Träume von Blut und Stahl - Präludium

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Träume von Blut und Stahl - Präludium

Beitrag von Duncan am Sa 08 Dez 2012, 00:30



Der Mann auf der Bühne blickt starr auf die Menge vor sich.
Seine Hände zittern, der Schweiß steht ihm auf der Stirn, seine Lippen sind
trocken. Langsam öffnet er den Mund, die Augen feucht, der Atem stockend.
Endlich brechen die Worte aus seinem Hals hervor:


„Sein…oder nicht sein. Das ist hier die Frage.“ Seine Augen
wandern über die Menge die sich keinen Deut für das was er sagt interessieren.
Dieser Saal voller festlich geschmückter Banausen die sich lieber unterhalten
warum jener Earl nicht anwesend ist, oder jener Sir schlafend in seiner Loge
sitzt. Das Theater ist ein Narrenhaus. Die Gaslampen summen beständig vor der
Bühne, tauchen den Schauspieler in geisterhaftes Licht. Er setzt an, weiter zu
sprechen, seine Rolle weiter zu spielen, unabhängig davon wer zuhört und wer
nicht. Seine Worte gehen im Gelächter einer Dame unter die den Klatsch ihrer
Freundinnen kommentiert.


Der Saal ist zum bersten voll, die Logenplätze besetzt von
Damen und Herren der Oberklasse Englands, die Stehplätze unten vor der Bühne
gefüllt mit dem niederen Adel und mittelreichen Kaufmännern. Ein gigantischer
Kronleuchter leuchtet das Theater hell aus, nur die Gaslaternen am vorderen
Bühnenrand sind heller. Die Luft ist heiß, stickig, erfüllt mit dem Geplapper
der Zuschauer.


Nur zwei Damen, erreicht die bewegende Rede Hamlets. Mitten
im Tumult des Parketts, zwischen gackernden Kaufmannstöchtern, verstohlen
blickenden Soldaten auf Freigang und grölenden amerikanischen Reisenden stehen
sie, als einzige dem Schauspiel folgend. Eine Tochter und Ihre Mutter.


Das Haar der Mutter ist schon an den Schläfen ergraut, das
dunkelblaue Kleid mit Korsett welches ihr züchtig bis zum Halse geht, ist schon
etwas veraltet und mehrfach fachmännisch geflickt, so dass man es kaum sieht.
Ein silbernes Collier und filigrane silberne Ohrringe sind fast alles, was vom
alten Familienschmuck noch übrig ist. Ihr Gesicht mag alt sein, doch zwischen
den strengen Falten um ihre Mundwinkel und in den brennenden Augen lässt sich
noch etwas der alten Schönheit erkennen, die sie einst besessen haben muss.
Eine Strähne löst sich aus dem kunstvoll und streng nach oben gebundenem,
schwarzem Haar, als einer der Amerikaner sie versehentlich anstößt. Sie wirft
ihm einen kurzen, wütenden Blick zu, ihr Mund zieht sich zu einer dünnen Linie
zusammen wie er es immer tut wenn sie wütend ist. Eingeschüchtert, tippt der
Mann an seinen Hut und entschuldigt sich.


Dabei fällt sein Blick auf das junge Mädchen neben der
Mutter und sein Mund verzieht sich zu einem Lächeln. „Howdy, junges Fräulein,
wie heißen Sie?“ Der Griff der Mutter windet sich wie ein Schraubstock um den
Arm ihrer Tochter und noch bevor sie etwas sagen kann antwortet die Mutter für
ihr Kind: „Der Name meiner Tochter geht nur mich und die Gentlemen der hohen
Gesellschaft etwas an und nicht etwa ungehobelten Kerlen aus der Wildnis. Wenn
Sie uns jetzt bitte entschuldigen würden – wir versuchen das Stück zu sehen.“


Dem Blick ihrer Mutter, hält keiner stand, das weiß die
Tochter. Der Amerikaner buckelt, räuspert sich und fasst sich noch einmal an
den Hut. „Verzeihen Sie, Mam.“ Ihr Blick fällt warnend auf ihre Tochter und
wendet sich dann wieder dem fortlaufenden Schauspiel zu.


Auch die Tochter wendet sich wieder dem Schauspiel zu,
schicksalsergeben und enttäuscht. Der Amerikaner sah eigentlich ganz gut aus.
Sie trägt ein langes, graues Kleid das einst schwarz war. Ausgewaschener Brokat
und leicht vergilbte Rüschen. Die Stiefel sind streng geputzt und reichen bis
zu den in schwarzen Strumpfhosen steckenden Knien. Die wenigen Laufmaschen
unter Rock oder Leder verborgen. Auch an ihren Ohren hängen feine
Silberohrringe, eine kleine Kette um den von weißen Rüschen umschlungenen Hals.
Ihre Mutter hat es für sie herausgesucht. Ihr Blick beginnt im Raum umher zu
schweifen, die Anwesenden zu beobachten. Links von ihr, nicht weit: ein
reicher, dicker Kaufmann mit hohem Zylinder, Taschenuhr und Gehstock. Er raucht
eine Zigarre und sein Blick fällt missfällig auf den anderen Mann vor sich,
dessen Hände in einer bittenden Geste ausgestreckt sind. Irgendetwas an ihm
lässt sie frösteln. Weiter vorne: eine seltsame Frau mit einem komischen
Gesichtsausdruck und einem erschreckenden Lachen. Sie ist blass, die Augen
scheinen leicht zu schielen und die Haare sind zu zwei zotteligen, lockigen Zöpfen
gebunden. Trotzdem steht sie inmitten einer kleinen Gruppe von Damen und
bekommt mehr Aufmerksamkeit als die Tochter.


Da, auf dem Balkon einer Loge: ein junger Adliger taucht
hinter den schweren, roten Vorhängen auf. Seine Augen leuchten so grün, dass
man meint sie wären aus Smaragden gemacht. Das Licht des Kronleuchters muss
sich seltsam in seinen Augen brechen, sonst wäre so etwas kaum möglich. Sein
weißes Gesicht ist schrecklich jung, die Haare ordentlich zurück gekämmt.
Dennoch macht er einen weitaus älteren Eindruck als sein Äußeres vermuten
lässt. Er setzt sich hin und verschwindet aus ihrem Blickfeld.


Wieder schweift ihr Blick über die Menge, schnatternde Gänse
in schönen Kleidern, hechelnde Hunde in schmucken Anzügen. Doch da, zwischen
den Menschen: ein Gesicht! Die Augen blitzen einen Augenblick, sein Gesicht von
einem leichten Bart umrahmt. Sieht er sie an oder durch sie durch? Eine Dame
bewegt sich einen Schritt nach hinten, das Gesicht verschwindet und bleibt
verschwunden. Ein seltsames Gefühl von Déjà-vu überkommt die Tochter.


Das Stück geht zu Ende und Bedrückung erfasst das junge
Herz. Nun geht es sicher wieder zur Kutsche zurück und dann hinaus auf’s
Landhaus, in die Einsamkeit von Latewinter Forest. Als ob sie es beschworen
hätte, greift ihre Mutter nach ihrer Hand. „Komm Liebes, das Stück ist vorbei.“


Sie zieht sie zum Ausgang, drängt sich zwischen die Massen
hindurch die Teils selbst hinaus wollen, teils hier bleiben um Konversation zu
betreiben. Die Tochter macht sich schwer, versucht den Gang etwas zu verzögern
und hofft wie jedes Mal, wenn sie ins Theater gehen, dass jemand sie aus dieser
Langeweile erlösen möchte. Und heute Abend, schöpft sie erneut Hoffnung.


Sie bleiben abrupt stehen, die Menschen die nach draußen
wollen, wandern um sie herum zum Ausgang. Überrascht vom plötzlichen Halt sieht
die Tochter auf, in das Gesicht eines älteren Mannes, edlerer Herkunft mit dem
Zylinder zwischen den Fingern und einer goldenen Taschenuhr in der Weste.


„Mrs. Darkwood, wie schön sie hier zu treffen. Und gleich in
so charmanter Begleitung?“


Er verbeugt sich und zeigt dabei seine Platte die von
Schulterlangen, weißen Haaren umrandet ist. Der dichte, graue Schnauzer
übermahlt sein breites Lächeln. Ihr Blick wandert zu Mutter. Virginia Darkwood
ist scheinbar nicht sonderlich erfreut über das Zusammentreffen, kaschiert es
jedoch mit einem freudlosen Schmunzeln.


„Mr. Adler, was für eine schöne Überraschung. Es ist so
lange her. Leider müssen wir unsere Kutsche erwischen, aber wir sollten uns
definitiv einmal zum Tee zusammentun, nicht wahr? Guten Abend.“


Der alte Mann lässt sich jedoch nicht so einfach
abschütteln, macht einen Schritt zur Seite um erneut im Weg der beiden Damen zu
stehen und breitet entschuldigend die Hände aus. „Aber bitte, Madam! Ich hatte
noch gar nicht die Gelegenheit die Stimmer ihrer bezaubernden Begleiterin zu
hören. Für so viel Höflichkeit wird doch noch Zeit sein, nicht wahr?
Schließlich sind wir keine Wilden! Mit
wem habe ich denn hier das Vergnügen?“


Zuletzt von Duncan am Do 13 Dez 2012, 02:18 bearbeitet; insgesamt 2-mal bearbeitet

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Sag' mir, find ich nach dem trüben Erdenwallen einst dort drüben
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Werd' ich sie dort einst umarmen, meine Leonore?" - "Nimmer", Krächzte da der Rabe. "Nimmer!"

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Re: Träume von Blut und Stahl - Präludium

Beitrag von Duncan am Sa 08 Dez 2012, 01:07

Die Tochter wird rot, allerdings nicht vor Verlegenheit, sondern vor Aufregung. Die höfliche Frage eines Bekannten kann ihre Mutter nicht einfach abweisen, ohne sich selbst unschicklich zu verhalten. Der Rock bauscht sich, als das junge Mädchen in einem anmutigen Knicks versinkt. „Mein Name ist Emilia Darkwood, Sir“, antwortet sie, wobei ihre Stimme kaum merklich zittert. Dieser fremde Mann mit der fesselnden Ausstrahlung interessiert sie unheimlich, sein unerwartetes Auftauchen ebenso wie die Tatsache, dass ihre Mutter ihn zu kennen scheint.


Zuletzt von Duncan am Sa 08 Dez 2012, 01:09 bearbeitet; insgesamt 2-mal bearbeitet

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Re: Träume von Blut und Stahl - Präludium

Beitrag von Duncan am Sa 08 Dez 2012, 01:08

Der ältere Herr zieht den Zylinder an die Brust und macht eine elegante Verbeugung, die den meisten Männern in seinem Alter eigentlich nicht mehr so geschmeidig gelingen dürfte. „Ms. Darkwood, es ist mir eine Ehre. Dr. Howard P. Adler. Kurator und Staatsdiener. Amtlicher Notar und Vertreter von Primogen Sir E. P. Arthur Loyd. Was für eine ausgesprochene Freude sie endlich persönlich kennen zu lernen.“
Emilia spürt wie sich die Hand ihrer Mutter an ihrem Arm schmerzhaft zusammenzieht.
„Mr. Alder bitte verzeihen sie, aber wir haben es wirklich extrem eilig. Ich…“ ihre Mutter bricht unter einem heftigen Hustenanfall ab. Adler blickt ehrlich besorgt drein.
„Madam, ist alles in Ordnung? Soll ich einen Arzt rufen, wenn sie nur kurz…“
„Nein!“, keucht Mrs. Darkwood zwischen zwei heftigen Hustern. „Es ist nur eine kleine Erkältung.“
Endlich scheint sie sich wieder gefangen zu haben. Zweifelnd blickt Adler sie an. „Verzeihen sie bitte vielmals, ich bin kein Arzt aber das hörte sich doch stark nach einer entzündeten Lunge an, Madam. Vielleicht wäre es das Beste sie…“
„Nein, danke Dr. Adler. Ich habe bereits entsprechende Vorkehrungen getroffen. Wir müssen jetzt wirklich!“
„Sehr wohl, Madam, ich verstehe. Wenn sie vielleicht nur noch so nett wären uns über die Einführung in die Gesellschaft für ihre Tochter zu informieren? Seine Eminenz ist schon sehr erpicht darauf die kleine Ms. Darkwood endlich persönlich kennen zu lernen.“
Für einen Moment glaubt Emilia so etwas wie „Nur über meine Leiche“ von ihrer Mutter zu hören, doch so ordinär hat sie sie noch nie sprechen hören. Adler scheint es als ein räuspern ab zu tun denn er reagiert nicht.
„Das verstehe ich natürlich vollkommen. Aber bitte sagen sie seiner Eminenz dass dies voraussichtlich nicht mehr geschehen wird, da meine Tochter in Kürze heiraten wird.“
„WAS?“ nicht nur Adler klappt die Kinnlade herunter. Schnell fangen sich beide wieder.
„Oh, na wenn das so ist…wer ist denn der Glückliche?“ stammelt Adler offensichtlich entrüstet und dreht nervös seinen Zylinder in der Hand.
„Eine Überraschung, Mr. Adler.“ Antwortet Virginia und zieht ihre fassungslose Tochter an dem Kurator vorbei nach draußen. „Eine Überraschung.“ Emilia ist so von dieser Nachricht schockiert dass sie keine Gegenwehr leistet, als ihre Mutter sie in die Kutsche zerrt und dem Kutscher Befehl gibt sie nach Hause zu bringen. Erst nach einer ganzen Weile bekommt die Tochter ihre Fassung wieder.
Virginia blickt sie einen Augenblick missmutig an und sagt: „Klapp endlich den Mund zu, Mädchen! Du siehst lächerlich aus!“

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Re: Träume von Blut und Stahl - Präludium

Beitrag von Duncan am Sa 08 Dez 2012, 01:08

Emilia sucht nach einer Erwiderung, die weder nach einem jammernden kleinen Mädchen klingt noch ihre Mutter vollends zur Weißglut treibt, doch der Versuch glückt nicht besonders: „Warum hast du mir davon noch nichts gesagt?“ Und dann, als ihr aufgeht, dass eine Antwort auf diese Frage ihr nicht weiterhilft, fragt sie sehr leise, weil sie Angst vor der Antwort hat: „Wer ist es denn?“ Sie traut sich kaum, Virginia in die Augen zu sehen; das Selbstbewusstsein, das ihr sonst nie fehlt, löst sich ihrer Mutter gegenüber auf wie Tinte in einem See.

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Re: Träume von Blut und Stahl - Präludium

Beitrag von Duncan am Sa 08 Dez 2012, 01:08

Virginia weicht ihrem Blick aus, beruhigt aber dennoch ein wenig die Nerven ihrer Tochter. „Das steht noch nicht fest. Ich musste lediglich Sir Adler von seinem aufdringlichen Vorhaben abbringen, meine Liebe. Nichtsdestotrotz bin ich jetzt im Zugzwang. Ich werde mir etwas überlegen und jetzt genug von diesem Thema.“
Emilia runzelt die Stirn und fragt sich, was wohl so schlimm an diesem Sir Adler ist, dass sie deshalb nun Heiratsaussichten am Hals hat, traut sich aber nicht, die Handlungen ihrer Mutter so direkt in Frage zu stellen. Trotzdem hören ihre Gedanken nicht auf, um den mysteriösen Sir zu kreisen, und nach einer Weile öffnet sie wieder den Mund: "Ist Sir Adler..." Ein früherer Verehrer von dir, schießt es ihr durch den Kopf, doch natürlich kann sie das nicht aussprechen. "...ein alter Bekannter?", schließt sie möglichst harmlos.
Unberührt starrt ihre Mutter aus dem Fenster. „Er ist ein Bekannter eines Bekannten.“
Die Tochter lässt nicht locker. "Woher kennst du ihn dann? Es ist lange her, oder?"
„Ja…es ist schon einige Zeit her. Wir lernten uns über…ich kenne ihn nur als Sir Loyds Vertreter. Das ist alles.“
Mehr ist nicht aus der Mutter herauszubekommen. Langsam hat Emilia genug. Es ist weniger Mut, als sie gedacht hätte, den sie zusammennehmen muss um ihre Mutter anzufahren: „Das ist nicht alles! Da ist noch eine ganze Menge mehr, die du mir nur nicht sagen willst, und ich weiß noch nicht einmal warum! Ich bin doch kein Kind mehr!“ Dieser Ausbruch überrascht sie selbst, sie hat mit ihrer Mutter noch nie derartig gesprochen.

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Re: Träume von Blut und Stahl - Präludium

Beitrag von Duncan am Sa 08 Dez 2012, 01:08

Virginia Darkwood reißt kurz überrascht die Augen auf, fängt sich aber sogleich wieder. Sie hat noch nie gerne über die Vergangenheit geredet, auch nicht über Verwandtschaft oder Freunde. Emilia weiß lediglich dass viele Verwandte tot sind, einschließlich ihres Vaters.
Draußen vor der Kutsche ziehen nun die Suburbs vorbei, das Zentrum der schwarz verrauchten Stadt liegt weit hinter ihnen und die Straßenbeleuchtung wird schlechter. Tommys pattroulieren zwischen einfachen Arbeitern, Huren und Bettlern auf der Straße herum, sorgen dafür dass keiner die edlen Herrschaften auf der Durchreise behelligt – oder die Anwerbung stört. Katzen jagen Ratten zwischen schlafenden Trunkenbolden.
„Ich habe genug“, zischt Virginia drohend, „von deinen ewigen Fragen! Wenn es etwas gibt, das ich vor dir verheimliche, dann hat das seine Gründe, junges Fräulein! Du wirst schon früh genug in die Gesellschaft eingeführt werden, viel früher als mir lieb wäre, aber du weißt wie schlecht es um meine Gesundheit steht und dass ich diese Aufregung jetzt nicht auch noch brauche!“ Sie hat sich in Rage geredet und ruft sich nun selbst wieder zur Raison. Sie atmet ein paar Mal ein und aus – Emilia kann Schweißperlen auf ihrer Stirn erkennen. „Bitte lass das Thema jetzt auf sich beruhen. Mir ist schwindlig und ich fühle mich nicht wohl.“
Den Rest der Fahrt verbringen sie schweigend. Emilia, aufgewühlt von der Wortkargheit ihrer Mutter und den vergangenen Ereignissen, Virginia leicht blässlich und erschöpft von der andauernden Krankheit, mit der sie bereits seit 3 Monate kämpft. Auch was das betrifft, war Emilias Mutter sehr verschlossen, aber die junge Lady weiß, dass es schlecht um ihre Mutter steht. Die Fahrt nach Canvey Island dauert gute 3 Stunden und Mitternacht ist schon vorbei, als sie durch das kleine Dorf am Fuß der Klippe fahren. Hier draußen ist die Nacht stockfinster und der Boden von schweren Nebelschwaden bedeckt. Nach Darkwood führt eine kleine Abzweigung, und nach etwa einer halben Stunde durch den finsteren Wald erreichen sie eine freie Fläche auf dem höchsten Punkt der Klippe. Von hier aus fällt die Steinwand steil nach unten, hinab in die Ausläufer der Themse und den manchmal heran schwappenden Wellen des Meeres. In der Mitte der Klippe, umgeben von einem dunkelgrünen Rasen und dann nach Westen hin, runter zur Stadt vom tiefen Laubwald abgeschirmt, steht das Anwesen der Darkwoods. Ein altes, windschiefes Haus mit guten 3 Stockwerken, verblasstem, tiefgrauen Mauerwerk und schweren, alten Eichentüren. Im fahlen Licht des verhangenen Mondes hebt es sich düster vom schwarz-grauen Himmel ab, das regelmäßige Rauschen des Wassers klingt vom Fuß des Kliffs herauf.
Der alte Basil Edgington steigt vom Kutschbock und öffnet den Damen die Türe. Von irgendwo aus dem Wald erschallt das Krächzen eines Rabens wie zur Begrüßung. Mrs. Dakrwood stützt sich schwer auf die Arme des alten Mannes, dessen schlohweißes Haar ihm unter dem mottenzernagten Zylinder wie Spinnweben herunterfällt. „Danke Basil. Ich fühle mich nicht wohl, könnten sie wohl Sarah bitten noch einen Tee für mich auf zu setzen? Den, den der Doktor verschrieben hat, bitte.“
„Sehr wohl.“ Antwortet Basil mit kratziger Stimme und hilft auch Emilia aus dem Wagen, bevor er zum Haus eilt – kaum schneller als die Damen – wo sie bereits erwartet werden. Die drei Jagdhunde im Stall beginnen freudig zu bellen und das Dienstmädchen Sarah hilft Virginia ins Haus. Die junge Bedienstete ist kaum älter als Emilia - zarte 16 Jahre alt - und bindet ihr schwarzes Haar immer in derselben, seltsamen Manier nach oben. Als einzige Tochter eines Schusters aus dem Dorf hat sie Mrs. Darkwood vor 4 Jahren aufgenommen. Seitdem hat Emilia endlich so etwas wie eine Freundin.
„Kommen Sie, Mrs. Darkwood. Im Saal ist es schon zu kalt, aber in der Küche habe ich das Feuer für Sie noch aufrecht erhalten.“ Vorsichtig führt sie die alternde Witwe in die Küche und setzt sie auf einem Stuhl ab. Emilia kniet sich neben ihre Mutter hin, fasst schon ein wenig beschämt ihre Mutter aufgeregt zu haben. Endlich erreicht auch Basil die Küche: „Sarah, wärest du so freundlich…“
„Der Tee ist so gut wie fertig, Mrs. Darkwood. Ich habe mir schon gedacht dass sie ihn heute Abend wieder brauchen werden. Danke Basil.“ Etwas irritiert bleibt der von den Jahren gebeugte Mann in der Küchentür stehen. Er hat scheinbar nicht bemerkt, dass die Damen ihn überholt haben.
„Schon gut, Basil.“ Flüstert Virginia leise. „Gehen sie schlafen.“
„Sehr wohl, Madam.“ Der Hausverwalter dreht sich langsam um und geht.
„Du geh auch schlafen, Emilia. Es ist spät. Ich werde mich auch sogleich zu Bett begeben.“
„Ja, Mutter. Gute Nacht, Mutter.“
„Gute Nacht, Kind.“
Bevor Emilia den Raum verlässt, werfen sie und Sarah sich verschwörerische Blicke zu. Die insgeheime Aufforderung, sich nachher zu treffen um zu tratschen. Emilia steigt die knarrende Treppe nach oben, vorbei an denselben, alten Bildern mit Landschaftsgemälden oder Stillleben. Ein beständiger Luftzug weht im dunklen Flur und wirbelt Staub auf. Oben am Ende der Treppe trifft sie auf Basil und wünscht ihm ebenfalls eine gute Nacht, bevor sie sich nach links wendet und an den Türreihen vorbei zu ihrem Zimmer geht…

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Re: Träume von Blut und Stahl - Präludium

Beitrag von Duncan am Sa 08 Dez 2012, 01:09

Emilia schließt die Zimmertür hinter sich, lehnt sich dagegen und atmet tief durch. Der Abend hat sie geschafft. Ein Theaterabend in London ist ohnehin immer eine gewisse Strapaze wegen der langen Kutschfahrt, doch diesmal sind auch noch ihre Gedanken so aufgewühlt, dass es eine Weile dauert, bis sie sie wieder geordnet hat.
Ihre Mutter will sie also verheiraten. Früher oder später wäre das so oder so eingetreten, aber so überstürzt? Nur, um einen Mann abzuwehren, der angeblich bloß ein flüchtiger Bekannter ist? Und wer ist „seine Eminenz“, von der dieser Sir Adler gesprochen hat und der sich offenkundig für sie interessiert, obwohl er sie noch nie gesehen hat?
Emilia schließt kurz ihre Augen. Es sind zu viele Fragen, auf die sie keine Antworten hat, und durch die Müdigkeit verschwimmen die Erinnerungen langsam in ihrem Kopf. Seltsame Gesichter aus dem Theater, an die sie sich halb erinnern kann, tauchen vor Emilias innerem Auge auf, sehen sie durchdringend an, verschwinden wieder… Beunruhigt reißt sie die Augen wieder auf und lässt den Blick durchs Zimmer schweifen. Zwei hohe Fenster mit grünen Samtvorhängen, durch die blasses Mondlicht hereinfällt, dazwischen ein leerer Kamin. Emilia hat keine Kerze mitgenommen, sie mag die Dunkelheit und ihre Füße kennen die Treppen und Flure des Landhauses. Ein großer Schrank steht an der linken Zimmerwand, gegenüber davon ein eleganter Schreibtisch aus Nussbaumholz, in dessen Schubladen ein paar Programmhefte aus dem Theater und ein nahezu unbenutzter Briefblock verstaut sind. Freunde oder nahe Verwandte, denen sie schreiben könnte, hat Emilia nicht, und so verstaubt der Block. Rechts neben dem Schreibtisch steht ein Bücherregal: Jane Austen, die Brontë-Schwestern, Charles Dickens, Elizabeth Gaskell, William Blake, Lord Byron – die Parade ihrer literarischen Schulbildung. Doch auf dem untersten Regalbrett stehen die Werke, die ihre Hauslehrer ihr nie zu lesen gegeben hätten und die sie nur durch ihre guten Beziehungen zu den Dienstboten beschaffen konnte: Horace Walpole, Mary Shelley, Bram Stoker – und Lewis Carroll, dessen Erzählungen nicht ganz zum Rest passen, aber nichtsdestotrotz zu Emilias Lieblingsliteratur gehören.
Ein guter Teil des Zimmers wird von einem Mahagonibett eingenommen, das mit schneeweißen Laken bezogen ist. Emilias Körper sehnt sich danach, doch sie kann nach diesen Ereignissen noch nicht schlafen.
Kurz darauf klopft es auch schon leise an der Tür. Dreimal, Pause, fünfmal – das ist Sarah. Emilia dreht sich um und öffnet die Tür. Das Dienstmädchen schlüpft schnell herein und schließt sie nach einem kurzen Blick in den leeren Flur wieder. Die beiden Mädchen sehen sich kurz an und begeben sich zu der alten, aber gemütlichen Sitzgruppe, die in der rechten Zimmerecke am Fenster steht.
„Was hat deine Mutter denn so furchtbar mitgenommen?“, fragt Sarah, kaum dass sie sich gesetzt haben. „Ich, fürchte ich“, seufzt Emilia, „das heißt, ein seltsamer Mann im Theater war wohl der Hauptgrund. Ich habe sie dann nur noch weiter aufgeregt. Der fremde Herr sah interessant aus, und er schien meine Mutter zu kennen, aber ich habe nicht aus ihr herausbekommen können woher.“ „Seltsam“, meint Sarah, „aber du weißt nicht viel über die Vergangenheit deiner Mutter, nicht wahr? Es könnte auch einfach eine ganz normale Bekanntschaft sein.“ „Das wollte sie mich auch glauben lassen. Aber so reagiert man nicht auf einen ganz normalen Bekannten. Sarah, sie hat ihm erzählt, ich würde bald heiraten, nur um ihn loszuwerden!“ Sarah macht große Augen. So eine Geschichte ist nach ihrem Geschmack. Dann erinnert sie sich aber daran, dass es hier um ihre Freundin geht, und wird besorgt. „Und was bedeutet das jetzt? Sie hat doch noch keinen Namen genannt?“ „Nein… natürlich nicht. Das war eine Notlüge“, murmelt Emilia abseits. Sie geht im Kopf alle Junggesellen der Gesellschaft durch, die für ihre Mutter in Frage kämen. Keiner davon sagt ihr besonders zu. Und bei einigen ist die Bezeichnung Junggeselle schon längst nicht mehr aktuell. Doch dann schüttelt sie den Kopf: Diese Grübelei führt zu nichts. „Sie meinte nur, sie sei jetzt im Zugzwang. Was sie vorhat, weiß ich noch nicht, und sie selbst vielleicht ebenfalls nicht. Aber zweifellos wird dieser Sir Adler nun überall verbreiten, ich sei verlobt, und die ganze Gesellschaft wird sich fragen, wer der geheimnisvolle Zukünftige ist.“
Eine Weile schweigen beide. Dann fällt Emilia etwas wieder ein: „Sir Adler hat noch von jemand anderem gesprochen, den er mit „seine Eminenz“ bezeichnet hat und der mich offenbar gerne kennenlernen würde. Moment… ich glaube, er hat einen Sir Loyd erwähnt, und Mutter hat diesen Namen später auch verwendet. Vielleicht hat das Ganze etwas mit ihm zu tun, aber ich habe keine Ahnung, woher er von mir weiß.“
Sarah grinst plötzlich: „Sah er eigentlich gut aus?“ „Was?“ „Na, dieser Sir Adler.“ Die Frage kam etwas unerwartet, aber sie hat ihren Zweck nicht verfehlt: Emilia wird aus ihren verworrenen Gedanken gerissen und ein wenig aufgeheitert. „Naja, er war schon älter… aber er sah auf jeden Fall nicht schlecht aus. Weiße Haare, Schnurrbart, er trug einen Zylinder und war sehr elegant gekleidet.“ „Vielleicht kannte er deine Mutter besser, als sie zugeben will“, kichert Sarah. Da wird Emilia wieder ernst. „So etwas Ähnliches habe ich auch schon gedacht, aber ich habe mich nicht getraut, zu fragen. Mutter hätte mich getötet.“ Sie sieht Sarah an. „Mit Blicken.“ Jetzt müssen beide wieder lachen, Lady Darkwoods eisige Blicke sind wirklich nicht zu unterschätzen.
Unterdessen ist es noch später geworden. Sarah muss ins Bett, wenn sie am nächsten Tag nicht über der Arbeit einschlafen will, und Emilia braucht auch dringend Ruhe. Die beiden Mädchen verabschieden sich.
Emilia, zu erschöpft, um sich noch weitere Gedanken zu machen, zieht ihr Nachthemd an und legt sich zwischen die Decken. Wenige Minuten später ist sie eingeschlafen.

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Re: Träume von Blut und Stahl - Präludium

Beitrag von Duncan am Sa 08 Dez 2012, 01:29

In der Nacht ist ein starker Wind von Osten her geweht. In der Stille der Dunkelheit knarrt das Haus unter dem starken Atem des wolkenverhangenen Himmels. Die hohen Gräser auf der blauschwarzen Wiese zeichnen die flüsternden Flüge des Windes in die Heide, die knorrigen Äste der moosbewachsenen Apfel- und Nussbäume reiben leise mit ihren Rinden aneinander und herbstliche Blätter tanzen durch die Luft zum Rhythmus der donnernden Wellen.

Emilia schrickt aus einem diffusen Traum hoch indem sie zwei rote Augen gesehen hat, die sie durchdringen anstarrten. Sie braucht einen Moment um das beruhigende schwanken des Hauses wieder zu erkennen, das ihr so gewohnte knarren des Dachbodens. Ihr Blick wandert zum Fenster wo ein schwarzer Schemen zu sitzen scheint. Ungerührt von der Umgebung die jedes normale Kind schauern lassen würde, schlägt sie die Decke zurück und wandert zum dünnen Glas des Fensters.

„Da bist du ja wieder“ flüstert sie leise und öffnet sanft den Fensterhacken. Der Schemen schreckt kurz hoch und blickt sie dann ruhig aus tiefschwarzen Augen an. Die große Krähe am Fensterbrett war schon eine ganze Weile nicht mehr hier, allerdings ist es schwer zu sagen ob sie nicht irgendwo unter all den anderen Krähen in diesem Wald untergetaucht oder tatsächlich fortgeflogen war. Im Darkwood wimmelt es nur so von diesen Vögeln, aber diese hier ist besonders. Sie ist größer als die anderen und hat einen Namen. Emilie nennt sie…

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Re: Träume von Blut und Stahl - Präludium

Beitrag von Lucinde am Sa 08 Dez 2012, 16:37

...Schattenflügel, denn sie gleitet lautlos wie ein Schatten durch die Nacht. Selbst wenn sie am Fenster auf die Krähe wartet, bemerkt Emilia sie nie, bevor sie flügelschlagend auf dem Sims aufsetzt.

Emilia hat großen Respekt vor dem schwarzen Vogel und hat sich noch nie getraut, ihn anzufassen. Wenn sie ihm in die dunkel glänzenden Augen sieht, fühlt sie sich nicht, also ob sie einem normalen Tier gegenübersteht. Doch vielleicht ist das auch alles nur Einbildung und die Krähe kommt nur wegen der Fleischstücke immer wieder, die Emilia ihr ab und zu aus der Küche stibitzt.

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Re: Träume von Blut und Stahl - Präludium

Beitrag von Duncan am Sa 08 Dez 2012, 22:20

Da sie nicht nach dem Vogel greift, er aber auch keine Anstalten macht näher zu kommen, vergeht die Zeit schweigend und untätig. Tier und Mensch am Fenster, starren nach draußen auf die Formen die der Wind in das Gras drückt. Irgendwo im Dorf bellt ein Hund.
Emilia geht das Zeitgefühl verloren. Die vorbei ziehenden Wolken haben eine hypnotische Wirkung, der kalte Wind kühlt ihre Haut immer weiter aus. Bald schon packt sie wieder die Müdigkeit...

...und sie erwacht in ihrem Bett. Müde reibt sie ihre Augen und streckt sich. Seltsam. Sie kann sich nicht erinnern sich hinein geleget zu haben. Das Fenster ist verschlossen und dahinter wandern graue Wolken über den trüben Himmel. Der Wind hat nach gelassen.
Sanftes Klopfen an der Tür reißt Emilia aus der morgentlichen Trance.
Sarahs leise Stimme dringt durch das alte Holz.
"Emilia. Bist du wach? Der Hauslehrer ist da!"
Frustriert schlägt das Mädchen die Decke zur Seite und steht auf.

...

Schönschrift, Literatur für junge Damen, Poesie und Melodie, Geschichte und Musikunterricht. Während Emilia unter den strengen Augen des Hauslehrers lernt lässt sich Virginia Darkwood in die Stadt kutschieren. Der Husten ist geblieben und man sieht ihr die unterdrückten Ausbrüche sehr an, als sie den Hauslehrer begrüßt.
Am Nachmittag gibt es einen kleinen Ausritt mit Emilias Pferd, begleitet vom freudigen Bellen der beiden Jagdhunde und einem watschelnden Basil. Viel zu schnell kommt der Abend mit Virginia Darkwood zurück. Sie scheint zufrieden und lässt mehrere Einkauspackete von Harrods in das Haus bringen. Viel, spricht sie wie üblich nicht und legt sich dann zügig schlafen.

...

Zwei Tage später offenbart sie Emilia endlich ihre Pläne. Am fühen Morgen informiert sie ihre Tochter im Plauderton dass der Hauslehrer Gibbs nicht kommen wird und sie stattdessen einen Einkauf in London machen werden. Kleidung für ihr Début, ihre offizielle Aufnahme in die erwachsene Gesellschaft und zugleich die erste Werbung für eine Heirat, werden in London beim Schneider in Auftrag gegeben. Schon Samstag in 3 Tagen soll sie der Gesellschaft präsentiert werden.
Zwischen einem Schluck Tee und einem schweren Hustenanfall schmunzelt sie zufrieden.

Spoiler:
SL: Du kannst jetzt gerne ein Gespräch mit ihr anzetteln und deine Fragen stellen sowie Gedanken dazu aufschreiben. Ansonsten kannst du auch gerne den teil überspringen und die Fahrt nach London schildern, bevor ich vor dem Einkaufsladen Harrods übernehme.

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Re: Träume von Blut und Stahl - Präludium

Beitrag von Lucinde am Mo 10 Dez 2012, 17:26

Emilia sitzt mit ihrer Mutter in der Kutsche, und ihr schwirrt der Kopf. Sie hat nicht gut geschlafen und alles geht plötzlich so schnell. Seit dem Theaterbesuch sind erst ein paar Tage vergangen, und trotzdem kommt es ihr vor, als sei dieser Abend eine Ewigkeit her. Gerade hatte sie noch ein ruhiges, wenn auch etwas langweiliges Leben, und jetzt soll sie auf einmal der Gesellschaft vorgestellt werden und wohl schon bald einen Ehemann finden. Ganz sicher, ob sie sich darüber freuen oder eher Sorgen machen soll, ist sie nicht, doch der Lauf der Dinge ist unausweichbar: Die Entscheidung ihrer Mutter steht fest, und keine Diskussion wird sie davon abbringen können. Mehr Informationen als Emilia schon weiß, wird sie wohl auch nicht preisgeben, sonst hätte sie das schon getan. Ein Gespräch würde also wenig Sinn haben, außer, dass es Virginia vermutlich mehr anstrengen würde, als ihr gut tut. Und Emilia hat jetzt ohnehin nicht viel Lust, zu reden, sie hängt lieber ihren Gedanken nach. Die Zeit vergeht so schon viel zu schnell.

Von der Landschaft bekommt Emilia dieses Mal kaum etwas mit, obwohl sie es sonst genießt, die kleinen Veränderungen zu beobachten, die von Mal zu Mal auftauchen. Sie starrt nur mit leerem Blick in die Ferne und ist in Gedanken weit weg. Das Geheimnis um Sir Adler lässt sie nicht los, obwohl sie gemeinsam mit Sarah noch ein paar Mal spekuliert hat, was es sein könnte. Sie weiß einfach zu wenig, und schuld daran ist Virginia, die sie ständig über alles im Ungewissen lässt! Emilia hat seit einer ganzen Weile schon eine unterdrückte Wut auf die Mutter, denn wie soll sie sich in der Gesellschaft behaupten, wenn sie rein gar nichts über die Anwesenden weiß? Wenigstens jetzt könnte sie ihr doch mitteilen, wen sie am kommenden Samstag kennenlernen wird, und wie sie den Leuten begegnen soll. Einen Versuch ist es vielleicht wert...

Emilia taucht aus ihren Gedanken auf und sieht Virginia an: "Mutter? Kannst du mir etwas über die Leute erzählen, die am Samstag bei meiner Einführung anwesend sein werden?"

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Re: Träume von Blut und Stahl - Präludium

Beitrag von Duncan am Di 11 Dez 2012, 15:57

Virginia seufzt einmal laut und beginnt dann zu sprechen während sie zugleich aus dem Fenster sieht.

"Du wirst zuallererst Lady Evelyn Murndale kennen lernen. Sie richtet diese Feierlichkeiten immer im Namen des Adels aus und wird dich in alles einweisen was du wissen musst. Halte dich einfach an die Regeln der Sitte die dein Hausmädchen und ich dir beigebracht haben und alles wird gut.“
Sie macht eine kurze Pause in der sie ein wenig hustet. Draußen ziehen die Vororte von London vorbei.
„Du wirst dich auf einer Bühne mit anderen Mädchen vor Publikum präsentieren. Man wir dich offiziell vorstellen und dann wirst du deine Talente zeigen. Tanz, Musik und ein paar Fragen beantworten. Wenn das vorbei ist, werden die Damen in die Feierlichkeiten entlassen und der Rest des Abends ist für die Teilnehmer zum gemeinsamen dinieren und reden.“
Sie unterbricht kurz und schluckt. „Auf den Feierlichkeiten sollst du auch deinen zukünftigen Gatten kennen lernen.“ Ein Seitenblick zu Emilia. Diese senkt den Kopf und tastet vorsichtig weiter. Ihre Mutter scheint in unüblicher Gesprächslaune. „Und wer soll dieser Herr sein? Steht das schon fest?“
Ihre Mutter schüttelt den Kopf. „Nein. Lord Baylish, Sir Harrington, Sir Baldwell… sie alle wären gute Kandidaten. Es hängt davon ab wie überzeugend du bist. Wir müssen sicher stellen, dass du eine gute Partie für die Männer bist. Ich will dich versorgt wissen, wenn ich einmal nicht mehr bin.“

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Re: Träume von Blut und Stahl - Präludium

Beitrag von Lucinde am Sa 12 Jan 2013, 23:51

Emilia schluckt. Den Gedanken, dass ihre Mutter ihr vielleicht nicht mehr allzu lange bleibt, hat sie bisher immer beiseitegeschoben. Jetzt muss sie den Tatsachen ins Gesicht sehen und spürt, dass sie Angst hat - vor der Gesellschaft, vor den möglichen Ehemännern, die sie von sich überzeugen soll, und vor dem unbekannten Leben als Ehefrau, das sie schon bald führen wird.

Sie beschließt, sich noch ein wenig weiter vorzuwagen. "Kannst du mir mehr über diese Herren erzählen? Wie alt sind sie?", fragt sie und beißt sich auf die Lippe. Diese Frage klang dumm, sie hätte lieber nach dem Landbesitz fragen sollen. Aber der interessiert Emilia nicht besonders.

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Re: Träume von Blut und Stahl - Präludium

Beitrag von Duncan am So 13 Jan 2013, 22:23

Virginia erläutert eher langweilige als interessante Angaben über die möglichen Heiratspartner herunter. Allesamt haben sie eigen dass sie weitaus älter und reicher als Emilia sind. Am Ende der Fahrt, ist Emilia fast noch unglücklicher als zu Anfang.

Harrods ist von oben bis unten voll mit Kunden, reiche Frauen und Männer, schick gekleidet und egozentrisch. Dennoch erlebt die junge Darkwood hier eine wundervolle Zeit. Der Einkauf zieht sich über Stunden hin und auch wenn so mancher misstrauischer, geringschätziger Blick auf die beiden Damen fällt, so werden sie zumindest in den Geschäften bei Erwähnung ihres Namens wie Königinen behandelt. Emilia ist es nicht gewohnt im Zentrum der Aufmerksamkeit zu stehen und unablässig mit Komplimenten und neuen Kleidern bombardiert zu werden. Virginia Darkwood ist nicht zufrieden, bevor ihre Tochter perfekt aussieht.
Das neue Kleid geht bis zu den Knöcheln, ist in einem tief-schwarzen Rot gehalten und zieht sich kunstvoll um ihren schlanken Körper bis letztendlich ein weiter Kragen den Kopf einrahmt, jedoch den weißen Hals bis zum Ansatz der Brüste weit öffnet um das wundervolle Gold- Kollier zu präsentieren mit eingelassenen Blut-Rubinen (ein Erbstück der Darkwoods aus den Zeiten der Kollonialisierung Afrikas, wie Virginia erzählt). Das Kleid mit der Korsage schneidet ihre Taille scharf zurecht und der Rock bauscht sich am Po-Ansatz zu einem kunstvollen Knoten. Ebenso feine Ohrringe bringen Emilias Augen zum glänzen, während schwarze Tanzschuhe das Ballkleid abrunden.
Für den Abschluß, soll Emilia sich noch eine Kopfbedeckung aussuchen, die am besten zu ihr passt. Ihre Mutter überlässt ihr sogar die Entscheidung, auch wenn sich Emilia sicher ist, dass ihre Mutter eingreifen würde, sollte ihr das Aussehen nicht passen.

Spoiler:
Die Kleider kannst du dir in etwa so vorstellen (Mischung aus beidem):




Nun darfst du noch deine Kopfbedeckung frei wählen (oder Einspruch erheben wenn du als Spielerin wirklich gerne etwas an deinem Aussehen ändern möchtest). Diadem/Tiara, kunstvolle Bändchen...deine eigene Wahl. Auch ein persönlicher Duft steht dir offen...

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Re: Träume von Blut und Stahl - Präludium

Beitrag von Lucinde am Mo 14 Jan 2013, 21:27

Der Hut, den sich Emilia aussucht, ist schwarz, da Emilia weiß, dass ihre Mutter in dieser Hinsicht unauffällige Farben bevorzugt. Er hat allerdings eine weniger unauffällige breite Krempe und ist mit schwarz-roten Seidenrosen bestückt. Unter dem Kinn wird er mit einem schwarzen Seidenband festgebunden.

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Re: Träume von Blut und Stahl - Präludium

Beitrag von Duncan am Mo 14 Jan 2013, 22:13

Fast traurig verlässt Emilia das große Geschäft am späteren Abend mit ihrer Mutter. Der Einkauf hat ihr mehr freude bereitet als jede Theatervorführung der letzten Monate und zusammen mit den neuen Einkäufen geht es nach einem kurzen Zwischenhalt für Kaffee und Kuchen wieder ins trostlose Darkwood zurück.

In ihrem Zimmer führt sie Sarah das Ballkleid vor und bis spät in die Nacht träumen sie zusammen vom Glanz der großen Adelssäle und den prachtvollen Feiern. Virginia scheucht sie bald nach Mitternacht ins Bett.

Im frühen Morgengrauen, wird Emilia vom Klang der Türglocke wach. Es ist kaum 5 Uhr, draußen ist es noch immer dunkel, als sie auf Zehenspitzen aus dem Zimmer schleicht um zu sehen was los ist.
Im Morgenhemd mit nackten Füßen, huscht sie am Geländer entlang um zu sehen was los ist.

Basil hat zwei Herren herein gelassen, die eilig ihre Zylinder abnehmen und Stock und Mantel aufhängen. Sarah eilt mit einer Schüssel dampfenden Wassers nach oben in Richtung des Schlafzimmers von Virginia.

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Re: Träume von Blut und Stahl - Präludium

Beitrag von Lucinde am Do 24 Jan 2013, 00:31

Emilia ist hin- und hergerissen. Sie würde gerne auf dem Treppenabsatz stehenbleiben und beobachten, was die beiden Herren tun - aber was, wenn sie nach oben schauen und sie so unpässlich sehen? Nicht auszudenken, wie entsetzt Lady Darkwood dann wäre. Emilia huscht leise in ihr Schlafzimmer zurück, zieht eilig ein schlichtes grünes Kleid an und steckt ihre Haare notdürftig hoch.

Eigentlich könnte sie jetzt in Erfahrung bringen, wer die Besucher sind, doch sie ist sich plötzlich völlig unsicher, wie sie den beiden Männern gegenübertreten soll, wenn sie ihnen begegnet. Lieber wartet sie in ihrem Zimmer, dass Sarah vorbeikommt und entweder Informationen mitbringt oder die Aufforderung ihrer Mutter, sie nach unten zu begleiten. In deren Anwesenheit fühlt sich Emilia deutlich sicherer, schließlich war sie bisher nur in ihrer Begleitung in der Öffentlichkeit unterwegs, und auch das nur in äußerst begrenztem Ausmaß. Also setzt sie sich ans Fenster, sieht zu, wie langsam die letzten Sterne verschwinden und versucht, ruhig zu warten.

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Re: Träume von Blut und Stahl - Präludium

Beitrag von Duncan am Do 24 Jan 2013, 13:32

Die Raben kreisen über dem Haus und krähen für ihre Verhältnisse sehr wenig. Ein blasses Rosa mischt sich unter das tiefe Blau des Horizonts. Emilias Zimmer ist auf der Westseite, so dass sie Blick auf den Wald und den Hauseingang hat, der fast direkt unter ihr liegt.

Das Gemurmle wird lauter, als die Herren die Treppe hinauf zu kommen scheinen. Schnell hüpft Emilia zur Türe die sie für Sarah einen Spalt breit offen gelassen hat und lugt zwischen die Türspalte. Die beiden Herren sind gut gekleidet und haben ihre Mäntel abgelegt. Beide tragen eine Tasche bei sich, der eine ist älter, mit bereits weißem Haar, der andere jünger, kaum einen Bartschatten um das Gesicht. Basil führt sie zum Schlafzimmer von Virginia. Die Männer nicken mit tief ernstem Gesichtsausdruck und treten ein. Basil schließt die Tür. Eine Totenstille legt sich über das Haus. Nur die große Pendeluhr im Wohnzimmer tickt laut genug umd ie Stille zu brechen.

Spoiler:
Was tust du? Warten bis jemand aus dem Zimmer kommt, oder etwas anderes? Im Rest des Hauses ist nun niemand.

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Re: Träume von Blut und Stahl - Präludium

Beitrag von Lucinde am Sa 23 Feb 2013, 18:29

Emilia schiebt sich vorsichtig aus der Tür und beginnt, die Treppe hinaufzuschleichen, denn sie hat genug davon, die wichtigen Dinge immer als letzte zu erfahren. Oben im Korridor vor dem Zimmer ihrer Mutter angelangt, legt sie das Ohr an die Tür und versucht, durch das dicke Holz etwas von dem Gemurmel zu verstehen, das sich dahinter abspielt. Jetzt erst fällt ihr auf, dass sie immer noch ihre Hauspantoffeln trägt, die ihr zwar erlauben, sehr leise zu sein, aber gleichzeitig äußerst unangemessen sind, um jeglichen Personen außerhalb ihres Zimmers zu begegnen. Jetzt kann Emilia aber nichts mehr daran ändern, und so bleibt sie stehen.

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Re: Träume von Blut und Stahl - Präludium

Beitrag von Duncan am Mo 25 Feb 2013, 12:34

Dumpf dringen die Stimmen durch die Tür. Behutsame Fragen der Herren, schwache Antworten der Mutter.
"...wie lange schon?"
"...eit.... . Es wird schl.... it...Morgen."
"Hören Sie das, Jeremmy?"
"...a Herr Doktor."
"Eine schwere Pneumonie im letztem Stadium."
"...s...eutet...as?"
"Ich fürchte, aus med....er....icht....können wir nichts mehr tun um die Krankheit zu besiegen."

Emilias Herz, setzt einen Schlag aus.

"...ie lange noch,...ktor?"
"Das ist schwer zu sagen. Morgen,....vielleicht Übermorgen. Vielleicht heute."
"Keine Angst Mrs. Darkwood. Wir bleiben bei Ihnen und versuchen Ihr Leiden auf ein Minimum zu begrenzen."

Im Raum wird es eine Weile sehr still.

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Re: Träume von Blut und Stahl - Präludium

Beitrag von Lucinde am Mo 25 Feb 2013, 18:42

Emilia steht da wie gelähmt. Sie ist wütend, verzweifelt und vollkommen hilflos. Virginia darf nicht sterben, nicht jetzt! Wie soll Emilia ganz alleine den Ball überstehen? Sie weiß, wie selbstsüchtig dieser Gedanke ist und hasst sich dafür; eigentlich sollte sie Mitleid mit ihrer Mutter haben, nicht mit sich selbst. Aber die Wut auf Virginia, die sie bis zum Schluss im Ungewissen über die Ernsthaftigkeit ihrer Krankheit gelassen hat, steigert sich ins Bodenlose und lässt kein Mitleid zu. Emilia hätte vielleicht helfen können, in irgendeiner Weise! Jetzt stirbt ihre Mutter, und noch immer hat es niemand für nötig befunden, sie davon in Kenntnis zu setzen. Nichts kann sie tun, außer in dem dunklen Korridor zu stehen und ihr Herz wild schlagen zu hören.

Doch nach einer Weile verändert sich etwas in Emilias Gedanken. Die Wut legt sich langsam, und ihr Denken wird wieder klarer. Sie kann etwas tun, sie ist nur zu sehr daran gewöhnt, von den Erwachsenen, zu denen sie ab übermorgen offiziell selbst gehören soll, außen vor gelassen zu werden. Aber jetzt will sich Emilia nicht mehr wie ein Kind behandeln lassen. Sie holt tief Luft, lockert die Hände, die sie ohne es zu merken zu Fäusten geballt hat, und behutsam, um ihre von der Krankheit strapazierte Mutter nicht zu erschrecken, öffnet sie die Tür und betritt das Schlafzimmer. Leicht schuldbewusst blickt sie die beiden Herren an, die bei ihrem Eintreten überrascht aufschauen, tritt ohne ein Wort ans Bett ihrer Mutter, fasst deren Hand und sieht in ihr blasses Gesicht.

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Re: Träume von Blut und Stahl - Präludium

Beitrag von Duncan am Di 26 Feb 2013, 23:14

"Emilia." flüstert ihre Mutter empört als sie ihre Tochter so, sieht, greift aber dennoch nach deren Hand und drückt sie sanft.

"Miss Darkwood." begrüßen sie die beiden ärzte im Chor und treten dabei einen Schritt beiseite.
Mit geröteten Augen steht Sarah da, immer noch die Schüssel Wasser haltend.
Der junge Arzt der wohl Jeremy heißt, nimmt sie ihr ab und stellt sie auf den Nachttisch neben das Bett, dann bittet er Sarah zu gehen.
Derweil pakt der ältere Doktor seinen Koffer aus. Eine helle Spritze blitzt im Licht der aufgehenden Sonne. Virginias Ostzimmer beginnt langsam die orangen Strahlen auf zu saugen.

"Emilia," flüstert Mrs. Darkwood, "Ich wollte nicht, dass du es auf diese Weise erfährst." Ein Hustenanfall schüttelt sie durch und Emilia greift erschrocken nach dem Schopf ihrer Mutter.
"Ich vererbe dir alles, Kind. Ich will, dass du zu diesem Ball gehst, liebe Emilia! Ich will dass du mir versprichst, dass du dir einen guten Mann nimmst, der sich um dich kümmert! Verkauf dich nicht unter Wert, Emilia. Du bist etwas besonderes. Bitte versprich mir dass du heiraten wirst und nicht...nicht..."

Die Tränen ersticken ihre Stimme und der Doktor greift sanft nach Emilias Arm um sie fort zu ziehen. "Bitte Miss, Ihre Mutter braucht nun Ruhe. Jeremy, das Morphium. Bitte, warten Sie draußen Miss Darkwood."

Der junge Arzt sucht nach einer Ader und verabreicht ihr die klare Flüssigkeit, während Emilia sich nur unwillig herausscheuchen lässt.
Als die Nadel durch die Haut sticht, stöhnt Virginia erschrocken auf.
Während die Nadel sich leert wird Virginia immer ruhiger und ruhiger, doch flüstert sie ständig vor sich hin.
Emilia glaubt die Worte "Mithras....Mithras wo bist du nur?" zu hören.

Dann wird sie vor die Tür gesetzt. Der Doktor sperrt ab, Sarah und Emilia stehen ungläubig vor der Tür. Leise beginnt das Dienstmädchen zu weinen.

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Re: Träume von Blut und Stahl - Präludium

Beitrag von Lucinde am Mi 27 Feb 2013, 02:35

Emilia fühlt nichts. Absolut nichts. Der Schock hat in ihrem Innern nichts als Kälte hinterlassen, und ihr Verstand will das Geschehene offenbar noch nicht glauben. Es kommt Emilia vor wie ein böser Traum, aus dem sie jeden Moment aufwachen wird, dann fällt ihr Blick auf die still vor sich hinweinende Sarah, und sie begreift, dass dieser Alptraum Wirklichkeit ist. Immer noch unfähig, irgendeine Gefühlsregung zu empfinden, legt Emilia den Arm um Sarah und führt sie nach unten in ihr Zimmer, wo die beiden lange Zeit nur nebeneinander sitzen und es nicht schaffen, sich gegenseitig Trost zu spenden.

Nach einer ganzen Weile - draußen ist es mittlerweile hell geworden - lässt Sarahs Weinen langsam nach. Als sie bemerkt, wie ernsthaft Emilia sie ansieht, sinkt sie ängstlich in sich zusammen. "Ich wusste doch auch nicht, wie schlimm es ist. Lady Darkwood hat niemandem etwas davon erzählt." Emilia nickt, das hat sie erwartet. Dann starrt sie wieder die Wand an. In ihrem Kopf will sich kein Gedanke bilden, der die Leere vertreibt. Sie weiß, dass sie jetzt handeln und die Dinge selbst in die Hand nehmen muss, doch zum Teufel, niemand hat ihr beigebracht, wie das geht. Virginia Darkwood hat ihr Bestes getan, um Emilia von allem fernzuhalten, das einen schlechten Einfluss auf sie haben oder sie überfordern könnte.

Emilia holt tief Luft. Fürs erste und um die Dinge zu regeln, die das Haus betreffen, wird Basil ihr helfen können, aber er ist auch schon alt und nicht mehr zu allem in der Lage. Die Angelegenheiten außer Haus muss Emilia von jetzt an alleine stemmen. Plötzlich entschlossen, steht Emilia auf und sagt zu Sarah: "Du musst mir helfen. Vermutlich weißt du mehr über die Welt als ich. Gemeinsam können wir es schaffen." Dann: "Was meinst du, ob die beiden Ärzte jetzt fertig sind? Ich möchte mit ihnen sprechen. Siehst du bitte oben nach und sagst mir dann bescheid?"

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Re: Träume von Blut und Stahl - Präludium

Beitrag von Duncan am Mi 27 Feb 2013, 13:31

Sarah tut wie befohlen und entfernt sich nach oben. Derweil taucht Basil im Wohnzimmer auf, in seinen zittrigen Händen zwei Tassen Tee.
"Hier, kleine Miss Darkwood." sagt er mir seiner zittrigen Stimme, "Trinken Sie, dass wird ihnen gut tun."
"Danke Basil."
"Ach wie schnell die Zeit vergeht...heute. Ich kann kaum glauben dass schon so viele Jahre vergangen sind." murmelt der Alte vor sich hin, während er die Tassen abstellt.
Sarah kommt zurück.
"Die Herren Doktoren sagen, dass sie gleich hinunter kommen und wenn möglich gerne einen Teee hätten. Für Mrs. Darkwood wäre später vielleicht eine Suppe angebracht. Ich gehe gleich und bereite alles vor."
Basil deutet mit einem zittrigen Finger auf die zweite Tasse.
"Hier ist ein Tee für dich, Liebes. Ich...versorge jetzt die Tiere wenns recht ist, Ms. Darkwood?"
"Ja, tu das Basil. Danke."

Sarah nimmt nur einen kleinen Schluck vom Tee und macht sich dann auf in die Küche. Kurz darauf erscheinen schon die beiden Männer im Wohnzimmer und legen ihre Taschen ab.
Der ältere Tritt zu Emilia und reicht ihr die Hand.
"Miss Darkwood, ich bin Dr. Theodor Daleish, das ist Dr. Jeremy Harrington. Mein tiefstes Beileid zu dem Zustand Ihrer Mutter. Wir tun unser Bestes um ihr Leiden zu mildern."

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Re: Träume von Blut und Stahl - Präludium

Beitrag von Duncan am Fr 05 Apr 2013, 20:50

Unsicher greift Emilia nach der Hand, schafft es lediglich sich an die wesentlichsten Höflichkeitsformeln zu erinnern und setzt sich dann zugleich mit den Herren hin. Sarah kommt mit den Tee und schenkt ein.

"Ms. Darkwood, ich weiß dass es schwer ist so etwas zu verarbeiten, aber Sie müssen jetzt stark sein. Haben Sie Verwandte zu denen Sie gehen können?"

Emilia schüttelt den Kopf, wissend, dass all ihre Verwandschaft hier ist.

"Haben Sie einen Anwalt der sich um Ihre weltlichen Angelegenheiten kümmern kann?"
Emilia springt sofort das Bild von Sir Adler in den Kopf, doch sie ist sich nicht sicher ob das ihrer Mutter gefallen würde. Aber diese ist bald nicht mehr. Emilias Augen werden feucht.

"Ich bin für Sie da, Ms. Darkwood." flüstert Sarah sanft und legt ihrer lieben Freundin eine Hand auf die Schulter.
"Egal was kommt."

Spoiler:
Wenn du möchtest, kannst du jetzt Emilias Gefühlswelt beschreiben oder den Männern (und damit auch mir) erklären was du vorhast. Ansonsten kannst du natürlich gerne auch Fragen als "Spoiler" stellen (unter Andere BBCodes zu finden) oder aber das Symbol "->" schreiben für "mach du weiter, SL!"

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