt sich wiederlich nass an die hau an, sitzt dann aber perfekt. Njan kann sein Gesicht nicht sehen, aber Kiku. Sie schüttelt angewiedert den Kopf.
"Wir haben uns ganz schön Ärger eingehandelt mit den Gaki. Macht schnell. Bevor sie auf die Idee kommen uns zu folgen."
Njan nickt und geht die Straße hinauf zur Höhle die sich vor ihnen öffnet.
Er hat noch nicht ganz den Höhleneingang erreicht, als er eine Gestalt erblickt, die mit dem Rücken zu ihm auf einem Stein sitzt. Von hinten sieht sie fast menschlich aus, mit grauen Kleidern und braunen Sandalen. Die Figur sitzt vor über gebäugt, den Oberkörper im Schatten des Eingangs hängend. Es sieht so aus als würde sie schlafen, oder meditieren, oder einfach nur nachdenken.

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Re: Der Herbst 1126

Beitrag von Elias am Mi 21 Dez 2011, 18:38

Ich gehe auf die Kreatur zu, wie ich mir mittlerweile fast angewohnt habe, mit der Hand am Schwertgriff. Dann besinne ich mich eines anderen und lasse die Arme locker herabhängen und bemühe mich um einen monotonen Sprachklang: „Grüße. Seid ihr Ko? Ich suche Ko.“

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Re: Der Herbst 1126

Beitrag von Duncan am Mi 21 Dez 2011, 19:34

Die Figur auf dem Stein scheint zu erschrecken und dreht sich ruckartig um, um nach der Stimme zu suchen und da dreht es auch Njan fast den Magen um. Tatsächlich, besitzt die Kreatur menschliche Züge, aber das Gesicht...das Gesicht fehlt vollständig. Es ist einfach nur eine glatte Oberfläche, ohne Mund, Augen oder Nase. Nur die Ohren erinnern daran, dass dies nicht nur ein Kürbis auf einen Körper ist.
Die Kreatur beginnt nach Njan schu greifen, schlägt wild hilfesuchend mit den Armen um sich, bringt aber ausser den schnalzenden Tönen seiner Arme kein Geräusch hervor. Wie schrecklich muss es sein, wenn man in wilder Panik ist und schlicht und einfach nicht schreien kann. Da Njan zurückweicht, verfehlt das Wesen ihn, rutscht unkontrolliert vom Stein und schlägt hart auf dem staubigen Boden auf. Noch eine Weile windet es sich im Dreck, tastet wild um sich und beginnt dann lansgam von der Höhle weg zu kriechen, in die Richtung in die er den Samurai vermutet. Nur wenige male, zieht es seinen schlaffen Körper über den Boden, dann lässt es den Kopf sinken, mit bebenden Körper, so als ob es weinen würde, aber keine Tränen und kein Ton können da Sicherheit verschaffen. Njan blickt noch einmal ratlos zurück.

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Re: Der Herbst 1126

Beitrag von Elias am Mi 21 Dez 2011, 20:03

Ich schüttle betrübt den Kopf. Was soll ich tun? Dieses arme Wesen töten? Wäre sein Geist hier nicht ohnehin verloren? Vielleicht nachher. In einem weiten Bogen umkreise ich es und gehe geradewegs auf die Mine zu. Vorsichtig trete ich hinein, meine Blicke schweifen nach allen Seiten. „Ko? Ich suche den Gesichtsdieb!“

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Re: Der Herbst 1126

Beitrag von Duncan am Mi 21 Dez 2011, 22:19

Seine Stimme hallt von den Wänden wieder. Die Dunkelheit der Höhle ist beängstigend, doch trotz des nächtlichen Wetters dieser Existenzebene, gibt es hier ein unbestimmbares, glühendes Licht, von dunkelbrauner, vielleicht grüner Farbe. Njan kann genug erkennen um Weg, Wände und Hindernisse aus zu machen. Er atmet tief durch und tritt hinein.

Der staubige Sand und die kleinen Steine knirschen unangenehm laut unter seinen Füßen, sein Atmen klingt wie ein Orkan. Er geht tiefer und tiefer in die Höhle hinein. Auf dem Boden, irgendwo neben einem Stein liegt etwas. Njan bückt sich um es auf zu heben und bemerkt das es eine Puppe ist. Irgendwo hinter ihm rieseln Kisel von der Decke. Schnell dreht er sich um doch kann nichts erblicken. Er prüft noch eine Weile , bervor er wieder tiefer hinein in den Stollen will ...und geradewegs in das Gesicht eines Bären schaut.

Spoiler:
Surpirse! Mach mal einen Willenskraftwurf um nicht zu erschrecken. Dank der Maske beträgt der SG nur 10.Falls dir irgendein Skill, ein Vor/Nachteil oder sonst irgendwas helfen könnte, kannst dus aber auch gerne einsetzen...

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Re: Der Herbst 1126

Beitrag von Elias am Mi 21 Dez 2011, 22:58

Spoiler:
*Willenskraft: 15*

Unter der Maske muss ich die Zähne zusammenbeißen um nicht aufzukeuchen oder das Gesicht zu sehr zu verziehen. Hier gibt es sicherlich keine Bären, Njan…höchstens irgendwelche Kreaturen, die diese Gestalt annehmen. Ich trete einen Schritt zurück und lege die Hand sachte auf den Schwertgriff. „Wer bist du?“ Ich mustere den „Bären“ genauer.


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Re: Der Herbst 1126

Beitrag von Duncan am Mi 21 Dez 2011, 23:27

Ähnlich wie ein Augenlied, schließt sich ein chitin-artiges Auge über das Bärengesicht drüber und öffnet sich wieder. Statt des Bärenkopfes, sieht ihn jetzt das Gesicht eines jungen Mannes, vielleicht auch einer jungenhaften Frau an, dessen breites Lächeln spöttisch wirkt. Das Gesicht ist in eine Augenförmige Vertiefung eingebettet, die zu einem riesigen, mehrere Meter langen Tausendfüßerkörper gehört.

Spoiler:

"Hallo, hallo. Was haben wir denn da?" spricht das Wesen mit einer ruhigen, neutralen Stimme, zieht die Worte in die Länge und genießt scheinbar jedes davon.
"Es ist schon eine weile her, da ich Besuch bekommen habe. Man kommt sonst selten zu mir, meisten muss ich zu einem kommen. Ein einprägsames Erlebnis, jedes mal."

Der riesige Körper der Kreatur schlängelt sich klappernd über Wände und Boden, umkreist den Samurai vollständig und scheint immer in sanften Bewegungen zu sein.
"Mit wem habe ich das Vergnügen?"

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Re: Der Herbst 1126

Beitrag von Elias am Mi 21 Dez 2011, 23:39

Ich senke das Haupt kurz und sacht. Ich spreche konzentriert, langsam und monoton: „Ich bin Shinjo Njan. Ich bin hier um von euch – Ko - eine Lösung zu erbitten, wie man die Tore zum Reich der Oni schließen kann, um die Dämonen abzuhalten, die in die Welt der Sterblichen eindringen. Ebenso benötige ich einen Weg zurück in meine Welt. Huni und Wasureppoi meinten Ihr könntet in dieser Sache weiterhelfen.“

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Re: Der Herbst 1126

Beitrag von Duncan am Do 22 Dez 2011, 00:15

"Hm, hm. Das kann ich wohl." gurgelt die Kreatur, sucht immer wieder eine Möglichkeit Augenkontakt her zu stellen.
"Aber warum in aller Welt dachtet ihr das ich dies Wissen einfach hergeben würde, junger Shinjo? Schließlich..."
Ein seltsames Schmatzen ist zu hören und als Njan das nächste mal einen Teil von Kohs Gesicht erhascht, bemerkt er dass es sich geändert hat, zum Gesicht eines bärtigen alten Greises.
"...bin ich nicht Koh der Wissensschenker."

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Re: Der Herbst 1126

Beitrag von Elias am Do 22 Dez 2011, 03:19

Ich starre derart stur geradeaus, dass es ihm kaum möglich ist, mir in die Augen zu schauen. Gut…Darauf warst du ja eingerichtet, jetzt versucht er also zu reizen: „Ich erwartete keinesfalls, dass ihr mir die Informationen einfach so gebt. Was wünscht ihr als Gegenleistung? Die anderen hatten stets eine sehr konkrete Vorstellung.“ Tief in mir stimme ich ein Gebet an: Bitte lasst das hier gut ausgehen! Eigentlich dürfte ich es doch nach all dem verdient haben…meine Männer haben es verdient…Khan!

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Re: Der Herbst 1126

Beitrag von Duncan am Di 27 Dez 2011, 18:58

Der Geist zieht seine Bahnen um Njan herum. Immer wieder nähert sich sein Gesicht dem Samurai, blickt ihn aus den Augenwinkeln an und sucht nach einem einzigen, schwachen Moment.
"Ihr seid ein sehr vorsichtiger, junger Mann, Shinjo Njan-san. Ihr habt euch einer Maske bemächtigt die euch vielleicht einst großen Ärger bringen könnte. Seid ihr euch darüber im klaren?"
"Hai."
"Hm, hm. Ihr fürchtet also die Oni Jigokus, doch ihr stellt die falschen Fragen, mein junger Freund."
"Was meint ihr?"

Koh's Gesicht verändert sich wieder, als er vor Njan erscheint, zu dem eines älteren Mannes, mit schwarzen Bartstoppeln und einer Narbe über dem Auge.
"Die Tore die es zu schließen gilt, junger Freund sind die in Meido, nicht in Ningen-do! Dort richten die Oni unglaublich viel mehr Unheil an. Die Krankheit die ihr zu bekämpfen kamet, geht nicht von den Geisterwelten aus, sondern ist eine Problem der sterblichen Welt. Ein Fluch, eine Bestrafung, eine Essenz des Bösen, für das öffnen einer verbotenen Schriftrolle.
Doch das ist etwas, mit dem ihr, junger Shinjo euch nicht beschäftigen werdet. Der Sturm wird unvermeidlich aufziehen und ganz Ningen-do wird ihn verspüren. Eure Aufgabe und damit auch eure Frage ist eine andere:
Wer ist verantwortlich für das öffnen der Tore?"

Der alte Geist blickt ihn lächelnd an.

"Und ihr besitzt dieses Wissen?"
"Richtig."
"Aber ihr werdet es nur gegen einen Preis hergeben?"
"Hm, hm. Die Bedrohung die auf euch zu kommt, ist Teil des Schicksals. Nur die Menschen allein, haben die Kraft das Schicksal zu verändern, niemand sonst. Und wenn es auch nicht eure Aufgabe ist, diese Schicksal zu wenden, so habt ihr trotzdem ein eigenes, wichtiges zu erfüllen."

Wieder ändert er sein Gesicht. Das Gesicht einer hübschen Frau, geschminkt wie eine Geisha. Koh zieht weiter seine Kreise, doch bleibt er still.

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Re: Der Herbst 1126

Beitrag von Elias am Fr 30 Dez 2011, 17:34

Ich blicke den Geist an. Was bei allen…? Ihr Ahnen… Wo bin ich hier? Was mache ich hier? Was will dieses Ding? Was soll ich tun? Wer bin ich eigentlich? Was soll das alles?
Ich muss die Zähne fest zusammenbeißen um nicht den Kopf zu schütteln und verkrampfe mich ein wenig: „Ihr sprecht viele Worte Koh und habt mir vieles gesagt. Doch was soll ich nun tun um meine Männer zu retten? Was wollt ihr für Euer Wissen? Was verlangt Ihr?“

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Re: Der Herbst 1126

Beitrag von Elias am Sa 31 Dez 2011, 17:00

Koh umkreist mich weiter und das Klicken seiner Füße hallt hundertfach verstärkt durch den Raum. Ich trete sichtlich nervös von einem Bein auf andere. Die Dunkelheit und die bedrückende Enge der Höhle machen mir zu schaffen. Wenn er mir doch endlich antworten würde!
„Wer hat euch hierher geholt Shinjo Njan-san? Ihr werdet nicht von selbst hier herein gekommen sein hmmm?“ Wiederum keine Antwort auf meine Fragen, doch was soll ich tun? „Es war dieser schweinsköpfiger Hexer.“ – „Ahhh Huni…“ Weiter umkreist mich die Tausendfüßler-Gestalt, stets ohne mich zu berühren und fährt immer wieder haarscharf an mir vorbei. Er schweigt. „Den Weg zu seiner Hütte zeigte uns Nimurai, ein Diener des Totenreiches und ins Geisterreich gelangten wir mit Hilfe eines kleinen Mädchens – Yui glaube ich.“ – „Ah ich dachte mir schon so etwas. Es ist klar, dass es Nimurai gar nicht gefällt, dass diese Tore offen sind.“ Wieder schweigt Koh und blickt mich nun aus dem mümmelnden Gesicht eines Kaninchens an. „Koh, ihr habt mir immer noch keine Antwort auf keine meiner Fragen gegeben.“ – „Und alle Antworten auf alle Fragen.“ - „Sagt mir doch endlich, wie ich meinen Bruder, wie ich meine Leute retten kann.“ – „Euer Bruder ist egal, schert euch nicht zu sehr um ihn. Er ist nicht wichtig und der Großteil eurer Leute ist bereits tot. Wichtig ist wer es war, der die Rolle öffnete!“ Ich schüttle den Kopf: „Nun gut Koh, wer war es? Wer hat dieses Übel über uns gebracht?“ – Das bemalte Puppengesicht blickt mich an, nachdem er die Pupille noch einmal geschlossen hat: „Ein Mann Name Yogo Junzo hat die Rolle geöffnet. Er ist in die Berge geflohen. Bei ihm müsst ihr beginnen um das Übel zu beenden. Dort beginnt der Weg. Wie ich bereits sagte: Alles hat seine feste Ordnung. Nur der Mensch kann sein Schicksal ändern.“ – „Und wie, Koh, schließe ich die Tore.“ Wieder umkreist er mich einige Male, als ich schon erneut fragen will, antwortet er mir endlich: „Ihr werdet Jade benötigen. Diese pflanzt ihr an den Portalen in den Boden. Euer Bruder ist ein Shugenja, er wird euch helfen können.“
Ich nicke. Endlich! „Gut. Danke Euch. Könnt ihr mich nun hier heraus bringen? Mich… und meine Begleiterin?“ – „Hmmm ja, Kiku-san…“ Er lacht: „Wenn ihr mir einen Gefallen tut, werde ich euch helfen?“ – „Und was wünscht ihr nun Koh?“ Wieder lässt die Antwort viel zu lange auf sich warten, bis er endlich antwortet: „Damit ich euch helfe, müsst ihr auch mein Schicksal ändern. Gebt dies eurem Diener Daisuke zu essen.“ Eine seiner Chitin-Klauen senkt sich vor mir herab und hält mir eine grünlich braune Kugel vor die Nase, die aus zusammengewickelten Blättern zu bestehen scheint. Ich überlege kurz, nachdem ich kurz angewidert zurückgetreten bin. Doch was soll ich tun? Der Arme unschuldige Junge! „Gut. Ich werd‘s tun.“ Ich nehme die Kugel, möglichst ohne den Geist zur berühren und stecke sie in eine Gürteltasche. „Ich werde Kiku holen.“ Er verschwindet mit einem Kichern in der Dunkelheit. Draußen hole ich Kiku und berichte ihr kurz von dem Vorgefallenen. Zusammen betreten erneut die dunkle Enge. Ich brauche eine quälende Ewigkeit um mich erneut vorwärts zu zwingen. Nur unter Kikus drängenden Worten und mit aller Überwindungskraft schaffe ich es die Höhle erneut zu betreten. Kiku hält Kohs Überraschungsversuchen besser stand, als ich und der Geist geleitet uns zu einer spiegelnden Wasserfläche durch die wir – als ein Tropfen von einem monumentalen Stalaktiten um den sich Koh windet auf sie fällt – hinüber ins Nigen-do gleiten lässt.

Kiku nimmt Stolz eine weiße Maske – wohl die Tsumis - an sich, die auf der Wasserfläche treibt. Sei meint sie sei ihre Trophäe. Gemeinsam schlagen wir rasch den Marsch ins Dorf ein. Die kalte Luft und das natürliche Licht sind Balsam für den geschundenen Geist. Selbst wenn die dichten Regenwolken immer noch am Himmel hängen. Schließlich breche ich das Schweigen: „Das was dort bei Tsumi geschah….“ – „Wir sollten nicht mehr darüber sprechen.“ Errötend blickt sie geradeaus. „Ihr meint wir sollten nicht drüber reden…? Ihr fandet es also absolut schrecklich?“ Sie hustet und wendet ihren Kopf weiter von mir weg und läuft nun feuerrot an. Sie sieht wunderschön aus! Ich grinse sie von der Seite an. „Was grinst ihr denn so dumm?“ – Ich grinse schelmisch weiter: „Wir sind nicht mehr bei Koh oder? – „Ach, haltet den Mund!“ - „Ist euch heiß Kiku?“ – Sie braucht einen Moment um zu überreißen, was ich meine: „Wir sollten im Angesicht des Todes wirklich nicht über so etwas sprechen! Es schickt sich nicht.“ – „Sprechen wir dann in einem anderen Angesicht weiter?“ Sie reckt mir die weiße Maske entgegen: „Redet mit der Maske, wenn ihr wollt!“ - Ich seufze betrübt: „Sie ist allerdings nicht annähernd so schön wie ihr.“ Ich merke, dass ich genau das Richtige gesagt habe, als ihr gerötetes Gesicht sich aufhellt und ein Lachen die Stille durchbricht. Es scheint mir, als fiele ein wunderschöner Kristall vom Himmel. Habe ich jemals etwas Schöneres gehört? Habe ich je etwas Schöneres gesehen als das Lächeln auf ihrem sonst so strengen Gesicht? „Ihr seid ein Dummkopf…Nikutai.“ - „So ich denn ein Dummkopf bin der euch zum Lachen bringt, will ich gerne einer bleiben.“ Ich deute eine Verbeugung an und Kiku…Kiku grinst mich an.

Im Haupthaus angekommen sieht es nicht gut aus. Khan und Daisuke sind abgearbeitet und müde. Knapp die Hälfte meiner Männer ist noch am Leben. Das Stöhnen und Ächzen der Kranken und das ekelerregende Würgen erfüllt die Luft über allem liegt der säuerliche Geruch des Erbrochenen und der dicke Dunst aus Schweiß und anderen Dingen. Khan erkundigt sich forsch wo wir waren und glaubt mir – wie erwartet – kein Wort von dem was ich ihm erzähle. Er unterbricht mich und nimmt sich Frechheiten heraus, die ihm – würde ich von ihnen berichten – mehr als eine schlimme Rüge einbringen würden. Erst als ich ihm eine Lügengeschichte aufbinde, gibt er sich zufrieden.
Kiku und der gute Daisuke, der froh über meine Rückkehr scheint, kümmern sich um die Kranken, während ich und mein Bruder die Portale schließen. Nur mit Mühe und seinen Fähigkeiten finden wir die Tore wieder. Natürlich haben wir keine Jade. Das Mädchen – Yui – erscheint am Rand des Waldes und drückt mir drei Ohrringe in die Hand. Die Geister sind mir wahrlich gewogen! Wir vergraben sie und hoffen aufs Beste. Das Schließen der Tore wird die Krankheit hier an diesem Ort eindämmen, doch beenden wird sie sie nicht.
Auch ich kümmere mich die nächsten Tage um die Kranken, folge den Weisungen Daisukes und Khans. Gewissenbisse plagen mich: Nachdem ich dem Jungen die Kugel zu essen gab, wälzt er sich am nächsten Morgen mit Bauchschmerzen hin und her. Ich koche Tee und kümmere mich um ihn so gut ich kann. Ich schulde dem Jungen viel und lasse ihn das merken. Ich habe ihm nicht erzählt woher die Kugel stammt, weiß selbst nicht was es damit auf sich hat. Kiku hat Recht, er würde es nicht verstehen.
Ein Ashigaru bedankt sich respektvoll bei mir, dass ich mich so um sie sorge. Ich lächele ihm freundlich zu und falle müde ins Bett. Der Einzige Sonnenstrahl dieser Tage ist, ist Kikus Gesicht, dass mir mit leicht geöffneten Lippen und schlafen entgegenblickt, als ich am nächsten Morgen erwache. Mein Bruder lästert abfällig, als er meine Verbundenheit zu ihr bemerkt. Nichts als Neid, das ist mir wohl klar. Ich habe doch bemerkt, wie sehr er ihr schöne Augen gemacht hat, als wir ins Dorf ritten. Ich schaffe es nicht ihm den Mund zu verbieten und lasse die uralten Sticheleien über mich ergehen.
Nach weiteren fünf Tagen ziehen wir aus dem verfluchten Dorf ab, das hinter uns in einer Wolke aus Flammen aufgeht. Kein Regen fällt mehr auf die gesenkten Häupter die ich wieder zurückführe. Tapfere Männer, die Kameraden und Freunde verloren haben. Meine Ehre scheint mir befleckt und ich trage jeden Tag erneut Kämpfe mit mir selbst aus. Zusammen mit Kiku lege ich mir einen Bericht zurecht. Den Namen Yogo Junzo werde ich als Angabe aus anonymer Quelle verwenden müssen. Vielleicht finden wir durch Fragen und Erkundigungen etwas darüber heraus. Dieser Name scheint sowohl ihr als auch meinem Bruder bekannt? Ein verbliebener Bastard des Verräter-Clans des Skorpions?
Wir baden in den eiskalten Wassern eines Flusses um uns vom Schmutz der vergangen Tage reinzuwaschen. Eine denkwürdige Begegnung findet am Schrein des Pferdes statt. Ich lade, während wir dort rasten, einen Ronin zum Essen ein, der sich als Ronin Ganko vorstellt. Er blieb zurück, während eine größere Gruppe Ronin abzog, als sie uns nahen sah. Der junge Mann, der etwa so alt wie ich ist, wahrhaft außergewöhnlich für einen Ronin. Nicht nur die aufwendige Rüstung, die denen der Drachen ähnelt – nein auch sein Werdegang und seine große Höflichkeit. Er sei von den Löwen zu den Drachen gekommen und kämpfe nun für sich selbst. Sein Wissen erstreckt sich über Bereiche, die normalerweise über die Bildung eines Gezeitenmannes hinausgehen. Er weiß das Omen zu deuten, als ein einbeiniger Rabe auf dem Schrein landet und die Männer in Angst und einen alten verwundeten Bauer – der von Überfällen berichtete, die ihm alles Namen – in die Flucht schlägt. Mein Angebot ihn mit uns zu nehmen, kann ich nicht mehr aussprechen und Daisuke kann nur sporadisch seine Wunden versorgen. Der Ronin deutet den Raben als Zeichen für einen üblen Ausgang der nächsten Schlacht, die wir schlagen werden.
Kurzerhand beschließe ich den Lebensmüden, wie er sich nennt, zu meinem Leibwächter zu machen. Er nimmt den Posten des Yojimbos an, während mich Khan, Kiku und Shinjo Masaru in entgeisterter Verwirrung anblicken. Ich habe ein unbestimmtes Gefühl, dass dies, die richtige Entscheidung ist und vertraue dem auf seltsame weiße sympathischen Ronin sofort. Meines Bruders Blicke scheinen mich töten zu wollen, als ich beginne respektvoll mit unserem neuen Begleiter zu sprechen.

Wir rasten des Abends im Dorf, dass sich „Hort des Drachen“ nennt und dem ein alter freundlicher Otaku namens Otaku Yoshio vorsteht. Freundlich und zuvorkommend bewirtet er uns und ist sehr betrübt, als ich ihm von unserem Schicksal erzähle. Ich spreche dem Sake reichlich zu, mein Yojimbo bleibt nüchtern.
Des nächstens weckt mich Daisuke, der im Schlaf wimmert. Doch als ich ihn aufwecke spricht er mit glühende Augen und der Stimme Kohs zu mir. Er warnt mich vor schlechter Gesellschaft und kommendem Übel, dann weicht er und Daisuke kann sich an nichts erinnern. Koh hatte wohl Recht - Es wird meinem Diener nicht schlechter gehen. Dafür wandelt er nun in unserer Welt. Ich lasse mir die Rüstung anlegen und spaziere – In Begleitung meines Yojimbos – durch die Stadt, bete am Schrein. Schließlich gehe ich schlafen, nicht wissend, was der nächste Tag bringen wird. Nicht ahnen, dass Koh recht behalten wird und der Rabe nicht umsonst flog.

Den Vormittag des nächsten Tages verbringe ich mit Einkäufen, bei denen ich ein wenig Schmuck von durchreisenden Händlern erstehe. Ein Geschenk für meine Zukünftige – Man will ja gute Miene zum bösen Spiel machen. Ganko macht mich auf einen der Händler aufmerksam, der einen Klingenwaffe zu tragen scheint. Ich lasse ihn sofort festnehmen und vereitle seinen Fluchtversuch. Einer der drei Händler entflieht, der andere wird ebenfalls festgenommen, doch kann man ihm nichts vorwerfen. Als ich das Zeichen der Waldmörder im Nacken des Mannes erkenne muss ich fluchen. Wir lassen die Etá aus ihm herausprügeln, dass ein Angriff geplant ist. Eine Truppe aus rund 70-80 Banditen lagert im nahen Wald. Wir versetzen das Dorf sofort in Kampfbereitschaft.

Khan reitet aus um die Ronin, die wir gestern sahen, zur Verstärkung zu holen. Ich versichere ihm, ohne ihn zu Recht zu kommen. Ich hoffe es!
Die Frauen, Alten und Kinder verschanzen sich im Haupthaus.
Im Osten, Norden und Westen postieren wir jeweils zwei Jäger des Dorfes als Späher.
Den Durchgang ins Hauptdorf sichern von Osten zehn Yari Ashigaru, sowie einige Bauerntruppen, der Herr des Dorfes und Shinjo Masaru.
Der Norden wird von einigen Nah- und Fernkämpfern aus den Reihen der Bauern gedeckt. Sie sollen die Auslösung einer Stampede verhindern.
Der Westen von meinen Schützen und einigen Bauern-Nahkämpfern, sowie Kiku. Die Brücke im Süden wird von meinem Yojimbo und zehn Yari-Ashigaru gedeckt.
Ich verbleibe auf Akemi auf dem Dorfplatz um von dort die Truppen zu koordinieren. Ganko versteht sichtlich mehr als ich, von der Planung von Schlachten.

Mit einem unguten Gefühl erwarte ich den Angriff, der mit einem Ablenkungsmanöver beginnt. Ein Signalpfeil sirrt durch die Luft und eine der Reisfarmen geht in Flammen auf. Der Bauer der zu seinem Haus rennen will, wird bestimmt zurückgehalten.
Signalpfeile sirren von Westen durch die Luft und die Männer beginnen bereits in ihrer Formation zu wanken. Aus dem westlichen Wald nahen rund vierzig schützen. Etwa ein Drittel beritten, die mit einem erbitterten Pfeilhagel beginnen. Kurz darauf stürmen mit wildem Geheul rund 40 Nahkämpfer durch das östliche Dorf. Einige von ihnen legen Feuer an den Außenbereich. Der Kampf hat begonnen.
Nur zu Beginn scheint das Schlachtenglück günstig. Schnell verlieren wir, ob der großen Übermacht die Oberhand und geraten zunehmend in Bedrängnis. Ich ziehe alle Truppen aus dem Norden ab und lasse sie im Osten attackieren. Kurz darauf schicke ich fünf Yari-Ashigaru sowie meine Yojimbo um ebenfalls dort zu kämpfen.
Doch selbst die mit enormer Geschwindigkeit herannahenden Ronin – die mein Bruder herbei holte - können den Ansturm von Osten kaum aufhalten. Khan selbst kämpft im Westen und schleudert seine Zauber gegen die Schützen. Die feindlichen Schützen, die versuchen die Häuser zu erklimmen, wirbelt er davon. Man kann erkennen, dass sich der Anführer der Banditen bei den Schützen befindet. Ein bärtiger muskulöser Mann, mit einer seltsamen Helm, der aus dem Fell einer großen Katze – wohl einem Puma – gefertigt zu sein scheint.

Die Verteidigung im Osten wird komplett nieder gemäht und mir gelingt es fünf der herannahenden Feinde mit meinen Pfeilen zu töten. Einen Hünen mit einem Zweihänder trifft es als ersten. Ein jeder Pfeil trifft sein Ziel und tut sein Werk. Alle Männer sind mittlerweile tot, verwundet oder geflohen. Nur Kiku, Khan und ich verbleiben. Blutüberströmt stürmt Ganko von hinten heran und attackiert die neun verbliebenen Nahkämpfer. Ich gewinne an Distanz und verschieße weiter Pfeile. Hauptsache, wir gewinnen. Alles andere scheint mir nun egal. Es ist Khan der die Schlacht schließlich entscheidet. Die feindlichen Schützen (die Reiter haben sich abgespaltet), sind bereits von fünf Ashigaru zermürbt, die ich ihnen in den Rücken schickte. In einer letzten gewaltigen Anstrengung, für die ich ihn unwillkürlich bewundere, schleudert er einige großen Felsbrocken durch die Luft, direkt auf die feindlichen Schützen. Letzte Pfeile prallen an ihm und seinem Ross ab – fallen vor ihm aus der Luft. Der Anführer kann sich nicht mehr in Deckung bringen und wird gefällt, mit einigen seiner Männer.
Als der Feind den Tot des Anführers bemerkt, bricht er in wilde Flucht aus. Zwei von ihnen werden von meinen Pfeilen niedergestreckt. Einige andere von den Angriffen Kikus, Khans und Gankos.

Die Schlacht ist gewonnen. Doch es war kein ruhmreicher Kampf. Ich fühle mich wie ein Versager. Ein Phyrrussieg. Ich habe Angst, so vor meine Vater zu treten: Als Nikutai, der seine Männer nicht schützen kann. Ich bin diesen Posten nicht wert – Doch oh ihr Ahnen! Ihr Kami! Was hätte ich anderes tun sollen? Wir waren in der Unterzahlt und weder Frauen noch Kinder kamen um…
Nur zwei Ashigaru und wenige Bauern können gerettet werden. Kiku ist verwundet und wird von Khan geheilt. Alle Samurai außer uns sind tot. Mit versteinerter Miene befehle ich den Frauen und Kindern die Feuer zu löschen, doch das östliche Dorf brennt fast gänzlich ab, samt dem Schrein. Die Pferdekoppel wurde ausgeraubt.
Die Bewohner, die alles verloren haben, werden auf die geflohenen warten, die vielleicht noch zurückkehren. Schließlich werden sie weiterziehen müssen, ein neues Heim zu suchen. Die Waffen der Toten werden gesammelt (Natürlich besonders die des Gefallenen Shinjo – Seine Familie soll sie bekommen).
Es werden Scheiterhaufen errichtet und Khan, der Ronin und ich sprechen Gebete für die Toten. Am Abend stehe ich vor den Feuern und blicke in die trüben Gesichter der Familien:
„Ich werde euch mit meinen Worten nicht trösten können. Das erwarte ich nicht. Ihr habt zu viel verloren an diesem Tag. Doch lasst uns nun, in dieser dunklen Stunde den Toten gedenken und lasst uns sie betrauern und ehren gleichermaßen.
Mein Respekt gebührt einem jeden tapferen Mann, der heute fiel und ich beuge mein Haupt vor Shinjo Masaru-sama, der mir ein guter Kamerad war und einen ehrenvollen Tod fand. Ehre und Ruhm, ihm und seinen Anverwandten. Ich verneige mich vor Otaku Yoshio-sama, der, obgleich er die Jugend bereits lange hinter sich ließ und dessen Bart grau geworden war, keine Sekunde zögerte um seine Pflicht für Familie, Clan und Kaiserreich zu tun. Er fiel im Kampf für die, die er zu schützen geschworen hatte. Ein ruhmvoller und glorreicher Tod, wie er einem Samurai und einem wahrhaft guten Ehrenmann gebührt. Er hat große Ehre über seine Familie gebracht. Vergesst ihr Andenken nicht und behaltet ihre Züge mit Stolz in euren Gedanken.“ Ich drehe mich mit starrem Gesicht um und marschiere in Richtung meines Zimmers. Ich weiß nicht ob ich schlafen können werde. Ich bin Shinjo Njan, Sohn von Shinjo Ruas-sama. Ich bin der Nikutai, der bei seinem zweiten Einsatz alle seine Männer in den Tod führte…

Bevor ich mich des Abends zur Ruhe bette, versichere ich der Frau des
ehemaligen Dorfherrn Unterstützung zu. Ich werde darum bitten, Siedler
zu schicken (unter den Flüchtlingen finden sich sicher Geeignete und
Willige), sowie einige Wachen. Ein Großteil der feindlichen Waffen und
Rüstungen, wird als Kriegsbeute aufgeladen, der Rest zur Verteidigung
zurückgelassen.
Die Reise nach „Toshi sano Kanemochi Kaeru“ verläuft
in weitgehendem Schweigen und recht ereignislos. Ich bin müde und
betrübt, darüber, wie sich die Dinge entwickelt haben. Nach einigen
Tagen ragen endlich die Mauern vor uns auf. Es herrscht geschäftiges
Treiben, wenn man die schweren Zeiten bedenkt. Besonders fallen mir
einige Ronin – wie ich mir von Khan erklären lasse, Mitglieder der Kaeru
Familie – auf, die mit etwa 3 Schritt langen durchlöcherten
Metallrohren bewaffnet sind. Sie scheinen sich hier zu sammeln um die
Lande zu schützen. Als wir an der Burg ankommen, werden uns die Pferde –
Akemi wird von Daisuke versorgt – und das Gepäck abgenommen und wir
machen uns auf dem Weg in den Thronsaal.

Müde und stockend kann
ich meinen Bericht vor dem Karô und meinem hinzugeholten Vater abgeben.
Ich berichte alles recht detailliert. Allerdings bringe ich nicht die
Kraft auf zu prahlen, habe absolut nicht das Bedürfnis danach und muss
mich zudem oft korrigieren. Ich muss den Karô davon überzeugen, dass das
Haupthaus der beste Lagerplatz war und besser als der Wald, die Zelte
oder die Mine. Auch meine Lüge, dass uns der durchreisende Bauer von
Yogo Junzo berichtet hätte, will er nicht glauben – Doch um mein
Versprechen an Kiku nicht zu verraten, bleibe ich dabei. Meine
Abwesenheit vom Haupthaus erkläre ich mit der Erkundung des Umlands.
Otaku Buraji hakt nach, fragt nach ob die Papiere, das Tagebuch des
Ronins und alles andere frei von der Seuche sind. Khan hilft mir aus der
Misere, indem er vorgibt, er hätte sie durch Segnungen gereinigt. Ich
füge hinzu, dass wir mithilfe seiner Fähigkeiten den Ort weitgehend
reinigen konnten. Auch der Bericht der Schlacht fällt detailliert aus.
Ich hebe besonders Khans Zauber heraus, der die Schlacht wendete. Die
Schwerter der gefallenen Samurai nimmt er ehrerbietig entgegen.
Der
Bericht hätte schlechter ausfallen können und ich bin erleichtert, als
er zu Ende ist. Kiku bedankt sich bei mir, für das Einhalten des
Versprechens, doch erwidert nur schwach mein Lächeln. Des Abends werde
ich für die Erfüllung meines Auftrags gewürdigt und offiziell zum
Nikutai erhoben. Das Gespräch mit meinem Vater fällt ebenfalls gut aus:
Nicht nur, dass er sich stolz auf mich zeigt, nein auch Kayoto-san
würdigt er freundlich. Er hakt nicht weiter nach, als ich ihm sage, dass
ich Gründe für meine Falschaussage habe. Was die Portale betrifft, von
denen ihm Khan berichtete, bleibe ich nebulös. Wir sprechen nur kurz
über Khan und ich lasse –nur leicht- durchblitzen, dass ich ihn für ein
wenig zu arrogant und respektlos gegenüber mir halte. Seine Anregung,
einen Jagdausflug zu veranstalten, nehme ich freudig entgegen.
Ein
Diener, der vor der Tür wartete, führt mich geheimniskrämerisch zu einem
Zimmer. Ich bin freudig überrascht, als ich anstatt meiner Zukünftigen,
die ich erwartete, meine Mutter, meine Schwester und meinen kleine
Bruder Eita wieder treffe. Diesen Abend gebe ich meinem Yojimbo frei.
Freudig schließ ich alle in meine Arme und liebkose besonders meinen
kleinen Bruder, den ich viel zu lange nicht mehr sah. Wir scherzen und
lachen ausgelassen und die Damen beginnen wild zu spekulieren, als ich
etwas davon durchsickern lasse, dass ich wohl verliebt bin. Mein kleiner
Bruder kann nicht mehr aufhören zu erzählen und erzählt stolz von
allem, was er gelernt und erlebt hat – er ist ein guter Junge. Seit
langem bin ich endlich wieder glücklich und kann die Lasten der
vergangene Tage vergessen. Erst als Eita auf meinem Schoß eingeschlafen
ist, trennen wir uns und gehen zu Bett.
Am nächsten Tag kaufe ich
Schmuck für drei Frauen und habe immer noch keine Ahnung wie ich es
zweien von ihnen erklären kann – ob ich es ihnen erklären soll. Nur
meiner Zukünftigen übergebe ich ihn selbst, Aikiko erhält ihn mit einem
kleinen Liebesbrief, Kiku unkommentiert. Ich treffe mich mit meiner
Zukünftigen, die mich davon überzeugt, nur sie und keine andere
Samuraiko, außer ihren Bewacherinnen, auf den Ausflug mit mir zu nehmen.
Wie stets nimmt sie kein Blatt vor den Mund und ich unterliege –
natürlich. Auf der Reise wird sie mit Daisuke reden, von dessen
besonderen Fähigkeiten ich ihr berichtete. Natürlich, will sie ihn,
nachdem sie seine Begabungen feststellt sofort für sich – doch ich
bezweifle, dass ich bereit bin das zu tun.


Zuletzt von Elias am Sa 31 Dez 2011, 19:46 bearbeitet; insgesamt 3-mal bearbeitet

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Re: Der Herbst 1126

Beitrag von Duncan am So 08 Jan 2012, 21:25

Im Hof vor dem Palast, fallen die letzten braunen Blätter zu Boden. Kalter Wind weht sie sogleich hinfort, fern an einen anderen Ort.

Der Wind bringt den Frost,
Zweige verbeugen sich tief,
Dunkelheit und Schnee.

Ende des Herbstes.

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