Der Frühling 1127

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Re: Der Frühling 1127

Beitrag von Elias am Mo 23 Apr 2012, 01:37

Sofort tut es mir wieder Leid, sie so abgewimmelt zu haben. Ich streiche ihr – als wäre es ein Zufall – als ich meine Tasse Tee aufnehme über den Arm: „Es tut mir Leid meine Blume, ich habe soeben einiges erfahren und muss mit mir selbst ins Klare kommen, bevor ich mit jemandem darüber reden kann.“ Ich erwidere ihr Lächeln, diesmal wesentlich sanfter: „Du bist so wunderschön, wenn du lächelst…“ Ich muss sie einen weiteren Moment einfach nur anblicken, bevor ich weiter zu sprechen vermag: „Ich kenne einige Leute, das ist richtig. Viele von ihnen wurden mit mir ausgebildet. Mit den Ministern…“ Ich seufze: „Nun ich werde meinen Spaß haben ganz sicherlich. Aber nichts, was man nicht hinbekommen könnte. Ich denke, die Zeit bis zum Auszug dürfte noch ausreichen und wenn alles geregelt ist kaufen wir das Haus für dich. Eines Tages wirst du das prächtigste Geishahaus der Lande führen, dafür werde ich schon sorgen. Was meinst du Aikiko-chan?“
Während des Gespräches habe ich durchaus darauf geachtet, ob wir vielleicht beobachtet oder belauscht werden. Es wäre unvorteilhaft – höchst unvorteilhaft bereits jetzt Spione im Rücken zu haben, die meine Liebste sabotieren wollen.


Zuletzt von Elias am Mo 23 Apr 2012, 16:37 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet

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Re: Der Frühling 1127

Beitrag von Duncan am Mo 23 Apr 2012, 12:49

Ihr Lächeln wird geradezu strahlend, so dass sie es hinter der Tasse verstecken muss um nicht die Leute im Raum zu blenden. "Das würde mir gefallen, Samurai-sama."
Sie nimmt einen Schluck vom Tee, eine Strähne fällt ihr übers Gesicht und lässt Njans Bauch kribbeln.
"Du weißt wo mein Zimmer ist, nicht?" meint sie plötzlich und sieht ihn verschmitzt über den Rand der Tasse an.
Njan nickt erst etwas überrascht, doch dann muss er grinsen.
"Warte ein paar Augenblicke, dann besuch mich dort." sagt sie und erhebt sich.
"Danke für den Tee, Samurai-sama." Dann verschwindet sie nach hinten zu den Zimmern.

Njan schlürft noch eine Weile seinen Tee, ein Lächeln auf den Lippen, lässt dann ein paar Münzen am Tisch liegen und folgt seiner Angebeteten.
Noch ehe er dass Zimmer betreten hat, reißt sie ihn schon heftig an sich und noch ehe sie beim Futon angelangt sind, liegen schon die Kimonos am Boden. Hitzige Leidenschaft, heftig und gierig entflammt auf dem Boden der Stube und als es vorbei ist liegen sie keuchend bei einander, ihr Kopf und ihre Hand auf seiner Brust. Sanft streichelt sie die Haare auf seiner Brust und schnappt neckisch nach seinem Ohr.
"Ich bin so glücklich mit dir." haucht sie ihm zu und döst auf seiner Schulter ein.
Auch Njans Augen fallen zu und als er eine Stunde später wieder erwacht, liegt sie noch immer bei ihm. Es wird gerade erst Mittag und es gibt noch viel zu tun...

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Re: Der Frühling 1127

Beitrag von Elias am Mo 23 Apr 2012, 17:06

Spoiler:
OT habe ich jetzt keinen direkten Plan, an wen ich mich wenden kann. Ich bräuchte n bisschen Input an NPCs, an die ich mich wenden kann. Wie heißen meine guten bekannten? Wie trete ich an Minister heran? Habe ich eigentlich Kohle?

Vorsichtig stehe ich auf und bette ihr Haupt auf das Kissen. Ich kleide mich an – doch bevor ich den Raum verlasse knie ich noch einmal neben ihr nieder und hauche einen Kuss auf ihre Wange: „Ich liebe dich.“

Ich trete in die kühle Luft hinaus, die vielleicht schon einen Hauch des Frühlings erahnen, lässt. Meine Schritte tragen mich durch die Straßen zurück zur Burg. Mir fällt ein Haiku ein, das ich einmal gelesen zu haben glaube. Oder hat es mir die Verlobte meines Bruders vorgetragen?

Warmer Hauch im Wind,
es tönt erster Vogelsang,
ist es gar mein Herz?

Ich werde wohl zuerst mit meinen Freunden reden und ihren Zuspruch erbitten. Ich werde nicht umhin kommen, auch mit Vater darüber zu reden. Gedankenversunken blicke ich in die Ferne und bin – obgleich mir viel Arbeit bevor steht - in diesem Moment fast so etwas wie glücklich.

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Re: Der Frühling 1127

Beitrag von Elias am Do 26 Apr 2012, 18:38

Die kommenden Tage bringen viel Arbeit mit sich. Ich muss mir Termine bei zwei Ministern geben lassen, die mir auf mein Drängen – Ich muss schließlich bald in die Schlacht ziehen – auch gegeben werden. Ich stelle erfreut fest, dass mein neuer Rang bei Hofe, mir tatsächlich weiterhilft. Tatsächlich empfangen mich die beiden, Shinjo Matsuo und Shinjo Yosa recht freundlich, als das Mitglied der Familie, dass ich bin und schließlich bin, aber auch als Sohn des großen Shinjo Ruas. Matsuo kann ich relativ problemlos überzeugen, sich für mich einzusetzen und auch wenn sich Yosa zunächst zögerlich zeigt, kann ich schließlich auch ihn überreden – Er scheint von meinem zuvorkommenden Verhalten angetan zu sein.
Beide meinen, sie würden mich unterstützen und nicht intervenieren – Sie können allerdings nicht dafür garantieren, was die anderen beiden Geisha-Häuser eventuell tun werden um ihre Monopol-Stellung zu wahren.

Der Versuch meine Freunde und Bekannte zu überzeugen, ist weniger von Erfolg gekrönt. Zwar meinen alle mehr oder weniger, sie würden ‚ab und an mal vorbeischauen‘ oder, dass sich ‚vielleicht etwas machen ließe‘. Aber ich kann in ihren Augen sehen, dass kaum einer von ihnen wirklich bereit sein wird, sich diese Mehrarbeit und Verantwortung aufzuhalsen…ich kann sie fast verstehen. Gerade in diese Zeiten hat jeder viel an seiner eigenen Last zu tragen.

Der Heimin, der das Haus verkauft, ist schneller überzeugt, als ich dachte. Auch wenn ich anfangs aufgeregt bin – schließlich ist dies der letzte Schritt – festigt sich doch mein Auftreten schnell und er zeigt sich willig und offen, was den Verkauf anbelangt.
Freudestrahlend, komme ich in das Teehaus und berichte Aikiko davon, die an sich halten muss, um mir nicht um den Hals zu fallen. Diese Nacht verbringe ich nicht alleine und doch ist der Abschied der folgt nicht fröhlich. Wir liegen uns in den Armen, als das erste Licht des Tages durch die Läden dringt und ich spüre, wie ihre Tränen über meine Brust rinnen, küsse sie ihr vom Gesicht: „Ich werde zurückkehren Aikiko-chan, meine Blume. Schon bald wirst du mich vom Schlachtfeld zurückhaben.“, sie sieht mich nur an, mit einem Blick, der mir in den Tiefen meiner Seele schmerzt und die verschorften Wunden der letzten Wochen wieder aufbrechen lässt. In diesem Moment wird mir bewusst, wie viel mir diese Frau bedeutet…Gäbe es sie nicht, ach ich hätte mich wohl längst in mein Schwert gestürzt, hätte die vergangene Zeit nicht ertragen…Was hat sie bloß auf sich genommen, um nun hier bei mir sein zu können. Sie ist so viel stärker, als ich lange dachte…

Den Tag über bin ich mit Vorbereitungen für den Kriegszug beschäftigt. Ich reinige meine Rüstung und fette sie ein, schleife meine Schwerter und meine Lanze prüfe den Bogen und die Pfeile. Auch Akemi muss sich einer ordentlichen Untersuchung unterziehen lassen, bei der mir Daisuke assistiert. Er weist mich auf das ein oder andere hin was den edlen Hengst stört von einem eingetreten Dorn, bis hin zu einer Zecke, die dich in seinem Bauch verbissen hat. Am Abend vor der Schlacht ziehe ich mich auf mein Zimmer zurück und lasse mir von Daisuke alles Nötige für eine Teezeremonie bringen, an der ich ihn teilnehmen lasse. Langsam in einem geradezu meditativen Akt, fließt der letzte Tee in die Tassen und alte Bilder beginnen in mir aufzusteigen? Fing dies alles nicht genauso an? In einem Pavillon, mit einer Teezeremonie…Meine kleine Schwester…Ein Träne rinnt an meiner Wange hinunter und tropft in die Tasse und noch früher…hat mir mein Bruder nicht diese Abläufe beigebracht? Ach wie konnte all dies geschehen? Welcher Fluch lastet auf mir? Dieses Unheil, das über mich kam ist doch kaum mehr zu begreifen…Was wird wohl als nächstes geschehen? Wie grausam kann ein Gott sein, wenn er dies duldet? Habe ich nicht stets gebetet? Nein die Kami haben mich verlassen, auf sie kann ich nicht mehr vertrauen! Ich bringe die Zeremonie zu Ende und bemerke den Blick meines Dieners, der mein seltsames Verhalten bemerkt und das Spiel meiner Züge aufmerksam verfolgt hat.

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Re: Der Frühling 1127

Beitrag von Duncan am So 29 Apr 2012, 00:19

Das Gesicht des Dieners liegt im Schatten, doch das Weiß seiner Augen leuchtet unntürlich stark in der Dunkelheit. Als er sein Gesicht nach vorne ins fahle Kerzenlicht bewegt ist es das weiße, puppenhafte Gesicht von Koh, dem Gesichtsdieb. Die Kerzen im Raum gehen aus, als ob ihr Wille zum scheinen erstorben wäre. An deren Stelle, tritt ein blasses Mondlich, das über Njans Schulter auf die inzwischen leere Tasse scheint und das Gesicht des Geistes kaum berührt. Er spiegelt sich in einem letzten Tropfen in der Tasse wieder.

"Ein außerordentlich rührende Zeremonie, Njan-san. Euer Gesicht hat alle eure Gefühle verraten." Die Dunkelheit in der der dürre Knabenkörper steht scheint sich zu verdichten, und Njan meint das leise klappern von Chitin zu hören. Irgendwo in den Schatten bewegt sich ein großes Etwas. Geistesgegenwärtig erstarrt das Gesicht des Samurais - in Erinnerung an die Warnung der Geister aus Gaki-do, dem Gesichtsdieb niemals eine Emotion zu zeigen. Ein leises rascheln wie von verwehten Blättern und ein langer Seufzer wehen durch den Raum.
"Ah. Die Verwandlung ist abgeschlossen. Gut. Domo-arrigato, Njan-san. Ihr habt mir einen großen Dienst erwiesen." Der gigantische Körper des Gakis beginnt über die Wände zu krabbeln, ein endlos langer Tausendfüßer, der aus schwarzem Schlick zu bestehen scheint. Das Chitin glänzt im Mondlicht, der Körper breitet sich über Wände und Zimmerdecke aus. Wieder dieses erlöste Seufzen.
"Nun, es ist sehr lange her, dass ich frei durch Meido wandeln konnte. Es ist so viel Zeit vergangen und es gibt so viele Gesichter zu...bestaunen." Während er gesprochen hat, ist Kohs Gesicht einmal um Njan herum gewandert, der immer noch regungslos da sitzt.
"Aber, nun da ich hier bin, wie wäre es wenn ich euch helfe, junger Samurai? Ich gebe euch den Rat den ihr sucht und ihr...zeigt mir ein wenig mehr von dieser Welt. Was sagt ihr?"
Ein breites, bösartiges Lächeln breitet sich auf dem Gesicht des Geistes aus.

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Re: Der Frühling 1127

Beitrag von Elias am So 29 Apr 2012, 19:24

Ich weiche zurück. Dieses Biest…was bin ich nur für ein Narr gewesen. Der arme Junge, wie konnte ich das nur zulassen? „Lieber würde ich gleich den Rat eines Oni annehmen, da wüsste ich was ich hätte! Ich habe nichts mehr mit euch zu schaffen und will es auch nicht.“ Meine Augen wandern zu meinem Katana in seiner Halterung, doch es in die Hände zu bekommen, wird bei der Allgegenwärtigkeit des fetten Tausendfüßler-Leibes schwer werden. Ich achte darauf, keine Miene zu verziehen – Ich könnte immer noch nach den Wachen schreien. Dann wäre wohl ich verloren, aber sie könnten das Biest vernichten. Dem armen Daisuke - So er noch irgendwie zu retten ist - wäre mit dieser Tat mehr gedient, als wenn er das Biest noch länger beherbergen müsste.

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Re: Der Frühling 1127

Beitrag von Duncan am Di 01 Mai 2012, 13:43

Koh bleibt ungerührt, inmitiert den Gesichtsausdruck seines Gesprächpartners:
"Ihr beleidigt mich Samurai-san, das ist nicht unbedingt im Sinne des Bushido, nicht? Dem Jungen geht es gut, falls ihr euch darum Sorgen macht - ich brauch ihn als Anker - doch nun bin ich endgültig in eure Welt übergewechselt und kann mich nach belieben einmischen."

Sein riesiger Körper wandert ein mal durch den ganzen Raum, er scheint überall zu sein. Spöttisch lässt er sich Zeit mit seinen nächsten Worten.
"Und das ihr nichts mit mir zu schaffen habt ist ja wohlt eine Lüge - schließlich habe ich euch geholfen wieder hier her zu kommen und ihr habt dafür mir geholfen. Das macht uns zu einer Art...Partner. Aber, wenn es euch lieber ist, dass ich frei durch das Land wandle ohne wachsame Augen die auf mich und meine Taten ruhen dann sei es so. Ihr wollt das ich gehe, dann sei es so. Doch zuvor, noch ein kleiner Rat zum Abschied:
Die Gesetze der Kami sind es, die diese Welt zusammen halten. Jigoku, gab es noch vor den ersten Kami und wird es noch lange danach geben. Auch gab es Völker die vor den Kami eure Welt erschufen und bewohnten. Nun ist es eure Sphäre - doch es gibt Dinge die weitaus mächtiger sind als der Mensch. Glaubt nicht, dass ihr den Kampf alleine schaffen könntet. Die Dunkelheit ist schon bis vor eure Tür gerrückt. Nicht mehr lange und sie kommt herein. Ihr werdet sehen."

Inzwischen hat sich Koh's Körper in die Dunkelheit zurück gezogen, der Raum lässt wieder Mondlicht zu und Njans schwert scheint endlich wieder in Reichweite zu sein. Sein Gesicht ist noch zu sehen, doch Schatten lassen seine Augen in tiefer schwärze glimmern. Nur sein roter Mund, leuchtet noch in Silberlicht.
"Wollt ihr immer noch das Ich gehe, Samurai-san?"


Zuletzt von Duncan am Di 01 Mai 2012, 15:02 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet

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Re: Der Frühling 1127

Beitrag von Elias am Di 01 Mai 2012, 14:29

Ich habe mit wenigen Schritten den Weg zu meinem Schwert zurückgelegt und halt es nun – wenn auch noch nicht gezogen – in Händen. Die Worte die dieses Ding spricht will ich nicht hören, ich will sie nie gehört haben. Es hat hier nichts zu suchen und vor allem habe ich keinen Platz mehr in meinem Geist für Derartiges, kann dies all nicht mehr fassen. Ich weiß, dass ich mein Gesicht nicht annähernd so gut halten kann wie ich es gerne wollte und doch lege ich alle mir mögliche Ruhe und Bestimmtheit in folgende Worte:

„Ich will keines eurer Worte hören Koh. Denn sie sind Gift – Ich bin nicht dumm genug um zu glauben, ihr meintet es in irgendeiner Weise gut mit mir oder Menschheit. Euer einziges Interesse kann vielleicht darin bestehen, diese Welt zu bewahren, damit ihr in eurer eure Opfer bekommt. Ich klug genug um zu wissen, dass ich mit jedem Schritt noch weiter in den Treibsand eurer Lüge und Intrige gerate. Sagt mir was ihr wollt ohne Schnörkel, sagt mir was die Folgen für mich sind. Ich habe keine Lust auf dieses Spiel, ich habe sie nie gehabt. Wenn ich meine Seele verpfände, wenn ich euch hier beherberge sagt es mir. Wenn ich mich selbst verderbe und Anderen Leid bringe – so wie bisher – sagt es mir. Wenn ich sterbe und auf ewig im Gaki-do schmachten muss, so sagt es mir auch.
Andernfalls, werde ich eure ständige Anwesenheit nicht ertragen können und werde – wie es mir meine Ehre gebietet – versuchen müssen euch zu bannen. Ich könnte nicht mit dem Wissen leben, dass ihr anderen Menschen, wegen mir Leid zufügen werdet. Also was wollt ihr Koh und was sind die Folgen? Sagt es mir jetzt!“

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Re: Der Frühling 1127

Beitrag von Duncan am Di 01 Mai 2012, 16:20

Die Schwärze die seine Augen sind verengen sich zu schlitzen, der Mund zieht sich in einer gerade zu beleidigten Geste nach unten.

"Alle Kreaturen haben einen Zweck, ein Aufgabe, ein Wesen, Njan-san. Natürlich ist es in meinem besten Interesse, dass die Welt weiter existiert, an der fast alle Geister so sehr interessiert sind. Aber was wisst ihr schon, von ewigem Hunger und Bestimmung? Sagt mir lieber, wie es sich mit den Tieren verhält, die ihr tötet bloß zum Spaß und nicht einmal aufesst? Sagt mir wie verhält es sich mit den Menschen, die durch eure Klinge sterben, weil sie nicht für euch sind?
Ihr seid eingebildet wenn ihr glaubt, nur weil ihr euer Töten akzeptiert hättet, wäret ihr im Recht. Jeder tut das, was er tun muss. Ihr tötet Mensch und Tier - ich töte Mensch und Tier. Wir sind uns in dieser Hinsicht absolut gleich. Nur tun wir es mit vielleicht unterschiedlichen Gründen."

Endlich scheinen sich seine Mundwinkel langsam nach oben zu verziehen.

"Und überhaupt: habt ihr jemals von einem Geist gehört der nicht in...'Schnörkel' wie ihr das nennt, spricht? Ich glaube nicht. Aber ich versuche dennoch eure Fragen so gut ich kann zu beantworten..."

Das Gesicht ist inzwischen immer weiter in die Schatten gesunken, so das gerade noch so ein wenig von Mund und Kinn aus zu machen ist. Leise flüstert Koh seine Antworten:

"Ihr könnt eure Seele nicht einfach verpfänden - ich bin kein Oni. Ich müsste sie mir nehmen und Gelegenheiten waren bisher genügend da.
Ob ihr anderen Leid bringen werdet. Sicher. Das ist eure Aufgabe.
Dass ihr euch selbst verderrbt: Möglich, doch das hängt von euch ab.
Wenn ihr sterbt, weiß ich nicht wo ihr hinkommen werdet. Das ist an anderen zu entscheiden.
Wenn ihr mich bannen wollt, werdet ihr mehr brauchen als ein Schwert.
Zudem wisst ihr doch bereits dass anderen wegen euch Leid zugefügt wurde. Und es wird wieder geschehen. Vielleicht werde auch ich es tun.
Was ihr mir glaubt oder nicht ist mir einerlei. Ich bin letztendlich einfach nur Neugierig. Aber um euch vielleicht doch ein wenig zu erleuchten...hier."

Zwischen den dunklen Konturen des Körpers schimmert plötzlich ein kleines Licht hervor, das wie eine Schneeflocke durch den Raum schwebt.
"Ich habe mich ein wenig für euer Unglück umgehört in der Geisterwelt und diese Geschenk von einem Luftkami bekommen. Es könnte euch von großem nutzen sein."
Ein zweites Lichtlein erscheint - schwebt in den Raum hinter dem ersten her.
Kohs Stimme wird fast etwas bitter. "Und das."

Die erste Flocke fliegt hinab in die Teetasse und schmilzt sofort zu einem kleinen, hellen Wässerchen. Njans Augen werden von dieser Flüßigkeit angezogen. Ein Lichtblitz - und plötzlich schwebt er irgendwo über einer Stadt.

Es dauert eine Weile, bis er erkennt, dass es sich um Shiro Otaku handelt. Er kann weder Hände noch, Körper von sich sehen, ist selbst nur eine Briese die nun herab steigt und zwischen den Gebäuden umher schwimmt. Immer wieder lugt er in das ein oder andere Fenster hinein, sieht Familien, Verbrecher, Liebespaare. Doch an einem Fenster bleibt er hängen, natürlich dennoch immer in Bewegung. Die Stimme der Frau im Raum scheint seine Aufmerksamkeit gefesselt zu haben, denn ein roter Schimmer umgibt ihren bloßen Leib, der auf einem Mann sitzt. Doch das eigentliche Liebesspiel scheint aus zu bleiben stattdessen scheinen sie zu streiten.
Entsetzt erkennt Njan Otaku Kiku und ihren zukünftigen Gatten. Doch das Tanto, dass sie hinter ihrem Rücken versteckt hat verheißt nichts gutes. Njan spürt vielmehr die Vibrationen, als dass er die Stimmen hört, dennoch kann er sie dumpf verstehen.
Sie lacht. "...du? Ein ganzer Mann?"
"Wie kannst du es wagen mich so zu beleidigen? Ich werde dich..."
"Was...du Knabe? Was wirst du?"
Sie stoßt das Messer tief in sein Herz, mit einem mörderischen Lächeln auf den Lippen. Der Luftgeist der Njan ist, entflieht in die Nacht hinaus...


Njan schreckt hoch, der Körper Kohs immer noch im Schatten, jetzt immer mehr mit den Konturen Daisukes. Noch einmal lächelt er, fast traurig, dann wird Njans Blick wieder in die Tasse unter sich gelenkt, an die er scheinbar in Trance heran getreten ist, ohne es zu merken.
Wieder erhellt ein Lichtblitz den Raum...
und er findet sich auf einem schwarzem rokuganischem Pony wieder. Es rast durch die Nacht, er hat zarte Hände die die Zügel fest anziehen, lange Beine die gegen die Flanken des Pferdes donnern. Es ist kein Reitsstil des Einhorns. Immer wieder wandern die Augen zum Horizont "...es bleibt noch Zeit...es bleibt noch Zeit...."
Dann endlich erblickt die Reiterin etwas - vor sich ein weiteres berittenes Pferd. Erleichterung. Und noch einmal Ansporn.
"Gleich ist es geschafft. Nur noch ein Stück."
Endlich erreicht die Reiterin ihr Ziel. In Rufweite pfeift sie laut um auf sich aufmerksam zu machen.
"Hey - Ihr - Samurai-ko! Ich habe eine wichtige Botschaft!"
Das vordere Pferd verlangsamt sich, und wendet, die angesprochene lässt eine Hand zum Katana gleiten. Sie erreichen sich.
Njan spürt Vorfreude und eine gewisse Erregung durch sich fahren.
"Seid ihr die Herrin Shinjo Yu-Pan-sama?"
Die Verfolgte reißt sich den Schal vom Gesicht und nickt. Schmerzlich erkennt Njan das Gesicht seiner verstorbenen Schwester wieder.
"Ich habe eine Nachricht für euch. Sie ist wichtig." Ein Brief wird weitergereicht. Unversiegelt.
Seine Schwester ließt, ihre Augen werden groß - die Erregung der Botin größer.
"Von wem...?"
"Verzeiht Herrin, das weiß ich nicht." Eine Lüge. Innerliches Lachen. "Man sagte mir nur, dass die Zeit knapp ist."
Yu-Pan blickt noch einen Augenblick auf den Horizont und trifft ihre Entscheidung. "Ich kann das nicht zulassen. Diese Narren!"
Sie prescht in die Gegenrichtung davon, zurück nach Kaeru Toshi.
Die Botin lacht erfreut.

Njan findet sich über dem Tisch zusammengesunken wieder. Daisukes Hand liegt auf seinem Kopf. "Herr, Herr so wacht doch bitte auf. Was ist geschehen?"

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Re: Der Frühling 1127

Beitrag von Elias am Mo 07 Mai 2012, 15:34

Ich blicke Daisuke mit heruntergezogenen Mundwinkeln an. Verflucht soll Koh sein, ich wollte diese Dinge nicht sehen und doch kann ich sie nicht einfach so ignorieren, wie ich gerne wollte….Ich muss mit irgendjemandem darüber reden. Doch das Blut derjenigen mit der ich stets reden konnte, klebt an meinen Händen. Aikiko? Sie ist so ein zartes Geschöpf…Ich will sie nicht zerbrechen und das würden mein Worte tun. Ich will ihre Sorgen tragen, aber die meinigen soll sie nicht spüren, so sehr ich mich auch danach sehnen möchte – Nein das kann ich nicht tun. Das wäre, als würde ich eine Lilie mit Gift überschütten.
„Meine lächerliche Welt ist ein Stück weiter vor die Hunde gegangen, Daisuke, das ist geschehen!“ Ich richte mich auf, wobei ich den Jungen sanft beiseiteschiebe: „Du bist ein guter Junge Daisuke und mir ein unschätzbarer Diener.“ Ich lächle halbherzig und müde: „Geh jetzt schlafen, ich werde dasselbe zu tun versuchen.“
Ich wasche mir das Gesicht und lasse mich – nachdem ich mich umgezogen habe – auf mein Lager sinken. In der Hoffnung auf Schlaf – zumindest ein wenig davon – starre ich an die Decke und zugleich ist mir klar, dass ich in dieser Nacht kaum welchen finden werde. Eine Verräterin und ein Geist – Nein zwei davon…oder nur der Nachklang des einen? Ist der Hurengeist auch hier oder ist es nur sein Einfluss, der sich in die Maske fraß? Ich blicke an die Decke und mache mir Minuten zu Stunden…

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Re: Der Frühling 1127

Beitrag von Duncan am Mo 14 Mai 2012, 12:34

...Es lässt sich kaum Schlaf finden, in dieser Nacht. Von unruhigen Träumen geplagt, wirft sich der Samurai hin und her.
Das Duell, sein Bruder, Aikiko, Daisuke, Yu-Pan, Kiku. Die Geisterwelt greift nach seinem Saum und zieht ihn zu sich hinab, auf das Loch zu, dass Seelen in sich hinein saugt. Die Welt um ihn herum verschwimmt und zittert, reißt. Dann eine Hand die nach seiner greift, ihn mit der Kraft die er selbst nicht mehr hat hinaus zieht. "Du bist noch nicht fertig, Njan."
Der Junge richtet sich auf und Blickt in das Gesicht seines Retters. Es ist Koh.


Die Sonne ist kaum am Himmel, da schreckt Njan schon aus dem Schlaf hoch. Nein, an Ruhe und Frieden ist nicht zu denken. Schon gar nicht nach solch einem Traum. Das Schloß selbst liegt noch in leichtem Schlummer, nur Wachen wandern leise die Gänge entlang. Njan zieht sich an und geht spazieren, in der Hoffnung, dass sein Kopf geklärt wird. Langsam erwacht dass Schloß und schon beginnen die Pflichten. Njan wird zu seinem Vater zitiert.
Ruas scheint eben so unausgeschlafen zu sein wie er und fragt Njan erneut ob er irgendetwas über den Verbleib seiner Geschwister weiß. Wieder verneint der Samurai. Ruas schüttelt den Kopf.

"Überall verschwinden Samurai, mein Sohn. Deine Geschwister, Moto Muho-san, Ide Kia-san, Otaku Kiku-san...Fast als ob sie der Erdboden verschluckt. Geh nun, bereite dich vor. Zur Mittagsstunde gibt es noch eine Besprechung mit dem Kahn im großen Saal. Du wirst auch kommen. Dann, reiten wir in die Schlacht."
Er entlässt seinen Sohn. Der Morgen hat gerade erst begonnen. Es ist noch viel Zeit bis zur Mittagsstunde...

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Re: Der Frühling 1127

Beitrag von Elias am Di 15 Mai 2012, 02:02

Spoiler:
*Ok…Eigentlich könntest du gleich weitermachen. Ich habe nichts mehr Dringendes zu tun. Schreib jetzt mal nen Lückenfüller.*

Ich durchwandere die Stadt mit einem düsteren Schimmer auf meinen Zügen. Ich summe ein Lied, das ich aus Kindertagen kenne, es spricht vom Krieg, vom Donnern der Hufe der Stufe auf der Steppe. Warum schere ich mich um die Welt? Ich schulde Otaku Kiku nichts – ein flüchtiger Liebesschimmer, der wohl bereits damals kaum mehr war als der verräterische Hauch eines Hurengeistes - ebenso wenig wie ich diesem Ungeziefergeist etwas schulde. Ich will meine verfluchte Ruhe und nicht mehr. Ich will diesen Schmutz aus meinem Leben sprengen. Doch wie…Kein Mensch, mit dem ich reden kann – Wer geht daran nicht zu Grunde? Bah…Welch ein unsäglicher Pfuhl! Das Blut zweier klebt an meiner Klinge, wenn noch mehr verschwinden – Es ist Krieg und im Kriege verschwinden Menschen und sind nie mehr gesehen - Und es hat mich kaum überrascht, die Botschaft von Kiku zu hören. Meine Miene ist so bitter, dass einige Passanten erschrocken vor mir zurückweichen. An manchen Tagen wünsch ich mir, ich wär ein ziehender Gaukler – Einer, der sich nicht um Ehre scheren muss, dessen einzige Not ist, dass er genügend zu beißen hat, einer der an nichts und niemand gebunden ist…


Ich merke wie mich meine Schritte unbewusst in den Tempel geführt haben, den ich seit meiner Kindheit kenne, den, in dem ich vor wenigen Tagen meine Ehe schloss. Ich blicke mich um und schüttle nur müde den Kopf, als ein Mönch mich fragt ob, er etwas für mich tun könne: „Habt dank.“ Ich wende mich ab, verlasse den Tempel – unverrichteter Dinge und ohne auch nur ein Stoßgebet. Meine Schritte führen mich durch die Straßen der Stadt, wobei ich stets einen weiten Bogen um die Orte machen, an denen sich Aikiko aufhalten könnte…Ich könnte es jetzt nicht ertragen: Diese Blicke, diese Fragen. Überhaupt versuche ich jedem Kontakt mit Menschen tunlichst aus dem Weg zu gehen. Wann immer ich einen sehe, der aussieht, als suche er ein Gespräch – Einfacher oder Samurai – eile ich von dannen. Schließlich mache ich mich auf um der mittäglichen Audienz beizuwohnen.

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Re: Der Frühling 1127

Beitrag von Duncan am Do 17 Mai 2012, 14:55

Clan Champion Shinjo Yokatsu, Meister der vier Winde sitzt
bereits auf seinem Thron, als Njan eintrifft. Noch erfüllt unbeschwertes
Murmeln den Saal. Zu Yokatsus Rechten sitzt Shinjo Ruas, zu seiner linken Otaku
Kamoko. Weitere hohe Generäle und Offiziere sind anwesend und Njan gesellt sich
zu ihnen, in der Nähe seines Vaters. Kurz darauf beginnt die Besprechung.

Der Löwe wurde zeitweise an den Fronten des Einhorns vertrieben und hat sich
zurück gezogen, hatte jedoch Zeit sich im Winter neu zu Formieren und
Verstärkung zu bekommen. Somit wird man sich auf den Gegenschlag gefasst machen
müssen. Ruas und Yokatsu sind sich einig, dass Daimyo Moto Terumori die
Verteidigung der Eroberungen anführen soll, während Daimyo Otaku Kamoko im
Landesinneren zurück bleibt um Verstärkung zu bieten und für Ruhe und Ordnung
während des Kriegszugs zu sorgen.


Khan Yokatsu wird mit Daimyo Shinjo Ruas nach Nanashi Mura
in die Drachenlande reiten, um über ein Bündnis mit Roninführer Toturi zu reden
und zugleich eventuelle Möglichkeiten für Angriffe auf die Löwen von den
Flanken her zu besprechen.


Inzwischen sind bereits mehrere Stunden der Diskussion
vergangen, als Ruas mit der schockierendsten Nachricht herausrückt.


„Nun, da der Hauptteil der Armee zugeteilt ist, bleiben uns
noch ein paar Einheiten, die selbstverständlich ebenfalls am Kriegszug
teilnehmen müssen. Vor zwei Tagen erreichte uns die Nachricht, dass eine der
ältesten und schönsten Städte des Reiches, Kyuden Kakita unter einem Angriff
der verräterischen Krabben gefallen ist. Viele unserer verbündeten
Kranichbrüder mussten bei der Erstürmung sterben und der Kranich wird nun an
allen Fronten bedroht. Der Mann, der für diese Tat verantwortlich gemacht wird,
ist General Hida Sukune. Sein Kopf muss den Kranichen gebracht werden. Darum
entsenden wir mit Zustimmung des ehrenwerten Khans, dass Chui Shinjo Yasamura
drei Kompanien unterstellt bekommt, mit denen er in die Länder des Kranichs
reiten wird um dort die Krabbe – und wenn nötig auch den Löwen zu bekämpfen. An
seiner Seite werden Gunso Shinjo Aori-san, Gunso Moto Katsu-san und Gunso Shinjo
Njan-san kämpfen. Jeder Gunso bekommt das Kommando über 200 Mann, nur
Kavallerie. Kämpft ehrenhaft und bringt Clanchampion Doji Hoturi den Kopf von
Hida Sukune.“





Njan fährt ein Schauder über den Rücken. Er wurde befördert.
Trotz seiner Fehler in der Vergangenheit und den Teils katastrophalen Kämpfen
an denen er Teil genommen hat, wird ihm nun die Verantwortung für 200 Leben
überstellt. Es werden noch ein paar Einzelheiten geklärt, dann wird die Sitzung
beendet und die Offiziere werden angewiesen ihre Untergebenen zu einer
Besprechung zusammen zu ziehen. Bei Morgengrauen, werden die Soldaten
ausrücken.


In der allgemeinen Unruhe des Raumes und den Männern und
Frauen die den Saal verlassen, sieht Njan eine Möglichkeit seinen Vater zu
sprechen, oder gleich zu seinem Chui zu gehen um an der Besprechung teil zu
nehmen.

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Re: Der Frühling 1127

Beitrag von Elias am Do 17 Mai 2012, 15:34

Hastig gehe ich zu meinem Vater: „Noch auf ein Wort, Vater.“ Er hebt fragend die Augenbrauen. „Mein Sohn?“ – „Ich frage mich seit heute Morgen – Nun ihr spracht davon, dass auch Otaku-Kiku verschwunden sei? Hat man eine Ahnung, was geschehen sein könnte? Ihr versteht, ich bin eine Weile mit ihr geritten…“ Während ich ihn frage, flimmern Bilder über mein Inneres Auge…Kiku und ihr Zukünftiger…Sollte ich nicht vielleicht doch erzählen was geschah? Zumindest Teile dieser ganzen Sache, ich richte unter Umständen mehr Schaden an als ich vermeide, indem ich alles verschweige. Wie viel ist unter diesen Umständen ein Versprechen wert?

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Re: Der Frühling 1127

Beitrag von Duncan am Di 29 Mai 2012, 16:46

Sein Vater verschränkt die Arme unter den weiten Ärmeln seines Kimonos und blickt sorgenvoll zu Boden, während er zum hinteren Teil der Halle schreitet, wo es stiller ist.
"Iye mein Sohn. Sowohl von Otaku Kiku als auch von deinen Geschwistern habe ich bisher keine Neuigkeiten bekommen. Wir müssen damit rechnen, dass sich Spione oder gar Assassinen unter uns befinden, die gezielt jagd nach jungen Samurai machen. Doch vielleicht sind sie auch nur irgendwie aufgehalten worden. Deine Mutter wird sich nun der Aufgabe annehmen, sie zu finden. Mithilfe der Luftkami werden wir sicher schon bald etwas neues wissen. Wir müssen derweil an die Front und können nur hoffen, dass es ihnen gut geht."
Er streicht sich nervös über den langen Kinnbart und schnauft laut aus. So aufgelöst, hat Njan seinen Vater noch nie gesehen.
Er bleibt stehen und fasst seinen Sohn an den Schultern, sieht ihm direkt in die Augen.
"Du hast eine wichtige Aufgabe bekommen, Sohn. An der Front wirst du wahrscheinlich nicht mit Attentätern zu rechnen haben, da ihr zu mobil seid um effektiv verfolgt werden zu können. Doch sei auf der hut und melde mir, sobald du etwas merkwürdiges siehst. Ich habe hart für diese Beförderung gekämpf. Mach mich stolz. Und komm wieder in einem Stück zu mir zurück, hast du verstanden?"

Njan wagt es kaum zu fassen, doch er meint dass die Augen seines Vaters ein wenig feucht werden.

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Re: Der Frühling 1127

Beitrag von Elias am Mi 30 Mai 2012, 02:11

Ich beiße die Zähne zusammen. Es gibt Zeiten, in denen die Notwendigkeit schwer wiegt, schwerer selbst, als das Versprechen eines Samurai. Ich blicke ihn an: „Vater, ich muss euch etwas sagen. Etwas, dass ich nur so lange verschwieg, weil mich ein Versprechen band, ein Versprechen an Otaku Kiku.“

Er blickt mich an, fragend, mit eingefallenen Zügen: „Was? Was hast du zu sagen?“ Ich hole noch einmal tief Luft: „In der Zeit im Dorf, es ist etwas geschehen, dass unglaublich klingt. Doch es ist wahr, ich schwöre es: Wir mussten das Gaki-do betreten um einen Weg zum Schließen der Tore zu finden. Ein Diener Emma-Os, half uns dabei. Wir durchquerten einen Teil des Reiches um Antwort von einem Geist zu erhalten. Um vor diesen Geist zu treten, brauchten wir eine Maske um unsere Gesichter zu verbergen. Diese Maske war in Besitz von Lady Tsumi, eines widerwärtigen Geistes der Sünden. Uns gelang es die Maske zu erbeuten und dem anderen Geist die Antwort zu entlocken. Kiku behielt das Ding als Trophäe … Nachdem wir wieder hier waren benahm sie sich zunehmend seltsam, ganz anders als zuvor. Verführte Männer und bewegte sich sicher am Hof, obwohl sie zuvor stets sehr zurückhaltend war. Ich befürchte…Ich befürchte sie steht unter dem Einfluss dieses Geistes Vater. Sie trug die Maske, als sie fortritt. Letzte Nacht…letzte Nacht träumte mir, sie hätte ihren Verlobten erstochen, sie war voller Boshaftigkeit. Wir müssen sie finden, ansonsten verbreitet Lady Tsumi ihren Einfluss.“ Ich blicke ihn fast flehend an, hoffend, dass er diese Geschichte - die sich selbst für mich lächerlich und fantastisch anhört - glauben kann.

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Re: Der Frühling 1127

Beitrag von Duncan am Mi 30 Mai 2012, 20:03

Ruas Blick wird fragend, ungläubig.
Dennoch fragt er: "Sohn, bist du dir da absolut sicher mit dem was du sagst?"
Njan nickt fest.
"Dann bist du dir auch darüber im Klaren, dass du dich vor mir verantworten musst, wenn du zurück kehrst für deinen falschen Bericht?"
Njan blickt bestürzt zu Boden. "Hai, Vater."
"Hatte dein Bruder Kontakt mit der Geisterwelt?"
"Iye, Vater."
"Weißt du wo Kiku sein könnte?"

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Re: Der Frühling 1127

Beitrag von Elias am So 03 Jun 2012, 00:30

Ich brauche einen kurzen Moment um mich an den „Traum“ zurückzuerinnern. „Ich denke…In meinem Traum sah ich sie in Shiro Otaku! Ich weiß nicht wann sie ihren Verlobten tötete. Ich weiß ja nicht einmal, ob dies nicht nur einfach ein Traum war, aber es schien mir alles so real…“

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Re: Der Frühling 1127

Beitrag von Duncan am Di 12 Jun 2012, 12:34

Ruas schüttelt den Kopf, scheinbar die ganze Last der letzten Tage auf den Schultern.
"Beeil dich jetzt. Deine Männer warten. Du wirst dich ihnen vorstellen wollen. Du musst ihnen zeigen dass du fähig bist sie zu führen, das wird ihren Mut und ihr Vertrauen in dich stärken. Ich werde mich so lange ich noch kann um diese Angelegenheit kümmern. Deine Mutter wird dann diese Pflichten übernehmen. Geh nun."
Sein Vater wendet sich zu seinem Privatgemächern...

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Re: Der Frühling 1127

Beitrag von Elias am Di 12 Jun 2012, 19:09

Spoiler:
Sollte ich nicht erst zu der Besprechung mit dem Chui?

Ich mache mich schnellen Schrittes auf den Weg zur Besprechung mit den anderen Gunso und dem Chui. Ich eile durch die Halle und stehe bald vor der Türe des Besprechungsraumes. Schnell straffe ich mich, streiche meine Kleidung glatt, setze eine gefasste und selbstbewusste Mine auf und trete in den Raum, in dem bereits die anderen Führer des Heerzuges versammelt sind und sich zu mir umwenden. Ich verbeuge mich: „Chui Shinjo Yasamura-sama, verehrte Clansbrüder, verzeiht die Verspätung. Ich musste noch einige Worte mit Shinjo-Ruas-sama wechseln.“

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Re: Der Frühling 1127

Beitrag von Duncan am Sa 23 Jun 2012, 12:28

Die Männer im Raum sitzen schon auf ihren Kissen und blicken sich nach dem Nachzügler um. Chui Yasamura lächelt freundlich. Er ist selbst ein junger Mann, nur ein wenig älter als Njan mit einem dünnen Schnauzer, kleinem Spitzbart und langen Haaren, zu einem Samuraiknoten im gebunden und rasierter Stirn. Als jüngster Sohn des Khans hat er bereits im Krieg gedient und hat die Shinjo Schule nur zwei Jahre vor Njan abgeschlossen.
"Wir haben noch nicht angefangen, Njan-san. Wir hielten es für angebracht auf euch zu warten. Bitte setzt euch zu uns."

Mit einem kurzen Wink gibt er einem Diener dem Befehl, Tee zu servieren.
"Nun können wir beginnen. Meine ehrenwerten Gunso', unsere Aufgabe ist es dem Kranich zur Seite zur eilen. Dafür habe ich die Hilfe dreier ausgezeichneter Offiziere bekommen. Mit eurer Hilfe werden wir die Krabbe zermalmen.
Moto Katsu-san, eure schweren Moto-Bushi werden mit Yari und Gaijin-Säbel den Feind niederreiten. Meine Shinjo Brüder: Ihr seid beide bewährt im Kampf mit Bogen und Schwert. Ich brauche eine Einheit die den Feind mit Pfeilen spickt und eine Einheit die schnell den Feind umreiten und in den Rücken fallen kann. Njan-san, ihr habt etwas mehr Felderfahrung. Ihr habt den Feind im Nahkampf und im Fernkampf erlebt, sowie einen bitteren Sieg gegen einen übermächtigen Feind gehabt. Ihr habt das Vorrecht euch für eine Schlachtposition zu entscheiden. Auf welcher Position wollt ihr den Clan stolz machen?"

Yasamura nickt ihm anerkennend zu.

Spoiler:
SL: die Entscheidung die du triffst, wird vorraussichtlich für einige Zeit bleiben. Du wirst in egal welcher Position Befehlsgewalt über deine Männer haben. Beide Positionen sind ehrenvoll, auch wenn Nahkampf mehr bringt - aber eben gefährlicher ist. Beide Positionen sind notwendig für den Kampf und du kannst auch deinen Bogen benutzen, während du bei den Nahkämpfern bist (die dürfen auch Bogen benutzen, bevor sie in den Nahkampf stürmen!).
Ein Bild von Yasamura findest du hier.

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Re: Der Frühling 1127

Beitrag von Elias am Sa 23 Jun 2012, 14:52

Ich streiche mir durch den Bart und nehme mir einen Moment Zeit zu überlegen. Der Nahkampf würde mehr Verluste in meinen Reihen bedeuten, ich könnte erneut eine Niederlage einfahren, obgleich die Niederlage in meiner vergangenen Schlacht immer noch so gut wie unumgänglich war…Nun eine Niederlage war es nicht…nicht direkt. Doch ich habe die ganze Schlacht mein Katana nicht angerührt. Mut und Ruhm Shinjo Njan, zu vergessen was um dich herum geschieht und vor allem was geschehen ist, den Feind zu zerschmettern und für den Frieden zu töten – letzteres ist stets ein seltsamer Gedanke. Ich nehme noch einen Schluck Tee, dann antworte ich: „Ihr ehrt mich, Yasamura-sama: Ich werde ihnen in den Rücken fallen. Das Donnern der Hufe wird von ihrem Untergangs künden.“

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Re: Der Frühling 1127

Beitrag von Duncan am Sa 23 Jun 2012, 16:20

"So sei es! Shinjo Aori-san, ihr werdet die feindlichen Linien auflockern für die Stampide. Eure Unerreichbarkeit soll sie in Verzweiflung stürzen."

Auch Yasamura nimmt jetzt von seinem Tee. Er breitet eine Karte aus und erklärt, welchen Weg sie nehmen werden. "Vorbei am Shinomen-Wald, durch die ehemaligen Lande des Skorpions - die Kaiserlichen Truppen die das Gebiet besetzt halten meidend - über den Beiden Pass an die Grenzen von Löwe und Kranich. Kyuden Kakita befindet sich hier, am Rande eines Waldes, nicht unweit von der Kaiserstadt Otosan-Uchi. Beritten brauchen wir etwa knapp zwei Wochen. Wir versuchen dort Truppen des Kranichs ausfindig zu machen um uns zu versorgen. Kyuden Daidoji wäre wahrscheinlich am besten. Wir haben keinen Platz für Diener und werden bei den Pferden schlafen. Zählt eure Pfeile gut und achtet darauf, dass nichts verschwendet wird. Wir können uns keine Verschwendung leisten! Wir bekommen vorraussichtlich nur ein paar berittene Shugenja Ihr Überleben kann über unser aller Überleben entscheiden."

Yasamura leert seinen Becher in einem Zug. "Gibt es noch Fragen?"

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Re: Der Frühling 1127

Beitrag von Elias am Sa 23 Jun 2012, 17:01

Ich ziehe die Stirn in Falten: „Ist mit Waldmördern oder Ähnlichem zu rechnen? Dieses ehrlose Gesocks ist mir in letzter Zeit zu häufig über den Weg gelaufen. Sie können dir aus dem Unterholz gefährlich in die Flanke fallen. Und wissen wir bereits, zumindest ungefähr, um die Truppenstärke der Krabbe?“

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Re: Der Frühling 1127

Beitrag von Duncan am Fr 06 Jul 2012, 12:44

"Banditen werden einer so großen Truppe wohl kaum auflauern. Selbst die Waldmörder sind nicht so dumm. Die, mit denen ihr es zu tun hattet, haben wohl nicht mit der Präsenz einer kleinen militärischen Einheit gerechnet, sonst hätten sie vielleicht nicht angegriffen.

Über die Truppenstärke der Krabbe wissen wir kaum etwas, nur einige Berichte der Kraniche. Es ist sehr wahrscheinlich, dass sie uns uns zahlenmäßig mehrfach überlegen sind und im Gegensatz zu uns, höhere Truppenvariation besitzen. Wir werden wahrscheinlich viele kurze Vorstöße wagen und uns dann zurück ziehen, möglichst ohne große Verluste. Zermürbungstaktik. Unsere Schnelligkeit, ist unsere Stärke.

Weitere Fragen?"

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