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    16 Re: Der Herbst 1126 am So 10 Jul 2011, 12:50

    Duncan


    Justikar
    Justikar


    Die Winde bringen kalte Luft von den Spitzen der Berge herab. Ab und an, fallen weiße kleine Flocken herab, segeln in die offenen Hände der meditierenden Mönche. Wie einfach das Leben sein könnte. Wie wundervoll simpel Leben sein kann.

    Die Mönche bringen Kayoto bei, wie wichtig es ist zu atmen. Jeder Atemzug musst bewusst genommen werden, ausgekostet und dann, entlassen.
    Das Atmen bildet die Grundlage eines jeden Lebens und einer jeden Kunst. Kayoto sitzt auf einem Kissen mit verschrenkten Beine, auf dem Dach der Welt und lernt zu atmen, lernt zu meditieren.

    Die Mönche lehren Kayoto was die Elemente wirklich bedeuten und warum sie nur im perfekten Einklang miteinander das volle Potential eines jeden Samurai oder anderen Wesens entfalten können.

    "Luft ist in allen Dingen hintergründig und sprunghaft. Es steht für Einfühlungsvermögen und das unbewusste Handeln. Die Geister der Luft können unberechenbar und verschmitzt sein, doch ihr Zorn gleicht dem eines Sturms. Spreche ein Gebet für die Geister im Wind."

    Kayoto atmet sein Gebet ein und wieder aus.

    "Erde ist ewig, unveränderlich und unbeweglich. Willensstärke und die Unnachgiebigkeit des Körpers stehen in ihrem Zeichen. Die Geister der Erde sind ruhig und ungerührt aber können für einen kurzen Moment zu schrecklicher Gewalt erweckt werden. Spreche ein Gebet zu den Geistern im Stein."

    Kayoto zermalt kalten Sandstein zwischen den Fingern und lässt es zu Boden rieseln.

    "Feuer ist das Element der dynamischen Veränderung, der Energie und der Zerstörung. Es steht für Bewegung und Erleuchtung. Geister des Feuers können zerstörtes wiederherstellen, oder alles vernichten. Spreche ein Gebet in brennende Kerzen."

    Kayoto spricht ein Gebet in die in seinen Händen liegenden Flammen, gefüttert durch ein ätherisches Öl.

    "Wasser ist das Element der schnellen Veränderung und des Wandels. Es steht für die unaufhaltsame Kraft, die Gebirge über tausende Jahre hinweg formt und für unberechenbare Wellen, die in einem Moment über ein Schiff hereibricht und es im nächsten sanft zum Ufer tragen. Sprich ein Gebet zu den Geistern im Wasser."

    Kayoto nimmt einen tiefen Schluck des klarsten Bergquellwassers, dass er je getrunken hat.

    "Die Leere schließlich, steht für sowohl die Anwesenheit, wie auch die Abwesenheit aller Elemente dar. Leere ist eine beinahe einzigartig menschliche Eigenschaft, die aus dem göttlichen Funken der himmlische Gefilde herrührt. Sie symbolisiert den Einklang deiner Seele mit allen Elementen. Sprich nun ein Gebet in die Leere."

    Kayoto, spricht ein Gebet für seine Seele.

    Ein Samurai der Miromoto kommt, aus den tieferen Tälern der Berge extra angereist, um mit dem Nachkommen des Nebelkriegers zu trainieren.
    Er lehrt ihn das ein Samurai mehr tun kann, als nur mit einem Schwert zu kämpfen. Das Daisho ist ein paar das gemeinsam in tödlicher Kunst geschwungen werden kann. Wie ein jedes Element zwei Aspekte hat, wie das Universum zwei Aspekte hat, so hat auch der Kampf zwei Aspekte. Das Wakizashi ist die zweite Hand des Samurais, welche unerwartet tödlich sein kann. Er lehrt den jungen Ronin, ein Wakizashi zu benutzen, wie ein zweites Schwert. Das Training ist lang und anstrengend, doch am Ende beherrscht Kayoto auch den Umgang mit dem zweiten Schwert des Daishos.

    Nun ist es an der Zeit für die letzte Prüfung...



    Kayoto steht vor dem dunklen Eingang einer Höhle hinter einem klaren Wasserfall. Seltsames Licht dringt von dort heraus. Ein sanftes, kaltes blau wie die auf den Spitzen der Berge. Der Magistrat nickt dem Ronin zu.
    "Dort liegt eure Zukunft."
    "Was werde ich darin finden?"

    Der Magistrat gibt keine Antwort. Unruhig, tritt sich Chiang-Tsu von einem Bein auf das andere. Er ist sichtlich unzufrieden mit dem Weg seines Herrn.
    Kayoto betritt die Höhle.

    Ein langer Gang führt tief in das Innere. Schon nach wenigen Schritten, wird der Wasserfall hinter ihm leiser. Es ist unmöglich fest zu stellen, wo das Licht herkommt.

    Nach einer Ewigkeit des Gehens, steht der Junge plötzlich vor fünf großen Toren.
    Jedes Tor ist verschlossen. Auf ihnen sind die Symbole der Elemtente verzeichnet. Luft und Erde liegen Links. Wasser und Feuer liegen rechts. Auf dem mittleren Tor, ist das Symbol für Leere eingraviert.
    Vor jedem Eingang, befindet sich eine Schüssel mit einem Loch in der Mitte. Die Schüssel steht fest und unbeweglich auf einem dicken grauen Steinobelisken, der im Boden verankert ist. Die Tore sind versperrt.


    _________________
    "Nachtprophet, erzeugt vom Zweifel, seist du Vogel oder Teufel -
    Bei dem göttlichen Erbarmen, lösch nicht diesen letzten Schimmer!
    Sag' mir, find ich nach dem trüben Erdenwallen einst dort drüben
    Sie, die von dem Engelschore wird geheißen Leonore?
    Werd' ich sie dort einst umarmen, meine Leonore?" - "Nimmer", Krächzte da der Rabe. "Nimmer!"

    -----------------------------------------------------------------------------------------------


    Ich HABE keinen Gottkomplex, ich BIN Gott!!! Twisted Evil
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    17 Re: Der Herbst 1126 am Mo 11 Jul 2011, 08:20

    Tobi


    Alastor
    Alastor
    'Das Erdsymbol. Es ist mir am vertrautesten. Stärke und Durchhaltevermögen. Ich werde mich beweisen!'
    Ich trete vor und sammle Erde vom Höhlenboden, vielleicht auch ein paar Steine. Das gebe ich dann in die Schüssel und trete einen Schritt zurück, warte was passiert.


    _________________
    "Sieh an, sieh an, wen wir hier haben. So ein Monster gehört doch schnellstens vergraben."
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    18 Re: Der Herbst 1126 am Mo 11 Jul 2011, 09:52

    Duncan


    Justikar
    Justikar
    Sand und Steine rieseln durch das Loch herab. Als das letzte Sandkorn verschwindet, beginnt das Symbol an der Tür in einem satten grün zu leuchten. Ein lautes scharrendes Klicken ist zu hören.

    Kayoto stemmt sich gegen die Tür. Mit aller Kraft schafft er es, dass sich die schweren steinernen Türen bewegen. Ein langer Gang in mattem grünen Licht öffnet sich vor ihm. Staubkörner tanzen durch die Luft, erleuchtet vom grünen Schein der Wände.

    Ein Luftzug weht durch seine Haare und es hört sich an als ob der Berg ein leises Stöhnen von sich geben würde.

    Mit jedem Schritt wird die Luft um ihn kälter. Nach knapp hundert Schritten ist die Luft so bitterkalt wie in den höchsten Bergen.
    Die Farbe des Steins hat sich gewandelt von blass grün, zu leuchtend weiß-blau. Die Staubperlen in der Luft sind zu leuchtend blauen Eisbrocken geworden, der Luftzug zu einem schneidenden Eiswind.

    Als Kayoto glaubt er kann nicht mehr, öffnet sich hinter eine Biegung ein kalte, klare Wand aus purem Eis. Dahinter lässt sich gerade so etwas erkennen.

    Auf eine verschneiten Steintafel neben der Eiswand, ist etwas eingraviert:

    "Nichts ist so scharf und unnachgiebig wie der eigene Wille."

    Spoiler:
    SL: Du darfst eine Wiederstandsprobe machen. Ausserdem musst du noch herausfinden was du wegen der Eiswand machen musst.


    _________________
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    Sie, die von dem Engelschore wird geheißen Leonore?
    Werd' ich sie dort einst umarmen, meine Leonore?" - "Nimmer", Krächzte da der Rabe. "Nimmer!"

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    19 Re: Der Herbst 1126 am Mo 11 Jul 2011, 10:24

    Tobi


    Alastor
    Alastor
    Spoiler:
    Stamina: 18
    Willpower: 8


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    20 Re: Der Herbst 1126 am Mi 20 Jul 2011, 09:29

    Duncan


    Justikar
    Justikar
    Spoiler:
    SL: Nun, den Winter ausharren, wäre eine gute Idee, wenn du einfach nur warten musst. Aber du willst ja das was hinter dem Eis ist. Das Eis ist glatt und einigermaßen dick. Willenskraft muss in diesem Fall nicht passiv sein. Du kannst es aktiv gegen das Eis einsetzen indem du dich dagegen stemmst und trotz der Kälte weiter dagegen drückst, bis es nachgibt. Ein erfolgreicher Willenskraftwurf, wird dir helfen auch die nötige Ausdauer aufzubringen, um das Eis endgültig zu durchbrechen. Smile Die macht der Symbolik, nicht wahr?


    _________________
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    21 Re: Der Herbst 1126 am Fr 14 Okt 2011, 08:38

    Tobi


    Alastor
    Alastor
    Mit aller Macht stemme ich mich gegen die eiskalte Felswand. Die Haut bleibt an der Oberfläche kleben, doch ich drücke weiter. Auch als sich einzelne Hautfetzen ablösen gebe ich nicht auf. Ich denke an meinen Vater. Was er wohl getan hätte - auch wenn ich ihn nie kennengelernt habe. Die Schmerzen werden verbannt. In irgendeine Ecke meines Bewusstsein wo sie keinen Schaden anrichten können. Ich schreie meine ganze Wut hinaus. Noch ein kleines Stück...

    System:
    Willpower: 2k2 = 4 + 10 + 7 (glücklich) = 21


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    22 Re: Der Herbst 1126 am Di 18 Okt 2011, 11:19

    Duncan


    Justikar
    Justikar
    Klirrend bricht das Eis, wie ein Spiegel der zu Boden fällt. Kayoto stolpert und fällt auf die andere Seite. Seine Hände schmerzen schrecklich und der Rest seines Körpers ist steif gefroren. Auf einem kleinen Altar inmitten des Schnees, steht ein Ständer auf dem eine graue Rüstung aufgesetzt wurde.
    Das schwere Leder wurde mit Nieten besetzt die im blauen Licht funkeln, schwarze und weiße Verzierungen umranden die verscheidenen Platten der Rüstung. In der Mitte der Bauchplatte ist ein Wolfskopf eingezeichnet, Gebete und Sprüche sind auf der Oberfläche zu lesen. Kein Mon ist irgendwo zu erblicken. Die Rüstung eines schweren Kriegers. Die Rüstung eines Ronin.


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    23 Re: Der Herbst 1126 am Di 25 Okt 2011, 08:38

    Tobi


    Alastor
    Alastor
    Schnell reibe ich die Hände aneinander und meinen Körper warm. Nach 5 Minuten sind die größten Schmerzen verflogen und ich kann mich wieder normal bewegen. Während dieser Zeit starre ich immer wieder auf die Rüstung vor mir. Sie wirkt so... vertraut. Als hätte sie hier auf mich gewartet. Das alles kann natürlich reine Einbildung sein, aber für einen Augenblick sehe ich meinen Vater vor mir - wie ich ihn mir vorstelle. Groß und kräftig, dabei allerdings trotzdem elegant und schnell. Er trägt diese Rüstung...
    Schnell verwische ich den Tagtraum und nähere mich meinem Fund. Meine Rüstung ist schnell ausgezogen und ich kann es kaum erwarten sie gegen das neue Exemplar auszutauschen. Die Kälte spüre ich schon nicht mehr..
    Endlich sitzen die Platten am richtigen Fleck. Immer wieder betrachte ich staunend die Gravierungen und Zeichen auf der Oberfläche. Ein vergnügliches Lachen entfährt mir. Ich bin bereit für die nächste Herausforderung und sehe mich nach einem zweiten Ausgang um.


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    24 Re: Der Herbst 1126 am Sa 29 Okt 2011, 11:59

    Duncan


    Justikar
    Justikar
    Der Gang zurück ist nun viel leichter, da das Eis zu schmelzen begonnen hat und kein kalter Luftzug das atmen mehr erschwert. War er überhaupt jemals da?
    Kayoto steht wieder vor den fünf Toren. Das Tor der Erde bleibt offen, die anderen sind weiterhin versperrt.


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    25 Re: Der Herbst 1126 am So 30 Okt 2011, 09:48

    Tobi


    Alastor
    Alastor
    Ich sollte mich ein wenig aufwärmen: Auf zum Tor des Feuers.
    Ratlos stehe ich vor dem Schälchen und überlege, wo ich jetzt am besten Feuer her bekomme. Gut, dass ich Feuerstein und Stahl dabei habe. Aber etwas Brennbares... Natürlich!
    Ich reiße ein wenig vom Stoff meiner alten Rüstung in der Eishöhle herunter und lege ihn in die Schale. Dann reibe ich den Feuerstein und hoffe auf einen kleinen Funken...


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    26 Re: Der Herbst 1126 am Sa 05 Nov 2011, 20:53

    Duncan


    Justikar
    Justikar
    Der Funke entzündet eine Art Paste und sofort zischt eine kleine Flamme hoch. Das Tor öffnet sich. Kayoto tritt hindurch.
    Der lange Gang ist von selben Stein, geschwungen wie der andere vor ihm auch. Doch keine Kälte zerrt an den Gliedern des Jungen, stattdessen gibt es eine angenehme Wärme. Nach einigen ereignislosen Schritten, öffnet sich vor ihm eine große Kammer, der Boden mosaikartig von kleinen farbigen Steinchen besetzt ist die eine Art buntes, spirallförmiges Feuer zeigen, dass sich zur Mitte hin verdichtet wo glasartiger Stein einen verschwommenen Gegenstand beinhält. Kayoto sieht sich um. Das ist alles? Ein Runder Raum und eine gläserne Steinplatte? Er geht zur Mitte der Raumes und beklopft das Glas. Es ist sehr dick und widerstandsfähig. Seine Kraft würde niemals reichen um es zu sprengen. Er sieht sich wieder um und bemerkt erstmals, den kleinen Altar am Rand des Kreises.
    Er studiert ihn etwas genauer und stellt fest dass er vollgeschrieben und bemahlt ist mit einer großen Ansammlung an Schritten und Bewegungen. Ist das etwa eine Art...Tanz? Die Bewegungen scheinen sehr komplex und erschwerend hinzu kommt noch dass es so viele sind. Außerdem ist der Mosaik im Boden noch einmal hier abgebildet, dochr irgendwas ist anders...


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    27 Re: Der Herbst 1126 am Sa 31 Dez 2011, 12:37

    Tobi


    Alastor
    Alastor
    Ich studiere die Zeichen genau. Es scheint eine Kampfform zu sein, die ich hier im Raum laufen muss. Es dauert eine Weile bis ich die richtigen Schritte gelernt habe, doch nach über 3 Stunden Training donnert meine Faust zum Abschluss auf den Boden. Das Mosaikteilchen gibt nach und setzt einen Mechanismus in Gang. Das Glas in der Mitte des Raumes schiebt sich beiseite und gibt ein paar Beinschienen frei. Schnell ziehe ich die neuen Ausrüstungsteile an. Sie passen sehr gut und scheinen ein weiterer Teil des Brustpanzers zu sein. Ich spreche ein kurzes Gebet an meine Ahnen und verlasse den Raum wieder.

    Als nächstes wende ich mich der Prüfung des Wassers zu. Zunächst überlege ich, ob ich einfach meinen Schweiß in die Schale tropfe, aber dann spucke ich doch einfach hinein. Das Tor öffnet sich und gibt den Blick auf... Dunkelheit frei. Langsam taste ich mich vorwärts und stoße mich ein paar Mal an Felsformationen, bevor ich schließlich an ein paar geschichteten Steinplatten vorbeikomme. In ihrer Mitte befindet sich jeweils eine Art Schale. Ich überlege kurz und komme dann zu dem Schluss, dass ich die Steinplatten wohl zerschlagen muss, um irgendetwas in Gang zu bringen. Gedacht, getan. Nach jeder zerstörten Platte entzündet sich ein kleines Licht und schließlich kann ich über mir einen Helm ausmachen, der an einer Halterung befestigt ist. Auch er ist Teil der Rüstung und rasch aufgesetzt. Nun zur letzten Prüfung. Die Prüfung des Windes.

    Um das Tor zu öffnen puste ich einfach kurz in das Schälchen. Auch dieses Hindernis ist überwunden. Ich folge dem verschlungenen Pfad bis zu einem Abgrund. Kleine Steine stürzen hinunter, als ich versuche den Boden zu erkennen. Mehrere oben abgeschliffene Felsen ragen herauf und die einzige Möglichkeit auf die andere Seite zu kommen ist über diese zu balancieren. Die erste Plattform ist noch stabil, doch die nächste bröckelt schon leicht, als ich krachend auf ihr lande. Vielleicht hätte ich die Rüstung doch erst später anlegen sollen - sie ist ziemlich schwer...
    Mühsam ernährt sich das Eichhörchen. Mehr schlecht als recht passe ich günstige Gelegenheiten ab um auf die nächsten Plattformen zu gelangen. Mehrmals rutsche ich ab und kann mich nur durch einen uneleganten Hechtsprung davor retten in den Abgrund zu stürzen. Als mich endlich keuchend am anderen Ende der Höhle am Boden abrolle, steht dort, die Hände gefaltet, der Magistrat. Leicht resigniert blickt er mich an.
    „Das war mit Abstand die lächerlichste Prüfung die ich je gesehen habe. Aber ihr habt sie bestanden.“
    Mir entgeht der genervte Tonfall nicht, doch ich sage nichts.
    „Folgt mir!“
    Er geht zur Höhlenwand hinter ihm und betätigt einen versteckten Schalter. Ein kleiner Durchlass öffnet sich und ich rieche wieder frische Luft und sehe wieder das Licht des Tages, das allerdings schon wieder hinter den Seikitsu-Bergen verschwindet. Zahlreiche Mönche haben sich schon versammelt und beobachten mich und vor allem die Rüstung mit Neugier. Beim Vorbeigehen verbeugen sie sich kurz respektvoll.
    „Junger Kiri no-senshi, jemand möchte Euch sehen.“, bemerkt der Magistrat knapp.
    Er führt mich wieder zu der Aussichtsplattform an der er mir auch mein Erbe eröffnet hat.
    Dort steht ein älterer Mann mit dem Rücken zu uns und beobachtet den Lauf von Mutter Sonne, die das Land gerade in oranges Licht tränkt. Der Magistrat entfernt sich wieder. Der unbekannte Mann ist relativ groß. Seine entfärbten Haare sind zu einem festen Knoten gebunden. Auf dem Kopf trägt er einen Hut wie ihn auch die Reisbauern zum Schutz vor der Hitze tragen. Seine Gewänder sind irgendwie einfach und doch sagen sie mir, dass vor mir keine Reisbauer, sondern ein Mann steht, dessen Wort irgendwo hier in Rokugan sehr viel Gewicht hat. An der rechten Seite trägt er das traditionelle Daisho. Vorsichtshalber kniee ich mich hin und verbeuge mich tief, warte dass er mich anspricht. Hat er mich überhaupt bemerkt?
    „Ich gratuliere Euch, Ronin, zu Eurem Erfolg.“, beginnt er schließlich zu reden. Als er sich langsam umdreht und mich am Boden sieht, deutet er mir sofort aufzustehen. „Mein Name ist Koshan-sha [Alter Hase].“
    Er eröffnet mir, dass mein Vater Teil eines Ordens war, vielmehr denselben mitbegründet hat: Der Orden der Helden, eine geheime Gesellschaft von Kriegermönchen. Noch im selben Atemzug bietet er mir an ebenfalls ein Teil davon zu werden.
    „Ich fühle mich sehr von Eurem Angebot geehrt, doch muss ich voller Demut ablehnen.“
    Wieder sieht er mich belustigt an. „Darf ich denn den Grund erfahren, Kayoto-san?“
    Langsam überlege ich mir die Worte. „Ich denke nicht, dass ich schon würdig bin für dieses Angebot.“ Ein Geschenk zweimal ablehnen. Warum ich ausgerechnet jetzt an diese Regel denke, die Hatakeyama mir beigebracht hat, weiß ich selbst nicht.
    „Das ist sehr weise, Kayoto-san, und genau aufgrund dieser Entscheidung seid Ihr würdig uns beizutreten.“ Ich überlege kurz und verbeuge mich dann tief.
    „Dann nehme ich Euer Angebot voller Respekt an, Koshan-sha-sama.“

    Der Weg des Kriegermönchs hat begonnen.

    [Die weitergehenden Geschehnisse kann man im "Weg des Steppenkriegers" - Herbst 1126 nachlesen, bzw. "Weg von Reiter und Mönch - Winter 1126"]

    Ende des Herbstes


    _________________
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