Der Sommer 1126

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Der Sommer 1126

Beitrag von Duncan am Do 03 Dez 2009, 01:07

Die Sonne lacht ihm ins Gesicht. Das gekichere eines Säuglings erfüllt die warme Sommerluft. Leicht im Wind wiegendes Gras, Wolken die wie Pferde aussehen und das lustige Plätschern eines Baches. Das Gesicht eines Kami in den Augen des Neugeborenen. "Ich", das erste Wort des Kindes, dass Mutter bedeutet. Sie liebkost ihren zweiten Sprößling, während ihr Erstgeborener und ganzer Stolz der Familie seine ersten Kunststücke auf dem Pferd vollführt.


Winter. Der Säugling den man Njan taufte, ist jetzt 5 Jahre alt und darf schon mit auf die Eskorten der Hirten in den Süden, über die Berge. Sein Vater blickt stolz an das hintere Ende des Zuges, wo er dick eingepackt mitreitet. "Ezick" war sein zweites Wort. Vater. Sein fünf Jahre älterer Bruder reitet an ihm vorbei und schlägt ihm auf die Schulter. Njan sagt kein Wort und grinst nur zurück. Der Schnee rieselt sanft vom Himmel und setzt sich auf Kopf und Schultern des jungen Einhorns.



Fürhjahr. Wild gallopiert der zehnjährige um die Wette mit seinem Bruder. Eine, der wenigen Möglichkeiten, wenn sein Bruder vom Studium in den Bergen zurück kommt. Der Wind im Haar, das hohe, peitschende Gras, der Geruch seines Pferdes nach Freiheit. Wieder gewinnt der ältere. Grinsend schlägt er Njan an die Schulter, die selbe Stelle wie immer: "Mach dir nichts draus, kleiner Bruder. Der Erstgeborene ist immer der bessere!"
Grummelnd steigt Njan vom Ross. "Hai, Khan-sama. Du hast wiedereinmal gewonnen."
"Ach komm schon," meint dieser, packt seinen kleinen Bruder unter den Arm und rubbelt ihm den Kopf ab, "sei nicht eingeschnappt kleiner Bruder. Komm, dafür zeig ich dir die schönsten Mädchen des Königreiches." Im dichten Gras versunken, spähen die beiden nach den Amazonen der Otaku. Als sie wiedereinmal entdeckt werden, ist Njan immer derjenige, der Prügel bezieht, weil ihn sein Bruder als Futter für die Damen in Stich lässt um selber jeden Ärger zu entgehen.

Herbst. Die bunten Blätter fallen von den Bäumen und frische Winde künden vom bald heraufziehenden Winter. Der 14-jährige läuft seine 'Kata' auf feuchtem Gras, beobachtet von seinem Sensei und seiner kleinen Schwester Yu-Pan. Diese Zeit ist so glücklich für ihn. Er ist nicht der beste Schüler, aber gewiss der eifrigste und fleißigste der Schüler. Doch das Bogenschießen fällt ihm immer noch leichter als der Schwertkampf. Er beendet seine Form und verbeugt sich vor dem Meister. Seine kleine Schwester klatscht Beifall und bekommt einen strengen Blick vom Sensei. Njan weiss ihre Zuneigung zu schätzen.

Frühjahr. Eine Geleitwache nach Kyuden Ikoma (Geheiligtes Wachpostenschloss), in die Lande des Löwen. Das erste mal ist Njan ausserhalb seines Heimatlandes, dass er inzwischen wie seinen Handrücken kennt. Der Offizier der Truppe entscheidet sich in einem Geishahaus abzusteigen. Er nimmt Njan und einen Freund von ihm als Leibwache mit und lässt sich fürstlich bedienen. Der junge sechzehnjährige trifft die schönste Frau, die er jemals gesehen hat. Eine der drei Geishas, die dafür eingeteilt sind, sich um den Offizier zu kümmern, raubt dem Jüngling den Atem. Als sich der Offizier zurückzieht, erkennt er die Chance sich mit dem hübschen Mädchen zu unterhalten. Doch hat er keine Zeit, sie näher kennen zu lernen, den sehr bald reisen sie wieder ab. Njan bleibt nur die Erinnerung an ihr schönes Gesicht, den lieblichen Duft und ein klangvoller Name: Aikiko.


Herbst. Die schreckliche Nachricht erreicht den Hof der Shinjo. Der siebzehn Jahre alte Samurai, hat inwzischen die Ausbildung zum Bushi fast abgeschlossen. Man ist schockiert, in Aufruhr! Der Scorpion hat die gesamte kaiserliche Familie gemeuchelt und Beansprucht nun den Thron für sich. Die Armee des Einhorns rückt aus unter verfrühten Schneestürmen ab. Njan darf noch nicht mitreiten. Stattdessen schleicht er sich nach Kyuden Ikoma um seine Aikiko wieder zu sehen.

Sommer. Im Süden bekämpfen einige Einhörner marodierende Ronin. Der Skorpionclan ist nicht mehr existent, die Linie der Akodo verbannt als Verräter. Auf dem Thron sitzt ein junger Kaiser, der einzige Überlebende des Massakers. Njan kämpft an der Seite seine Vaters gegen die Banditen.


Viele bekommen seine Klinge zu spüren, doch noch mehr seine Pfeile. Die Saison endet mit einem blutigen Kampf gegen die Ronin. Der Samurai ist jetzt neunzehn.


Winter. Der Kranich schickt eine Diplomatendelegation. Asahina Beniha vom Kranichclan, wird respektvoll empfangen. Die schöne Frau bleibt mehrere Wochen in der Gesellschaft, bevor sie mit dem Versprechen der Einhörner abgeht, dass den Kranichen geholfen wird, wenn der Löwe wieder seine Zähne fletscht. Schon bald, wird es Krieg geben. Der Steppenwind streichelt Njan die Wange. Sein kleiner, vierjähriger Bruder tappst auf ihn zu. "Njan, Njan." sagt er immer wieder und hebt die Arme in einer Aufforderung. Njan nimmt den Kleinen auf den Arm. "Schon bald werde ich wieder bei dir sein Aikiko, schon bald." Der Himmel ist ergraut und endlich, beginnt es zu regnen...



Zuletzt von Duncan am Sa 05 Dez 2009, 21:24 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet

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Werd' ich sie dort einst umarmen, meine Leonore?" - "Nimmer", Krächzte da der Rabe. "Nimmer!"

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Re: Der Sommer 1126

Beitrag von Duncan am Fr 04 Dez 2009, 02:52

Das Jahr 1126
Im Monat des Pferdes


Seit drei Tagen regnet es. Njan sitzt gemeinsam mit seiner Schwester Yu-Pan am Familienschrein, versunken in der reinigenden Teezeremonie. Schon immer hat Njan diese Muse genossen, doch besonders wenn seine geliebte Schwester mit ihm die Zeremonie vollführte. Ein leises Geräusch hinter ihm lässt ihn aus seiner Trance dämmern. Doch darf er das Ritual nicht unterbrechen. Er gießt weiter konzentriert den brühend warmen Tee in die beiden Tassen, bis sie exakt gleich voll sind. Auch Yu-Pan-chan sieht gebannt auf ihre Tasse. Er stellt den Krug wieder ab. In genau der richtigen Position, nicht einen millimeter daneben. Dann verbeugen sich die beiden voneinander und greifen absolut synkron zu den Tassen. In feierlicher Genauigkeit, heben sie die Tassen zum Mund und trinken, langsam, immer sauber ein und außatmend. Die dampfenden Tassen erfüllen sie mit Energie, die frischen Atemzüge beleben den Geist. Dann sind die Tassen leer. Sie stellt das Tablet an den dafür vorgesehenen Ort, dann erheben sich beide und verbeugen sich noch einmal tief, voreinander. Die Zeremonie ist beendet, doch noch einen Moment blicken sich die beiden Tief in die Augen, wie zwei Liebende, doch ist es die Zuneigung von Bruder und Schwester die beide so glücklich macht. Endlich drehen sich beide dem Besucher zu, der bis jetzt kaum einen Atemzug herausließ um die Zeremonie zu unterbrechen. Wieder folgt eine tiefe Verbeugung, diesmal vor Shinjo Ruas, ihrem Vater. Ein kurzes Kopfnicken seinerseits, ein stolzer Blick. Doch sein Gesicht bleibt ernst und er beginnt:
"Gut gemacht. Aber nun sputet euch. Der Kahn, wünscht uns bei Hofe zu sehen! Es werden Aufträge verteilt und für den Krieg gegen die Löwen gerüstet. Dieses Jahr wirst du wahrscheinlich mitkämpfen dürfen Sohn."
Eine weitere, ehrfurchtsvolle Verbeugung von Njan. "Hai, Ezick-sama! Ich fühle mich geehrt."
"Auch du wirst gebraucht, Yu-Pan. Zieht euch eure Reitsachen an! Wir reiten gleich los, wenn ihr fertig seid. Am Abend dürften wir Shiro Shinjo erreichen. Keine Pausen!"
Die jungen Samurai machen sich auf dem Weg. Schnell ist alles bereit. Dann, zieht ein Zug von 100 Reitern nach Shiro Shinjo. Im Eilgallop.



Es ist nicht der grau-verregnete Himmel der donnert, als die Reiter ihr Ziel erreichen. Die Stolze Kavallerie aus Egami Mura reitet durch das große Stahltor in das Schloss ein, mit dem wehenden Banner der Shinjo und des Einhorns. Bis auf die Knochen triefnass, begeben sie sich umgehend in das Schloss. Ihnen werden Räumlichkeiten zugeteilt, in denen sie frische Sachen anziehen, sich herausputzen dürfen um dem Khan den Respekt zu erweisen, den ein Daimyo wie er verdient. Draußen vor dem Schloss stehen die Zelte, voll von Samurai und Ashigaru, die sich auf den Krieg vorbereiten. Das Banner der Ide, Iuchi, Moto und Otaku weht ebenfalls stolz über dem Zeltemeer. Aufregung steigt in Njan hoch. Das wird seine erste, große, ausserfamiliere Zeremonie und er befürchtet seine Familie zu entehren durch einen kleinen Fehler. Hat er doch was das angeht, nie großes Interesse gezeigt. Sein Vater hohlt ihn ab und das Gefolge macht sich auf, in Richtung Thronsaal. Durch große Tore hindruch, vorbei an Ehrengarden, wird die Familie in einen riesigen Saal hineingelassen, in dem sich noch wenige Samurai befinden. Der Thron selbst ist leer. Ruas beugt sich hinab zu seinen Kindern, während Saya, ihre Mutter den Raum überschaut.
"Benehmt euch, passt auf mit wem ihr redet und macht unserer Familie ja keine Schande!"
"Hai, Ruas-sama!" antworten beiden leise. Damit sind sie fürs erste entlassen und dürfen den Raum durchstreifen. Vor allen anwesenden an denen sie vorbeigehen, wird sich verbeugt. Vor einigen tiefer als vor anderen. Die großen Türflügel, durch die sie gerade hereingekommen sind öffnen sich wieder. Ein Zug Iuchi-Shugenja schreitet andächtig herein, Iuchi Khan, sein großer Bruder darunter. Samurai verbeugen sich, Shugenja verbeugen sich. Njan denkt bereits daran ihn zu begrüßen, als die noch nicht ganz geschlossenen Tore von neuem auffliegen. Stolzen Schrittes, schreiten die Jungfrauen des Krieges, die Otaku herein. Frauen so schön wie tödlich. Der Raum füllt sich mit ehrfürchtigen Verbeugungen. Kurz darauf betreten auch die Familien Moto und Ide den Saal. Inzwischen ist es sehr voll, doch noch immer ist genügend Platz um durch den Raum zu schreiten und Gespräche zu führen. Die Wände sind verziehrt mit glorreichen Einhörnern und Samurai der Geschichte. Njan sieht mehrere Chancen, Kontakte zu knüpfen, denn das ist -so sagte ihm sein Vater- oft genug sei sehr wichtig.
"Manchmal ist ein Wort mächtiger als ein Schwert, mein Sohn. Sei stehts freundlich und respektvoll und halte immer Verbindung zu einflussreichen Freunden und du wirst immer auf eine helfende Hand zurückgreifen können, wenn du eine brauchst. Alles was du tust, tust du für Clan und Familie! Denke immer daran!"
Er sieht seine Bruder bei den Iuchi diskutieren, eine scheinbar nervöse, junge Otaku die verloren, abgeschnitten von ihren Gefärtinen im Saal stehen, einen Motosamurai gleichen alters gerade einen älteren Samurai anrempeln und einen Ide-Diplomaten gelangweilt einen Fächer vor den Mund haltend gähnen. Sie alle kommen für ein Gespräch in Frage...


Zuletzt von Duncan am So 06 Dez 2009, 03:01 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet

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Werd' ich sie dort einst umarmen, meine Leonore?" - "Nimmer", Krächzte da der Rabe. "Nimmer!"

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Re: Der Sommer 1126

Beitrag von Elias am Fr 04 Dez 2009, 19:25

Ein wenig verloren stehe ich da. Meine kleine Schwester hat sich zu einigen andern ihrer "Schulkameraden" gesellt. Nun, besser ich versuche mich mal an ein bisschen Konversation als, dass ich hier nur dumm herumstehe. Ich sehe mich kurz um, will zuerst auf meinen Bruder zugehen, entscheide mich dann aber anders - ich kann mir schon vorstellen wie das von Statten gehen wird: "Hallo Khan-sama, was macht das Studium" - "Nun ich könnte dir natürlich davon erzählen Zweitgeborener, aber du würdest ja sowieso, wie immer, nichts begreifen." Nein Danke!

Stattdessen, gehe ich auf die junge Amazone zu, die alles andere als glücklich aussieht - fühlt sich hier wohlg genauso unwohl wie ich.
"Ihr werdet auch in die Schlacht ziehen?" Sie wendet sich mir, leicht irritiert, zu. Ich verbeuge mich "Shinjo Njan, Hohei der Shinjo" - Auch sie verbeugt sich "Otaku Kiku, Hohei". Sie wirkt ängstlich und nervös, als sie antwortet: "Ja, das werde ich" - "Seid ihr schon einmal zuvor ins Feld geritten?"- "Nein!", kurz angebunden. Sie versteift sich zusehends. - "Und fühlt ihr euch gut gerüstet?", ich lächle leicht - Sie ignoriert meine letzte Frage und schlägt einen arroganten Ton an: "Was sollen diese Fragen? Ich bin eine Otaku! NATÜRLICH werde ich in die Schlacht ziehen!" - Eine kurze Verbeugung meinerseits "Verzeiht mir, dies ist auch meine erste Schlacht! Mir liegt nur daran einige Erfahrungen auszutauschen..." - "Hört zu Shinjo Njan-san ich weiß wirklich nicht, was diese dumme Fragerei soll!" - Zuerst schau ich sie ein wenig perplex an, dann ziehe ich meine Mundwinkel verärgert nach unten: "Nun verzeiht mir noch einmal, ich war auf der Suche nach ein wenig Unterhaltung, einem Gespräch, aber dieser Wunsch scheint mir wohl recht einseitig zu sein. Ich wünsche euch und allen tapferen Samurai-kos der Otaku eine ruhmreiche Schlacht. Mögen die Kami ihre schützende Hand über euch halten, Otaku Kiku-san." Eine weitere knappe Verbeugung und ich drehe mich um und gehe in eine andrer Richtung davon, jetzt ist es an ihr mir perplex hinter herzuschauen. 'Armes Mädchen', denke ich bei mir 'hat ihre Höflichkeit vom Steppenwind davon tragen lassen.'

Ich sehe mich im Raum um, mein Bruder, der Ide Diplomat, der Moto Bushi. Ich schlendere Richtung des Kriegers, während ich mir überlege, wie man ein Gespräch beginnen könnte. Er sieht etwas anders aus, als die herkömmlichen Einhörner. Sein geschnittener Bart, ist lang und in drei Teilen nach unten gezwirbelt, zusätzlich zu seinem Katana, trägt er zwei Säbel auf dem Rücken. Besonders fällt mir die Rüstung ins aus, sie wirkt irgendwie befremdlich, scheint komplett anders konzipiert, als die unsrigen. Und schon habe ich ein Gesprächsthema gefunden. Ich trete an ihn heran:

"Das ist eine sehr interessante Rüstung die ihr da tragt, etwas derartiges habe ich nie gesehen“, er wendet sich mir zu und ich verbeuge mich: "Shinjo Njan, Hohei der Shinjo"
Er verbeugt sich ebenfalls. Seine tiefe, vom Akzent triefende Stimme antwortet: "Moto Amadan, Hohei. Das ist die traditionelle Rüstung der Ujik-Hai."
Ich lege leicht fragend die Stirn in Falten "Die Ujik-Hai? Verzeiht mir, ich habe diesen Namen schon einmal gehört aber mir ist sein Ursprung entfallen..."
Er schüttelt verwundert den Kopf. "Die Geschichte ist so wichtig und man vergisst sie einfach. Die Ujik-Hai sind meine Vorfahren, die in den brennenden Dünen gelebt hatten, bevor die große Shinjo kam! Wir Moto sind ihrer Nachfahren."
Ich mach eine dankende Gebärde, ich hätte wohl doch eine Geschichtsstunde weniger schwänzen sollen, ich sollte mich bei Zeiten, einmal ein wenig zum studieren niedersetzten: "Ich war wohl zu dem Zeitpunkt an dem ich das eigentlich lernen sollte, wieder einmal lieber reiten. Wie dem auch sei, diese Rüstung ist ganz anders konzipiert, als die unsrigen. Ist es anmaßend wenn ich euch darum bitte sie mir genauer zu erklären, Moto Amadan-san?"
Man merkt wohl nur zu deutlich, dass ich viel lieber geradeheraus und ohne Floskeln sprechen würde, die Rüstung interessiert mich tatsächlich.
Mit Stolz antwortet mein Gegenüber, es freut ihn sichtlich über etwas reden zu können, das auch ihn interessiert: "Sie ist leichter als die euren, Njan-san, besonders gut für die heiße Wüste geeignet und lässt viel Luft durch. Trotzdem ist sie so hart wie die euren."
Wir geraten ins Gespräch, plaudern noch ein wenig über die Rüstung, kommen zu Waffen und verschiedenen Kampfstilen. Mein Gesprächspartner scheint sie recht gut zu unterhalten, amüsiert sich königlich über mein Versagen bei der Otaku. Ein netter Kerl dieser Moto Amadan, wenn nur dieser schreckliche Akzent nicht wäre, ich muss mich bei jedem Wort anstrengen um es richtig zu verstehen.
Wir können unser Gespräch nicht zu Ende führen, da ein dröhnender Gong-schlag, unser Gespräch unterbricht. Alle Versammelten blicken auf…
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Re: Der Sommer 1126

Beitrag von Duncan am Mo 07 Dez 2009, 02:26

Sanft doch durchdringend, erinnert der Gong die Anwesenden warum sie hier sind und alle Familien begeben sich schnell an ihre Plätze. Njan sucht seine Familie, hat nur noch Zeit für eine kleine, kurze Verbeugung bevor er den Moto verläasst, der selbst nach seiner Familie sucht. Nach kurzem Suchen findet er seinen Vater der seine Familie versammelt und gesellt sich zu ihnen. Eine Raumaufteilung in Familien entsteht. Draussen peitscht der Regen gegen die Papierfenster, die von Holzläden geschützt werden. Ein Magistrat tritt herein und verkündet laut: "Der ehrenwerte Khan Shinjo Haram-sama, betritt nun den Raum! Wir erweisen ihm den Respekt der ihm gebührt!" Es ist ein Befehl, keine Bitte. Mehrere schwer bewaffnete Samurai treten in den Raum und lassen sich mit dem Gesicht zur Menge in einer Reihe auf ihre Knie nieder, mit aufmerksamen Augen jede mögliche Bedrohung sofort zu eliminieren. Dann tritt der Khan ein. Auf seinem erhöhten Podest tritt er zu den purpurnen Kissen, die das Sitzen angenehmer gestallten sollen. Der gesamte Saal, geht auf die Knie und verbeugt sich tief. Eine ehrfürchtige Minute der Stille tritt ein. Dann setzt sich der Khan und die Samurai im Saal setzen sich ebenfalls auf ihre Kissen.



Der Khan spricht und jeder hört zu: "Ich begrüße alle ehrenwerten Krieger, Shugenja und Diplomaten, die meinem Ruf gefolgt sind und so schnell herbeigeeilt kamen. Ich begrüße die Familie Otaku, die Familie Ide, die Familie Iuchi, die Familie Moto und nicht zuletzt meine eigenen Familienmitglieder, die Shinjo."
Seine Stimme ist rau, von Zeit und Wetter gekennzeichnet, doch noch immer ist der Khan eine imposante, ehrfurchtgebietende Figur. Er hat eine natürliche Ausstrahlung, die jeden in seiner Umgebung instinktiv zur Verbeugung zu zwingen scheint. Ein weiser Samurai. Der erste des gesamten Clans.
"Wie ihr sicher bereits mitbekommen habt, haben die Löwen den Kranichen wiedereinmal den Krieg erklärt und diesmal werden wir ihnen nicht tatenlos dabei zusehen, wie sie sich das nehmen, was unseren Verbündeten gehört. Ich zähle auf die Unterstützung ALLER Familienmitglieder in dieser Angelegenheit. Der Löwe ist bereits gegen die südlichen Lande des Kranichs gezogen und wird, wenn wir ihn nicht aufhalten noch weiter ziehen. Es ist an uns, dem Löwen einhalt zu gebieten. Aus diesem Grund, schicke ich die Reiter in die Schlacht. Ich möchte das alle Familien-daimyos nach der Audienz zu mir kommen, dass wir die Aufteilung der Armeen besprechen können. Gibt es hierzu irgendwelche fragen?"
Seine grauen Augen blicken müde, doch scharf in die Runde. Keine Fragen. Dann schneidet er andere Themen an. Familienzwiste, territoriale Streitigkeiten, Schattenlandkreaturen im Süden, Politik. Während der gesamten Audienz ist es unter den Angehörigen still, nur bei Debatten erheben sich und reden die Diplomaten und Familienoberhäupter. Es ist eine Zeremonie der großen Mächte. Zuletzt, wird ein Thema angesprochen bei dem Njan wieder hellhörig wird. Eine Otaku spricht gerade:
"...möchte ich nun auf den diesjährigen Donnerwettkampf zu sprechen kommen! Wir haben so viele Damen die dafür in Frage kommen würden und wir bitten das die alte Recht geändert wird und mehrere Spieler antretetn dürfen!"
Der Magistrat des Daymios meldet sich zu Wort: "Wie jedes Jahr, nehmen wir die Bitte der Otaku-Familie zur kenntnis, doch können wir die traditionellen Regeln, genausowenig wie in den letzten Jahren ändern. Es würde die Kami verärgern."
Eine wilde Debatte zwischen der Otaku, den Ide und dem Magistrat entbricht, bis der Khan mit einem donnernden "Ruhe!" den Saal schlagartig zum verstummen bringt.
"Die Regeln, bleiben die selben wie jedes Jahr. Die einzelnen Familien werden EINEN frisch ausgebildeten Hohei stellvertretend für ihre Familie antreten lassen. Heute beginnt die Auswahl. Morgen wird der Wettkampf beginnen. Diese Debatte ist nun zu ende und somit auch die Audienz. Die Familien-Daimyos kommen noch zu mir, die restlichen Samurai sind entlassen und dürfen gehen. Möge das Einhorn über euch wachen. Sayonara."
Die Worte sind endgültig. Wie als ob die Kami zustimmen würden, donnert es draußen noch einmal. Dann knien sich alle noch einmal tief hin, bis der Khan den Saal verlassen hat. Njans Vater begibt sich zu seinem Vorgesetzten. Seine Mutter scheucht ihn und seine Schwester aus dem Raum. Sein Bruder ist mit Schwätzchen mit den Otaku beschäftigt.

Es ist schon sehr spät, als Njans Vater in ihr Zimmer kommt, wo die Familie an einem Feuer den Geschichten der Mutter lauscht.
"Die Shinjo treffen sich draußen an den Zelten. Kommt mit!"
Eilig folgen die Kinder dem Vater nach draußen, vor die Burg, wo auf engen Raum hunderte von großen Zelten stehen. Über einigen weht das Familienbanner. Sie betreten ein sehr großes Zelt, wo etwa 50 Samurai warten. Sie stellen sich ebenfalss in eine Reihe. Drei ältere Samurai sind ebenfalls anwesen, vertieft in ein leises Gespräch, als ihr Vater eintritt, ihnen zunickt und sich zu ihnen gesellt. Die anwesenden Hohei stellen sich in Reih und Glied auf. Der erste Samurai spricht. Es ist Shinjo Nujo. Der Daimyo seines Vaters. Ein Mann mit schwarzem langen Haar und den ersten grauen Strähnen darin. Einer der Sensei, der Shinjo-Bushi Schule.
"Wer ist Manns genug, seinen Clan zu vertreten und seinem Namen alle Ehre zu machen?"
Bedrückendes Schweigen. Die meisten fürchten sich, gegen die Sieger der letzten 10 Jahre an zu treten, die Otaku. Vier treten vor. Auch Njan fasst den Entschluss. Er ist sicher das sein Bruder antreten wird. Yu-Pan tritt ebenfalls nach vorne. Ein kurzes Schmunzeln geht über das Gesicht des Vaters.
Nujo-sensei blickt ernst in ihre Augen. "So seid ihr also bereit alles für euren Clan zu geben? Gut. Dann werden wir es unter euch austragen müssen, wer teilnehen darf. Rüstet euch für den Kampf und sattelt eure Pferde. Noch heute Nacht muss der Sieger feststehen!"

Fassungslosigkeit breitet sich in den Augen der angetretenen aus, als der Daimyo das Zelt mit den anderen drei Alten verlässt. Es muss schon weit nach Mitternacht sein und trotzdem sollen sie jetzt noch gegeneinander antreten? Aufgeregtes Geflüstere mischt sich unter Glückwünsche und Beileidsbekundungen der Kameraden. Aber Njan sieht nur nervös in das Gesicht seiner Schwester, die mit ernster Miene zurück blickt. Ein weiteres lautes Donnern erschallt. Die Nacht ist soeben noch unangenehmer geworden.

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Re: Der Sommer 1126

Beitrag von Duncan am Mo 07 Dez 2009, 22:40

Feuchtes Gras weht im leichten Wind der dunklen Nacht. Der dichtbewölkte Nachthimmel lässt nur das Licht der zuckenden Blitze hindurch. Njan, Yu-Pan, Toshi, Ishi und Su-han sind mit Rüstung und Pferd angetreten unter freiem Himmel. Fackeln beleuchten schwach die Umgebung.
Shinjo Ruas stellt sich vor die Kontrahenten, während ein Lakei weit nach vorne rennt um eine Markierung in den Boden zu setzen.
"Ihr werdet als erstes ein Pferderennen abhalten! Dann wird mit dem Bogen geschossen auf ein entferntes Ziel. Die beiden besten treten dann im Kenjutsu gegeneinander an. Der beste darf morgen antreten und seine Familie vertreten. Also gebt euch Mühe, aber keinerlei faule Tricks, denn sonst kostet euch das den Kopf, hab ich mich klar ausgedrückt?"
"Hai, Shinjo-sama!" rufen sie im Chor.
"Dann los!" er tritt zur Seite und lässt die Kavallerie los. Im ersten Moment begreifen die Teilnehmer gar nichts, dann springen sie rasch auf und reiten los. Njan und Yu-Pan, die etwas ähnliches bereits geahnt haben, preschen vor und übernehmen die Spitze. Ein heftiges Kopf an Kopf Rennen entbricht zwischen den beiden, das Njan nur um einen Finger breit gewinnt. Auch beim Bogenschießen schneidet Njan besser ab. Im finalen Zweikampf treten Njan und Yu-Pan an. Bruder gegen Schwester. Beide sind sie gute Schwertkämpfer und beide teilen aus und stecken ein. Doch Njan hat einen kleinen Vorteil wegen seiner größe und Erfahrung im vergleich zu der vierzehnjährigen. So geht er mit einigen Blessuren als Sieger aus dem Kampf hervor. Während Ruas seinem Sohn mit großem Stolz gratuliert, zieht sich die geschlagene Schwester zurück, nach außen hin gefasst, doch innerlich tief erschüttert und verärgert. Njan kann es spüren. Diese Sache wird noch lange zwischen ihnen hängen.


Am nächsten Tag strahlt die Sonne wie als ob die Kami ihr Wohlwollen mit dem schönen Tag zum Ausdruck bringen wollen. Es ist heiß und der Morgentau ist bereits verdunstet als Shinjo Njan vor dem großen Khan das Haupt beugt. Dieser erteilt ihm seinen Segen, erinnert ihn daran wie wichtig es ist, dass er seiner Familie Ehre macht. So ausgestattet mit noch mehr Nervosität, begibt er sich wieder in Vollmontur auf den Platz, wo sich hunderte begeisterte Samurai versammelt haben, um ihren Champions zu zujubeln. Shinjo Njan tritt an gegen Iuchi Khan, seinen Bruder, Otaku Kiku, Moto Amadan und Ide Tsuresu. Die erste Disziplin lautet Wettreiten.
Über einen Parcour müssen die Reiter ihre Geschicklichkeit, ihre Reitkunst und Schnelligkeit unter Beweis stellen.

Das Rennen beginnt, Njan und Kiku preschen Kopf an Kopf an die Spitze und lassen die anderen hinter sich zurück, während Khan mit wenig Abstand folgt. Dann kommt die erste Hürde: Der Sprung über das Wasser. Njan übernimmt die Führung, Khan verliert an Boden gegen den Moto. Aufhohljagd: Khan und Moto hohlen auf, Njan und Kiku verlieren an Boden, der Ide bleibt weit zurück. Die nächste Hürde ist der Gallopp über eine schmale Brücke. Die Pferde werden gezügelt und Njan übernimmt wieder zusammen mit Khan die Spitze. Bei der nächsten Freifläche hohlt Kiku wieder auf, fest entschlossen Njan eine Lektion zu erteilen, während die anderen zurück fallen. Die 180° Kurve folgt, bei der Kiku noch mehr an Vorsprung gewinnt. Beim Rückritt hält Kiku ihren Vorsprung und nur Khan und Amadan können aufhohlen.
Die Strohpuppen erwarten den vernichtenden Schlag der Reiter als diese Näher preschen und Njan und Khan machen dabei die beste Figur. Sauber trennen sie den Kopf im Vorbeireiten ab. Der vorletzte Sprint ist peinlich schlecht für Njan, der es nicht schafft weiter auf zu hohlen. Die letzte und schwerste Hürde folgt, die "Speermauer der Löwen" ist eine Ansammlung von Strohpuppen mit stumpfen Holzspeeren, die gegen die Reiter gerichtet sind. Es gilt sie zu überspringen. Khan und sein kleiner Bruder springen in perfekter Synchronität darüber, dicht gefolgt von Amadan und Khan, dann folgt der Abschlusssprint ins Ziel. Njan wird knapp zweiter hinter Kiku und Amadan, die gleichzeitig durch das Ziel donnern. Einen schwachen dritten Platz belegt Khan, der wutentbrannt seinen jüngeren Bruder nachsieht. Das erste mal, hat Njan den älteren geschlagen.

Im Bogenschießkampf vom Pferderücken, wird auf ein unbewegliches, ein bewegliches Ziel geschossen sowie der weiteste Schuss gemessen. Njan wird wieder zweiter, geschlagen vom Ide. In der letzten Disziplin wird der Nahkampf auf dem Pferd mit Lanze und Katana getestet, sowie der letzte, der auf seinem Pferd bleiben kann. Im Lanzenkampf geht Amadan als erster hervor, Njan wird wieder zweiter, dann im Katankampf, sinkt er sogar auf den dritten Platz, während Khan diese Disziplin für sich behaupten kann. Im 'Last Man Standing' stürzt Njan seinen Bruder gekonnt vom Pferd indem er auf ihn hinaufspringt, bevor dieser seine Magie gegen ihn einsetzen kann. Kiku stürzt Njan, nur um kurz darauf selber neben ihm im Dreck zu landen. Einen kurzen Moment streifen sich ihre Blicke. Als letzter bleibt im Sattel der Ide, der mit seiner Ruhe, den übereifrigen Moto entspannt an sich vorbeispringen lässt. Sein Pferd bäumt auf und er erhebt seinen Tessen weit über den Kopf, als Zeichen dafür das die Feder stehts über das Schwert triumphieren wird.

Unter tosendem Applaus endet damit der Wettkampf. Dann folgt die Siegerehrung.
Die Plätze in den einzelnen Disziplinen werden vom Magistrat noch einmal persönlich vorgetragen. Njan hört nur das er immer wieder nur den zweiten Platz belegt hat, zuletzt sogar den dritten. Er ist enttäuscht. Hatte er doch so sehr gehoft seiner Familie dieses Jahr zum Sieg zu verhelfen und so die Ehre zu verteidigen. Die Stimme des Magistrats kündigt an, das der Khan persönlich den Sieger verkünden wird. Spannung liegt in der Luft, die Teilnehmer straffen sich und erwarten das Urteil mit unendlicher Aufregung.
"Es war wiedereinmal ein großartiges Spektakel und alle Häuser haben wiedereinmal bewiesen das sie von äußerstem Wert für ihre Familie sind. Alle Teilnehmer haben ehrenvoll gekämpft und auch wenn sie nicht in jeder Disziplin siegen konnten, so haben sie dennoch die Ehre ihres Hauses erfolgreich verteidigt. Doch die Kami blicken heute besonders auf ein Haus hinab. Und dies ist das Haus der Shinjo! Hohei Shinjo Njan-san, hat als einziger eine konstante Siegkurve bewiesen und obwohl er nicht einmal den ersten Platz belegt hat, ist er trotzdem von allen der beste, da er in allen Kampfkünsten gut war und nicht nur in der einen gut und der anderen schlecht. Shinjo Njan ist der Träger des diesjährigen Titels 'Donnerreiter'!"
Pfiffe und Gejohle seiner Familie lassen den überraschten Samurai erröten. Wieder verbeugt er sich tief als er vom Khan die Uhrkunde und das grüne Band mit seinem Titel darauf empfängt. Sein Herz will vor Stolz platzen, als der Khan ihm ein leises: "Gut gemacht, Junge. Weiter so." zuflüstert.
An zweiter Stelle, stehen Otaku Kiku und Moto Amadan, die sich den Platz teilen müssen. Iuchi Khan wird dritter und ist überaus erbost, wagt es aber nicht sein Gesicht vor versammelter Menge zu verlieren. Die Ide Familie trägt mit Stolz ihren vierten Platz wie jedes Jahr, wissen sie doch, dass sie jeden anderen in Diplomatie und Kunst blass aussehen lassen. Der Tag soll gefeiert werden und der Sieger wird in die Hallen des Khans eingeladen um mit ihm zu speisen. Der glorreichste Tag im Leben des jungen Shinjo.

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Re: Der Sommer 1126

Beitrag von Elias am Do 10 Dez 2009, 15:34

Der Abend kommt schneller als mir lieb ist, für mich wird dieses Essen desaströs sein! War ich doch immer derjenige, der bei den Vorträgen unseres Sensei, die meist mit den Worten: "Um ein guter Samurai zu sein gehört es nicht nur gut kämpfen und schnell reiten zu können...", nach höchstens 10 Minuten in ganz anderen Welten geschwelgt bin, erst draußen auf dem Rücken der Pferde, später bei den anmutigen Bewegungen der Otaku Amazonen, die ihre Übungen vollführten und noch später bei Aikiko...Aikiko-chan, wann werde ich dich wieder sehen? Wann werde ich wieder deinen sanften Duft riechen, wann werde ich endlich wieder in deine Augen sehen, in ihren endlosen tiefen versinken können? - "Njan, du solltest dich vorbereiten anstatt zu träumen! Ist alles in Ordnung?", meine Mutter hat den Raum betreten, sie scheint es immer instinktiv zu spüren, wenn etwas nicht in Ordnung ist. „Natürlich ehrenwerte Mutter, Shinpai suruma. ich werde mich sogleich daran machen, mich vorzubereiten! Ich war nur ein wenig in Gedanken. Immer am träumen, immer in der Steppe, ihr wisst ja wie ich bin.“ Lächelnd nickt sie und verlässt den Raum, doch ich sehe ganz deutlich, den Argwohn in ihrem letzten Blick, sei weiß nur allzu gut, dass ich nur die halbe Wahrheit gesprochen habe.

Nachdem ich mich gründlich und penibel gewaschen und frisiert habe, stehe ich nun vor meiner kläglichen Garderobe. Nun viel Auswahl, habe ich ja nicht, also steige ich in meinen schlichten Kimono. In diesem Moment kommt mein Vater ins Zimmer und verzieht bei meinem Anblick, halb belustigt, halb entrüstet das Gesicht. „So kannst du doch nicht vor die höchsten unseres Clans treten, warte ich besorge dir einen annehmbaren Kimono. Ich nicke ihm dankend zu: „Ich danke euch Ruas-sama“. Kurz darauf stecke ich in einem wesentlich eleganteren, wesentlich aufwendigeren und – so fühlt es sich zumindest im Moment an – tausendmal unbequemeren Kimono. In Ordnung was noch? Oh ihr Kami hilft mir, ich habe keine Ahnung, was ich wie anziehen soll. In Ordnung mein Daisho: Links oder Rechts…Ich bin mir ziemlich sicher, dass es rechts war, Schneide nach unten, genau ja, so muss es gewesen sein. Hmmm was noch? Meinen Bogen? Genau, könnte ja nicht Schaden. Also Bogen mit Köcher auf den Rücken. Irgendwelchen Schmuck? Ich erinnere mich an etwas und lege mir ein Lederband mit einem grob geschnitzten Holzpferdchen um den Hals, trage es über dem Kimono. Ein Geschenk, das mit meine Schwester vor einigen Jahren gemacht hat und das ich seitdem fast ständig trage. Nun noch schnell in meine Sandalen und ich bin fertig, jetzt wird’s knapp mit der Zeit. Verdammt!

Ein Diener führt mich zu der großen Tür, die in die Hallen des Khans führt. Mir wird geöffnet und ich trete ein, gehe noch einige Schritte bevor ich einen großen Saal betrete. Eine lange Tafel, an der zahlreiche Samurai auf Kissen oder auf dem Boden sitzen, nimmt einen großen Teil des Raumes ein. An ihrem Ende erhebt sich ein mehrstufiges Podest. Auf dem höchsten Platz sitzt mein Khan, umgeben von seinen Leibwächter, die einzigen bewaffneten im Raum. Um ihn herum auf den niedrigeren Plätzen aber immer noch in erhöhter Position, sitzen die Oberhäupter der Familien, es folgen die niedriger gestellten Familien Oberhäupter, darunter, meine Familie, (ein Platz ist noch frei). Alle Teilnehmer des Wettkampfes sind versammelt. Die Die sitzen besonders stolz auf ihren Plätzen, ich bin drauf und dran sie zu bewundern: Sie tragen ihre Niederlage mit erstaunlicher Fassung, wissen wohl um ihre tatsächlichen Qualitäten. Im Gegensatz dazu steht mein Bruder, der immer noch eine Aura, schlecht verborgenen Missmuts ausstrahlt. Alle Blicke wenden sich mir zu, ich verbeuge mich vor den Anwesenden. Ein Diener tritt an meine Seite: „Samurai-sama, Waffen sind hier nicht zu tragen. Ihr dürft sie dort vorne an der Tür abgeben.“ Ich nicke, bemühe mich darum keine Miene zu verziehen und gebe eilig sämtliche Waffen am Eingang ab. Besonders die Schwerter, werden mit großer Ehrfurcht entgegen genommen.
Wieder trete ich in den Raum, deute nur noch einmal eine kurze Verbeugung an, es dürften ja mittlerweile alle meine Anwesenheit bemerkt haben und begebe mich in Richtung meiner Familie. Fast vorne angekommen. Verbeuge ich mich noch einmal, diesmal wesentlich tiefer vor dem Khan. Mit einer Handbewegung, deutet er mir an mich zu meiner Familie zu setzen. Ichs setze mich und das Mahl beginnt. Es wird gelacht, getrunken und gegessen, in einer Üppigkeit wie ich sie selten erlebet habe. Und schließlich bittet mich ein weiterer, der unzähligen Diener zum Daimyō gebeten. Allen Teilnehmern des Wettkampfs soll ein weiteres Geschenk überreicht werden. Mir kommt, ob ich will oder nicht wieder besondere Beachtung zu, als ich vor den Khan trete und mich noch einmal tief verbeuge. Mit dem Griff hält er mir einen Tessen entgegen. „Bitte nehmt dies als Geschenk des Clans der Einhörner im Allgemeinen und der Shinjo im Besonderen.“ Ha, nun weiß ich einmal, was zu tun ist: „ich wurde bereits zu reich beschenkt mein Herr.“ Eine angedeutete Verbeugung. – „Ich bitte euch diesen Tessen trotzdem, als Zeichen der Anerkennung entgegenzunehmen“ - „Verzeiht mir ehrenwerter Herr, doch ich darf die Großzügigkeit von Clan und Familie auf keinen Fall weiter strapazieren.“ – „Das werdet ihr in keiner Weise tun. Nehmt nun diesen Fächer entgegen!“ – Ich nehme den Fächer unter erneuter Verbeugung am Griff entgegen: „Domo arrigato, ehrenwerter Khan Shinjo Haram-sama!“

Ich setzte mich wieder, stecke den Tessen, mit dem Griff nach oben, in meinen Obi. Ein wenig wird noch weiter gespeist, dann wird die Festlichkeit in den Nebensaal verlegt, um weitere Konversation zu betreiben. Ich versuche möglichst bei der Sache zu bleiben und plaudere ein wenig über dies und das. Schließlich verlasse ich, zusammen mit meinem Vater die Festlichkeit, und begebe mich in mein Zimmer, wo ich mir eine ellenlange, wütende Predigt, über meine Fehler anhören muss, diesmal passe ich auf und versuche mir alles zu merken. Doch anstatt mich anschließend niederzulegen, ziehe ich meine einfachste Kleidung an und begebe ich mich möglichst unauffällig aus dem Palast und in die Ställe.
Schnell habe ich Akemi gefunden, sein weißes Fell leuchtet in der Dunkelheit. Ich streichle ihm über die Nüstern und führe ihn aus dem Gebäude, hinaus in die Nacht, auf Sattel und Zaumzeug verzichte ich. Ich verirre mich nicht! Niemals! Langsam reite ich los, je weiter ich vom Palast wegkomme, desto schneller werde ich. Schließlich drücke ich dem weißen Hengst sanft meine Füße in die Flanken und wir fliegen über die Steppe, fliegen hinaus in die endlose Weite meiner Heimat und die Ahnen, sie lachen von den funkelnden Sternen auf mich herab. Zum Schlafen habe ich noch genügend Zeit…
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Re: Der Sommer 1126

Beitrag von Duncan am Fr 11 Dez 2009, 00:39

So beständig wie der Wind weht, so vergeht auch die Zeit. Über Nacht ist kalte Bergluftn vom Norden herabgeweht worden und erfrischt am Tag darauf die Reiter des Einhorns. Waffenübungen und Kriegsvorbereitungen sind angesagt. Doch Njan wird von einem Boten eine Nachricht überbracht. Er wird erwartet. Sein Daimyo hat einen Sonderauftrag für ihn. Zügig wird ihm eine Schriftrolle überreicht, die gut in eine hölzerne Schatulle verpackt ist, verziert mit goldenen Kanji und einem schillernden Wappen des Einhornclans. Es ist die Kriegserklärung an die Löwen. Heute Abend soll er losreiten, nach 'Shiro sano Ken Hayai' (Schloss des flinken Schwerts, L3) und es dem dortigen Daimyo in allen Ehren überreichen. Auf dem Rückweg, soll er Bauerndörfer ansteuern, statt durch die großen Städte und über die Hauptstraßen zu reiten, den hier könnte er in einem Hinterhalt geraten, mit dem Ziel den Boten auszuschalten und die Nachricht der Löwen, bzw. die Bestätigung das die Kriegserklärung angekommen sei abzufangen. So könnten sich die Löwen etwas Zeit erkaufen, da es nicht rechtens wäre, ohne eine sicher überbrachte Kriegserklärung anzugreifen. Njan ist sich im klaren wie wichtig, aber auch gefährlich diese Mission ist. Doch er fühlt sich gut gerüstet. Er wird entlassen und macht sich auf dem Weg zum Übungsplatz, nachdem er die Nachricht in sein Schlafgemach gebracht hat. Er hat kaum eine Stunde mit den anderen geübt, da wird er wieder von einem Diener belästigt.
"Verzeiht Herr, aber ich habe eine Nachricht für euch."
"Sag schon, was ist?" erwiedert Njan ungeduldig.
Der Diener übergibt ihm eine kleine Nachricht auf Reispapier.

Er liest: "Zur Zeit des Affen, an der kleinen Brücke im Wald. Niemand soll euch sehen oder erfahren wo ihr seid."
Am unteren Ende der Nachricht sieht er das Symbol der Otaku. Was es damit wohl auf sich hat? Der Tag vergeht, die Zeit rückt näher. Nun muss er sich entscheiden, soll er hingehen oder nicht.

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Re: Der Sommer 1126

Beitrag von Elias am Fr 11 Dez 2009, 15:42

Ich überlege fieberhaft ob ich auf dieses Treffen eingehen soll, obwohl mein Entschluss schon von vornherein feststeht: Natürlich werde ich gehen. Hmmm sollte ich jemandem von meinem Vorhaben berichten. Ich überlege: Mein Vater oder meine Mutter würden mir abraten, kommen also nicht in Frage, meinen Bruder kann ich sowieso vergessen. Yu-Pan? Sie ist mitten im Training - zu auffällig.
Ich trainiere noch ein wenig, mit leichter Rüstung, weiter, schnalle mir Bogen und Pfeile auf den Rücken, mein Daisho trage ich sowieso und entferne mich dann schließlich schlendernd vom Trainingsplatz, so als ob ich einen kleinen Spaziergang machen würde.
Langsam nähere ich mich auf Umwegen dem Wald, mache mal hier mal dort halt - ich will nicht zu zielstrebig wirken- bis ich schließlich den Wald betrete. Stets im Schutz der Bäume gehe ich Richtung der Brücke. Als ich nahe bin, ziehe ich meinen Bogen und lege einen einfachen Pfeil auf die Sehne. Was mich hier auch erwartet: Ich werde vorbereitet sein! Ich trete zur Brücke...

(Falls dieser Wurf nötig ist: Verstohlenheit (1W10) + Agilität (3W10): 2, 4, 8, 2 --> 14)
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Re: Der Sommer 1126

Beitrag von Duncan am Sa 12 Dez 2009, 20:33

Die Äste des Waldes rascheln sanft im Wind, wie als ob der Wald leise flüstert. Der Singsand der Vögel erfüllt die Luft und der Waldboden knistert leise unter Njans Stiefelsohlen. Der Duft von Tannennadeln und Harz steigt ihm in die Nase. Dann erblickt er etwas pupurnes schimmern, in nicht allzu weiter Entfernung, von wo das rauschen eines kleinen Flusses zu hören ist. Er entspannt die Sehne seines Bogens, als er endlich die Brücke erreicht und eine Samurai-ko der Otaku erblickt. Im Lotussitz, sitzt sie mit fließend schwarzem Haar von dem einzelne Strähnen im Wind schaukeln, da und scheint zu meditieren. Sie hat zwar eine Rüstung an, ihr Daisho hat sie jedoch zu ihrer linken auf den Boden gelegt. Njan musstert sie, während sie gleichmässig atmend ihre schönen Augen geschlossen hällt. Ein Helm ziert ihr Haupt, ein Bogen mit Pfeilen hat sie auf den Rücken gebunden, die Plättchen ihrer Rüstung glänzen im Licht der durch das Blätterdach einfallenden Sonnenstrahlen.
Otaku Kiku öffnet ihre Augen und erblickt Shinjo Njan. Er tritt auf die Brücke. Das rascheln des Waldbodens verwandelt sich in schwere Schritte auf Holz.
"Ihr wolltet mich sehen?"
Sie erhebt sich aus ihrer Sitzposition und nickt leicht.
"Und warum konnten wir das nicht am Hofe machen? Wozu dieser Ort?"
"Ich wollte verhindern, dass man uns sieht. Ich wollte mit euch alleine reden."
Für einen kurzen Moment schießen ihm amouröse Gedanken durch den Kopf und er errötet leicht. Will sie etwa...?
"Und was habt ihr vor? Wesswegen wolltet ihr mit mir sprechen?"
Sie seufzt ein wenig, verzieht das Gesicht und blickt zu Boden. Sie kämpft mit ihrem Stolz.
"Ich wollte alleine mit euch reden, weil ich mich für mein Benehmen am Hofe entschuldigen wollte. Ich hielt euch für einen Höfling der sich meine Gunst erschmeicheln wollte. Und ich wollte euch...," sie schluckt schwer, "ich wollte euch noch zu eurem Sieg im Donnerrennen gratulieren. Ihr wart wahrlich ein ausgezeichneter Reiter." Sie verbeugt sich vor Njan.
Dieser ist etwas verwirrt. Warum entschuldigt sich die Frau für die Sache am Hof, wo sie doch gar nicht müsste, ausser sie wolle etwas von ihm? Hat man sie gezwungen? Ist es nun an ihr ihn um den Finger zu wickeln? Und die Glückwunschbekundungen? Was sollte das ganze hier?

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Re: Der Sommer 1126

Beitrag von Elias am So 13 Dez 2009, 02:49

Ich verbeuge mich ebenfalls leicht, doch die Skepsis steht mir ins Gesicht geschrieben. "Auch ihr habt euch gut geschlagen, ich bezweifle, dass ich euch im Zweikampf das Wasser reichen könnte. Ich nehme eure Entschuldigung natürlich an, auch wenn ich sie nicht erwartet habe. Ich kann euch eure Reaktion und eure Skepsis auf meine, zugegeben recht plumpe Anrede kaum verdenken, auch ich bin in der Kunst der höfischen Konversation noch recht ungeübt."
Ich überlege kurz, mein Blick fällt auf ihr Daisho, das sie auf ihrer linken Seite abgelegt hat. Ich habe, nach meinem katastrophalen auftreten das ganze nochmal studiert. Wenn sie tatsächlich, was ich fast bezweifle, auf diese Regeln geachtet hat, könnte das bedeuten, dass sie mir nicht traut oder...dass ich ihr nicht trauen kann.
Als ich weiterspreche, versuche ich meine Stimme möglichst sanft klingen zu lassen, ich will auf keinen Fall scharf oder gar gereizt wirken: "Otaku Kiku - san, ich bin euch dankbar für eure Glückwunsche und ich schätze euren Willen euch zu entschuldigen hoch. Aber warum habt ihr mich hierher, in den Wald gerufen? Bisher ist nichts gesagt worden, das nicht auch in einer ruhigen Ecke am Hofe hätte besprochen werden können. "
Wenn diese Frau, mich tatsächlich aus dem Grund in den Wald gerufen hat, den ich vermute...befürchte...
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Re: Der Sommer 1126

Beitrag von Duncan am Mo 14 Dez 2009, 17:36

Sie scheint etwas in Gedanken, so als ob sie noch nicht fest entschlossen wäre. Dann jedoch sieht sie ihm fest in die Augen und sagt: "Shinjo Njan-san, würdet ihr mir die Ehre erweisen und mit mir ein freundschaftliches Duel ausfechten?"
Ihr Kopf ist leicht gebeugt, sie starrt gen Boden als sie geendet hat. Sie erwartet seine Antwort.

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Re: Der Sommer 1126

Beitrag von Elias am Mo 14 Dez 2009, 18:33

Ich kann mir einen leisen Seufzer der Erleichterung kaum verkneifen, als sie ihre Bitte ausspricht. Das will sie also von mir.
Freundlich lächelnd antworte ich mit einer leichten Verbeugung: "Natürlich werde ich das, Otaku Kiku-san! Es ist Mir eine Ehre."
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Re: Der Sommer 1126

Beitrag von Duncan am Mi 16 Dez 2009, 02:15

Sie legen ihre Rüstungen ab und Kiku überreicht Njan einen Boken unter den aufgeregt flüsternden Zweigen des Waldes. Die Vögel verstummen als sich die jungen Samurai elegant einander gegenüber aufstellen und tief Luft hohlen. Als ein Specht seine Tätigkeit am Baum wieder aufnimmt, schiest Kiku nach vorne. Mit schnellen Schlägen deckt sie Njan ein, der unter der Wucht ihres Angriffs zwangsweise zurückweicht. Zwar landet er zwei Treffer aufgrund ihrer vernachlässigten Deckung, doch trotzdem hat sie ihre drei Treffer zuerst.
Keuchend halten beide inne. Dann, verbeugen sie sich voreinander wie sie es im Dojo gelernt und stecken die Schwerter weg.
"Wahrlich gut Kiku-san." lobt der etwas eingeschnappte Njan seine Gegnerin. Sie nickt kurz, ihre heimliche Freude nur schlecht verbergend. Doch so einfach, lässt sich Njan nicht unterkriegen.
"Doch wie wäre es mit einer Revange?" fragt er herausfordernd.
Wieder ein kurzes Nicken von Kiku.

Nachdem die Vögel ein zweites mal innehalten und der Specht das Signal zum Angriff gibt, stürmt Njan mit neu gewonnener Einsicht auf seine Konkurentin ein, um den Vorteil des ersten Treffers zu erhalten. Tatsächlich ist Kiku im ersten Moment so überrascht, dass sie sich nur noch auf das Abblocken konzentriert und den Angriff völlig auslässt. So erhällt Njan zwei Treffer noch bevor sie in den Gegenangriff gehen kann. Der dritte Treffer beendet den Kampf. Ein perfekter Sieg. Kiku steigt die Schamesröte ins Gesicht.
Wieder verbeugen sie sich voreinander, wieder werden die Schwerter weggesteckt.
Njan und Kiku beginnen ihre Rüstungen anzuziehen. Für einen Moment, erhascht Njan einen kurzen Blick auf ihren blanken Bauch. Ausserdem fallen ihm auf einmal ihre schönen Hände auf und die sinnlich geschwundgenen Lippen. Verträumt starrt er sie an, während sie sich den Harnisch wieder umbindet. Die Gedanken in seinem Kopf laufen durcheinander. Eigentlich liebt er doch eine andere. Wie kann er da eine Samurai-ko aus seinem eigenen Clan begehren? Er ist verwirrt.


Dann reisst ihn ein Schrei aus seinen Gedanken. Auch Kiku blickt aufmerksam auf. Dann ertöhnt der Schrei von neuem. Jemand ist in Gefahr! Sie rennen gemeinsam los in die Richtung aus der der Hilferuf kam. Ein monströses Brüllen mischt sich hinzu, dann noch ein geqältes Kreischen. Der Wald bricht auf an einem kleinen Felsen. Eine Bauern-Frau liegt blutend am Boden, über ihr ein gigantischer Higuma, so groß wie ein Ross mit Reiter. Sein braunes struppiges Fell
ist bedrohlich gesträubt, seine Pranken zum finalen Schlag erhoben.
Kiku verliert keine Zeit und brüllt los um die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Es funktioniert. Der Bär dreht sich um, zu seinen neuen Opfern...


Zuletzt von Duncan am Mi 16 Jun 2010, 18:37 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet

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Re: Der Sommer 1126

Beitrag von Elias am Mi 16 Dez 2009, 13:41

Ich reagiere schnell. Während Kiku den Bären auf uns aufmerksam macht, reiße ich meinen Bogen vom Rücken, lege einen gewöhlichen Pfeil auf die Sehne und ziele auf den Kopf des Bären. Kaum einen Atemzug später sirrt das Geschoss durch die Luft.

(System Wurf auf Yomanri (3W10) und Agilität (3W10): 8, 10, 7 (3, 5, 3)--> 25. Bitte schreib mir inner pm nochmal die Besonderheiten der Pfeilsorte "Watakusi". Ich glaube nämlich, dass der in dieser Situation viellicht sogar besser ist, als ein normaler. Dann würde ich so einen benutzen!
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Re: Der Sommer 1126

Beitrag von Duncan am Mi 16 Dez 2009, 16:50

Der Pfeil schwirrt am Kopf des Bären vorbei und schlägt vor seiner Schnauze in den Boden ein. Während die Bauersfrau blutend versucht, aus dem Kampf davon zu kriechen, zückt Risako ihr Naginata, wagt jedoch keinen Angriff, da die frontale Konfrontation mit einem drei Meter großen Bären glatter Selbstmord wäre. Doch der Bär sucht bereits nach der Ursache des fliegenden Holzes, das ihm fast in den Kopf gebohrt worden wäre und findet diese auch. Der Bär wechselt das Ziel und stürmt mit einer Geschwindigkeit auf Njan zu, die man dem Tier niemals zugetraut hätte. Dem jungen Samurai bleibt noch Zeit für genau einen Pfeil, bevor der Bär bei ihm ist und sich seiner annimmt...


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Re: Der Sommer 1126

Beitrag von Elias am Mi 16 Dez 2009, 18:23

Wieder reiße ich einen Pfeil aus dem Köcher, diesmal einen Watakusi und wieder ziele ich auf den Kopf. Es kommt mir so vor, als ob der Bär im Zeitlupentempo auf mich zukommt als ich meinen Bogen auf ihn richte.

(System: Einsatz eines Void für einen zusätzlichen Würfel: 28 -->daneben)
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Re: Der Sommer 1126

Beitrag von Duncan am Mi 16 Dez 2009, 19:57

Wieder zischt der Pfeil knapp am Kopfe des Bären vorbei. Dann ist er bei Njan und springt ihn mit der Wucht eines gepanzerten Rosses an. Doch Njan ist schnell und weicht geschickt den schweren Pranken der Bestie aus. Mit einem lauten Kreischen, das sowohl Njan als auch dem Bären durch Mark und Bein dringt, stürzt Kiku mit ihrem Naginata in die Flanke des Bären, der keine Möglichkeit mehr hat sich zu wehren.
(*System: 13 Schaden*)
Der wütend aufbrüllende Bär dreht sich nun ihr zu und zeigt Njan damit seine Flanke. Kiku weicht zurück.

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Re: Der Sommer 1126

Beitrag von Duncan am Mi 16 Dez 2009, 23:15

Njan wechselt zu seinem Katana, als der Bär seinem Opfer einen Prankenhieb versetzt. Kiku torkelt getroffen zurück. Der Samurai springt nun neu bewaffnet vor und greift den Bären von der Flanke aus an. Ein Schnitt mit dem Katana und der Bär wendet sich einem neuen Ziel zu. Blitzschnell versetzt er auch Njan einen Hieb. Nun ist er in Bedrängnis. Njan weicht sein Schwert schwingend zurück, während der Bär in wilder Raserei nach ihm schlägt und dabei sogar einen Baum zersplittert. Verharztes Holf fliegt durch die Luft, als Kiku dem Bären endlich ihr Naginata in den Rücken rammt. Erstarrt, zuckt der Bär noch ein paar mal und geht dann tod zu Boden, wie ein gefällter Baum. Wiedereinmal kehrt stille über den Schauplatz des Geschehens ein.
"Geht es euch gut?" keucht Njan zu seiner Begleiterin.
Sie nickt nur entnervt und betrachtet ihre Wunde. Knapp oberhalb der linken Brust zieht sich eine blutige Kratzspur zum Hals hinauf. Es könnte eine bleibende Narbe geben.
Dann sucht Njan, seine eigene Wunde zudrückend nach der Bäuerin. Diese ist auch kurz darauf gefunden. Sie liegt schwer blutend und bewusstlos am Boden. Njan macht sich sofort an die Behandlung...

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Re: Der Sommer 1126

Beitrag von Elias am Mi 16 Dez 2009, 23:54

Ich suche die Wunde der Frau. Schlimmer als bei mir, zieht sich eine böse Krallenspur über den Bauch. Ein Glück für sie, dass sie dieses Zusammentreffen überlebt hat. In meinem gegenwärtigen Zustand und ohne Material, bin ich nicht im Stande sie gut zu verarzten. Ich binde die Wunde so gut wie möglich ab, schneide den Stoff dazu aus ihrer Kleidung. Danach verbinde ich mich notdürftig und wende mich an Kiku: "Wir müssen sie rüber zum Lager bringen, dort wird man sie versorgen können und auch uns! Ich kann hier nicht viel für sie tun." Auffordernd Blicke ich Kiku an, ich hoffe auf ihre Hilfe beim tragen.
Mir ist klar, dass damit ihr Wunsch, nach Verborgenheit unseres Duells in Gefahr gerät, aber in diesem Fall ist das Leben der Frau wichtiger, Heimin hin oder her, sie hat sicher Familie...

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Re: Der Sommer 1126

Beitrag von Duncan am Do 17 Dez 2009, 00:47

Als sie den Wald endlich verlassen haben, ist die Sonne bereits untergegangen und Zwielicht legt sich düster über die Mauern des Schlosses. So tragen die beiden die verwundete Frau hinter die sicheren Mauern wo sie endlich von einem richtigen Arzt versorgt werden kann. Auch die Wunden von Kiku und Njan werden versorgt. Schnell ist klar, das die Prankenhiebe wohl oder übel als Narben in erinnerung bleiben werden. An Njans rechter Schulter zeichneen sich drei unregelmäßige, noch rote Linien ab. Kiku bekommt er nur noch einmal kurz durch den Spalt eines Zeltes zu Gesicht, dann findet ihn sein Vater.
"Njan wo warst du die ganze Zeit? Hast du vergessen das du noch eine Pflicht zu erfüllen hast?"
Da fällt es ihm schlagartig wieder ein. Im Zwielicht sollte er losreiten. Schnell ist alles geklärt, das Pferd aufgezäumt, die Rüstung ausgebessert. Ein letztes mal verabschiedet sich Njan noch von seiner Familie, dann öffnen sich die großen Tore der Festung, beschienen vom Schein der Fackeln und ein einsamer Samurai des Einhornclans reitet hinaus in die Dunkelheit, im offiziellen Auftrag für seinen Clan. Es werden Tage vergehen, ehe er sein Ziel erreicht...

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Re: Der Sommer 1126

Beitrag von Duncan am So 20 Dez 2009, 16:09

Schwarz, kalt, unendlich, zieht die Nacht an Njan vorbei. Der Wind lässt sein offenes Haar frei wehen, der Gaul unter ihm arbeitet mit hervorragender Kondition und donnert über die Hauptstraße durch die Dunkelheit. Nur das Mondlicht schielt verstohlen zu ihm herab und erleuchtet seinen Weg etwas, Sterne dürfen das Antlitz der Erde heute nicht schauen. Äste von Bäumen peitschen an ihm vorbei, als er sich noch tiefer in den Sattel nach vorne beugt und von seinem Pferd noch mehr Leistung abfordert. Dann, ein Hindernis! Das Tier gleitet mühelos über das auf der Straße verstreute Gestein hinweg. Die Nacht ruft ein ungutes Gefühl in Njan hervor, sind Rokuganer es nicht gewohnt, die Nacht draußen, in völliger Dunkelheit zu verbringen. Dann erblickt er in der Ferne einige Lichter. Er prescht noch an eiligst auseinander stobenden Éta vorbei, dann ist er bereits am Rande von 'Yashigi', einer kleinen Durchreisestadt. Auch die Doshin, die durch die Straßen mit Laternen laufen um für Ruhe und Ordnung zu sorgen, springen dem Reiter aus dem Weg. Noch ein paar, leicht beleuchtete Häuser, die Njan verraten dass längst Schlafenszeit ist, dann ist er auch aus dem Dorf wieder draußen und reitet an weiten Reisfeldern vorbei weiter in die Nacht.

Die alltägliche Geburt der Sonne färbt das Firmament in einem rosanen Schein und sie vertreibt Wolken und den Schwermut den die Nacht gebracht. Schon reitet Njan an den ersten Bauern vorbei die, obwohl er viel zu schnell reitet um irgendetwas genaueres wahrzunehmen, sich eiligst vor ihm verbeugen. Dann ist die nächste Stadt sichtbar. Mura nisa Kawa Nemui (Die Stadt am schlafenden Fluss) öffnet sich bereitwillig ihrem Besucher. Zu seiner rechten funkelt das klare Wasser des 'schlafenden Flusses' und Njan hat Mühe die Kälte der Nacht aus seinen Gliedern zu schütteln, als er sein Pferd zum ersten mal in dieser Nacht zügelt und endlich zum Stillstand kommt. Es ist bereits Aufruhr in der Stadt und noch ehe der Fuß des Samurais den Boden des kleinen Städchen berührt, taucht auch schon der Chonin auf, begleitet von vier Doshin und bleibt mit gebäugten Haupte vor ihm stehen, wartet darauf das Njan zuerst pricht, wie es sich gebührt.
Njan blinzelt sich die Müdigkeit etwas aus den Augen als er beginnt. "Konichi-wa. Ich bin die ganze Nacht im Auftrag der Familie Shinjo geritten und muss bei Sonnenuntergang weiter. Ich brauche etwas Schlaf und Verpflegung für mein Pferd!"
"Konichi-wa, ehrenwerter Samurai der Shinjo. Ich heiße euch in meinem Dorf willkommen. Habt ihr bereits etwas gegessen oder getrunken? Wünscht ihr vielleicht etwas bestimmtes, mein Herr?"
"Etwas Reis und ein heißer Tee sollten genügen. An Schlaf mangelt es mir besonders."
"Bitte, macht es euch bequem. Ich führe euch zum Gasthaus, wo ihr Essen, Trunk und Schlaf bekommt."
Njan nickt kurz und folgt dann dem Chonin zum Gasthaus. Sein Pferd wird von einem Doshin zu den anliegenden Stallungen geführt. Die drei verbleibenden Doshin bleiben dicht hinter dem Samurai.
Der Besitzer des Gasthauses begrüßt den Samurai ebenso respektvoll, wie der Chonin und schnell erhällt Njan alles was er braucht und verlangt hat, wird gar gefragt ob er eine Bettgefärtin wünscht. Die Sonne ist noch nicht einmal richtig aufgegangen, als er sich schon in einem dunklen Raum zum schlafen legt.

Leise flüsternd, weckt ihn die Stimme des Gasthausbesitzers.
"Verzeiht mein Herr, es ist soweit, die Sonne ist untergegangen. Ich wecke euch, so wie ihr es gewünscht."
Die Ruhe hat dem Reiter gut getan. Er schält sich aus dem Futon und greifft zur Schüssel mit dem Wasser. Schnell ist er erfrischt und angezogen. Draußen wartet bereits sein Pferd, aufgezäumt und vor Energie pulsierend, gezügelt von einem der Doshin, der sich tief verbeugend dem Samurai die Zügel reicht.
Wie es sich gehört, bedankt sich Njan noch einmal beim Wirt für die Verpflegung und beim Chonin für die Gastfreundschaft, lässt noch einige Silbermünzen in ermangelung eines besseren Geschenkes zurück und sitzt auf. Dem Anstandhalber, reitet er noch leise aus dem Dorf heraus, bevor das Donnern der Hufe die Nacht erneut durchdringt. Diesmal nimmt er nicht die Hauptroute, sondern die Nebenstraßen der Bauern. Damit kürzt er den Weg etwas ab.

Der Mond leuchtet inzwischen von weit oben herunter, als Njan die Hälfte seines Weges hinter sich gebracht hat. Immer noch ist das Pfeifen des Windes, das lauteste Geräusch das an sein Ohr dringt, abgesehen von dem Donnern der Hufe. Der duft von Lotusblumen weht ihm entgegen, als er einen wilden See passiert, dann auf ein Waldstück zureitet. Der Duft des Lotos wird vom starken Harzgeruch abgelöst und Kiefernadeln. Einzelne Bambusstränge versperren den Weg etwas und so muss Njan das Tempo herunter schrauben. Plötzlich vermeint er Hufgetrappel zu hören, das nicht von seinem Pferd stammt. Die Urangst der Rokuganer vor der Dunkelheit greift nach seinem Herzen und schnürrt ihm den Hals zu. 'Sicher nur Einbildung, nichts weiter. Wahrscheinlich das Echo meines Pferdes!' denkt er sich und treibt sein Ross wieder schneller an. Dieses lässt jedoch ein nevöses Wiehern von sich, dass aus der Dunkelheit hinter ihm von einem aggressiv klingendem Wiehern erwiedert wird. Nun ist er sich sichern. Etwas ist in der Dunkelheit.
"Schneller, schneller!" treibt er seinen treuen Gefährten an, als sie wieder an Tempo gewinnen. Nun durchbricht ein Kreischen aus unmenschlicher Kehle die Nacht. Irgendetwas ist hinter ihm her und es ist nicht mehr weit!
Njan presst alles aus seinem Pferd heraus, um nur heil aus diesem Wald hinaus zu kommen. Dann endlich, erblickt er das Mondlicht, welches den Weg aus dem Wald weist. Der Rand des Waldes kommt beständig näher, doch auch das Kreischen und das Hufgetrappel hinter ihm. Zum ersten Schrei, gesellt sich ein zweiter. Endlich bricht er durch die Waldmauer, hinaus ins freie Feld. Etwas beruhigter blickt er nach hinten und schlagartig kehrt seine Angst wieder, als zwei weiter Pferde mit Reiter ebenfalls aus dem Wald hervorpreschen. Der wahnsinnige Schrei der Kreaturen starft ihrem menschlichen Äußerem Lügen und sie sind eindeutig hinter dem Shinjo her. Aus gelb glühende Augen sprüht blanker Hass und Mordlust. Die Reiter sind nur zwei Pferdelängen hinter dem Samurai, dessen Panik sein Herz rasen lässt. Was soll er tun?


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Re: Der Sommer 1126

Beitrag von Elias am Mo 21 Dez 2009, 00:00

Was im Namen der Kami und aller Ahnen ist das für ein Ding? Nein ganz ehrlich ich würde gerne auf einen Kampf verzichten, zumindest bis die Wunden verheilt sind, die mir der Bär beigebracht hat.
Noch enger presse ich mich an den Rücken meines Pferdes, treibe es zu Höchstleistungen an, die ich ihm ungern abverlange. "Gib alles was du kannst Akemi. Ich weiß du schaffst das mein Guter." flüstere ich dem weißen Hengst ins Ohr, der schneller als je zuvor über die Straßen fliegt.
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Re: Der Sommer 1126

Beitrag von Duncan am So 27 Dez 2009, 01:25

Der Wind pfeifft an seinen Ohren vorbei und übertönt das feurige Schnauffen der Rösser aus dem Jigoku nur unmittelbar hinter ihm. Die Reiter schwingen eine düster leuchtende Kette mit Hacken, die mehrere male nur knapp den Kopf von Njan verfehlt. Das klimpern der Kettenglieder lässt Njans Nackenhaare aufrichten und ein unangenehmes kribbeln breitet sich in seinem vom Schweiß getränkten Nacken aus. Die Nacht ist noch lang, das Dorf noch nicht einmal in Sichtweite. Nach einer langen Zeit, hohlt der erste Reite auf. Njan hackt verzweifelt nach ihm, als die Kette das erste mal knapp an seinen Gesicht vorbei zischt. Leider kostet ihn dieses Manöver kostbare Zeit, sein Pferd wird langsamer, der zweite Reiter hohlt auf. Jetzt ist Njan in der Zange. Sein Katana zischt von links nach rechts, zu den Reitern die ihn in die Zange genommen haben. Doch er hat keine Chance. Mehrere male treffen ihn die Ketten und reissen Hautfetzen aus ihm heraus. Njan wird schwächer. Ein letztes mal gibt er alles und schafft es tatsächlich wieder eine Zeit lang die Führung zu übernehmen, ausserhalb der Reichweite der Kettenschwinger. Doch zuletzt, stollpert sein Ros über einen Hügel und der Feind holt wieder auf. Als die Ketten wieder auf seinen Rücken herabregnen, verschwimmt die Welt vor seinen Augen. Das Atmen fällt ihm schwerer und auch sein Pferd gibt nach. Sein Schwert fuchtelt nur noch wild und nutzlos durch die Luft. Njan stürzt den Boden entgegen, hinein in tiefe Dunkelheit...
und schreckt im selben Moment wieder hoch aus dem Schlaf. Noch immer umwirbeln ihn kleine Wölkchen des Schlafes und seine Umgebung scheint sich um ihn herum zu drehen. Dann endlich begreift er und sein Puls sinkt zurück auf seine normale Geschwindigkeit. Durch das offene Fenster, kann er die untergehende Sonne erblicken, die das Firmament orange färbt. Nicht mehr lange und er muss los. Doch fühlt er sich so ausgelaugt und müde wie zuvor. Als hätte er gar nicht richtig geschlaffen. Er blickt noch einmal an sich herunter um sicher zu gehen, das auch wirklich nichts verkehrt an ihm ist. Der Traum schien so real, so echt. Fast spürt er noch die Hacken der Ketten, die Fleisch aus seinem Rücken reissen, doch als er über besagte Stellen färt, spürt er nur nackte, schwitzende Haut. Er atmet tief durch. Er muss weiter, seine Pflicht erfüllen. Heute Nacht wird er besonders auf der Hut sein. Er zieht sich an, schnallt seine Rüstung fest um sich, überprüft sein Katana, sein Wakisashí, bespannt seinen Bogen von neuem. Dann geht er zu seinem Rucksack, überprüft seinen Proviant, seine wenigen Habseligkeiten...und erstarrt! Etwas fehlt. Etwas sehr wichtiges! Njan springt auf und sein Puls beschleunigt von neuem. Die Kriegserklärung, ist nicht mehr da. Jemand muss sie gestohlen haben. Der Samurai wandert nervös im Zimmer herum, denkt fieberhaft nach. Wenn das herauskommt wird er entehrt, schlimmer, seine Familie wird entehrt! Das kann er nicht zu lassen. Er, der diesjährige Donnerreiter!
Sein blick fällt auf einen kleinen Zettel, der unter seinem Gepäck hervorlugt. So als wäre er mit Absicht so platziert worden. Er nimmt ihn auf, liest nervös die Worte die dorthin geschrieben:

"Konban-wa, Samurai-san. Sicher ist euch bereits aufgefallen, das etwas fehlt. Ich muss sicher nicht erwähnen, das wenn dies herauskommt, euch entehren würde sowie eure Familie. Desshalb reitet nach Einbruch der Nacht aus der Stadt. Nach Norden. sobald ihr ausser Reichweite seid, biegt ihr in den Wald, rechter Hand ein, sobald ihr ein rotes Band in den Zweigen hängen seht. Seit so gut und kommt ohne Begleitung. Unnötiges Blutvergießen lässt sich vermeiden. Wenn ihr Kooperiert, hat es diese Nachricht nie gegeben. Wenn nicht...nun ja, ein Samurai weniger, was macht das schon."

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Re: Der Sommer 1126

Beitrag von Elias am Mo 28 Dez 2009, 20:37

"Oh nein. Nicht schon wieder..." stöhne ich. Obwohl meine Situation alles andere als lustig ist, muss ich bitter lächeln: Irgendwie scheinen alle ganz wild darauf zu sein, sich mit mir im Wald zu treffen. Oh ihr Kami...dieser Traum er war so...verdammt real. Als ich mich anzukleiden beginne, klopft es an der Tür. Ich gebe ein unwilliges Geräusch der Zustimmung von mir und der Wirt betritt in einer tiefen Verbeugung den Raum. "Samurai-sama ich wollte euch wecken, aber wie ich sehe seid ihr bereits erwacht. Euer Pferd steht bereit, habt ihr sonst noch einen Wunsch?" Während er mit mir geredet hat, habe ich mir, das Gesicht in einer bereitstehenden Wasserschale gewaschen. Nun wische ich mir die Tropfen aus dem Gesicht, auch es hat nicht vermocht die Erinnerung an diesen Traum wegzuspülen: "Nein, ich danke euch für eure Gastfreundschaft." Noch einmal verbeugt er sich und schickt sich an den Raum zu verlassen. Fast bin ich versucht, ihn zurückzuhalten und von meinem Traum zu erzählen, überlege es mir dann aber anders, ich werde diesen Mann doch nicht mit meinen Hirngespinsten belästigen, wie ein altes Kräuterweib.
Also packe ich schnell zusammen und gehe in die Gaststube hinunter. Noch einmal bedanke ich mich beim Wirt und hinterlasse ihm...wie in meinem Traum...einige Münzen als Dank. Ich habe mir Zeit gelassen und die Sonne ist mittlerweile komplett untergegangen. Ich trete hinaus in die kühle Luft des Abends. Akemi schnaubt als ich auf ihn zukomme und scharrt unruhig mit den Hufen. "Was ist? Hast du auch schlecht geträumt, hm?" Frage ich, während ich seine Nüstern streichle. "Also gut wir haben keine Zeit zu verlieren, diesmal wird uns niemand einholen" und ich schwinge mich auf mein Pferd, reite in gemäßigtem Tempo aus dem Dorf - ich will niemanden aufwecken - und beschleunig meinen Ritt ein wenig, als ich die letzten Häuser hinter mir gelassen habe, muss allerdings bald wieder langsamer werden. Sobald ich die Lichter des Dorfes nur noch erahnen kann, wende ich meinen Ritt in Richtung Waldes und reite nun wesentlich langsamer um in der Finsternis etwas sehen zu können. Ein rotes Band, wunderbar, Weiß wäre einfacher gewesen. Da sehe ich etwas in den Zweigen hängen, nach dem ich die ganze Zeit Ausschau gehalten habe, ein scharlachrotes Band. Nun reite ich direkt in Wald, wieder schnaubt mein Ross, ihm gefällt das nicht...mir auch nicht. Ich tätschle seine Flanke um ihn zu beruhigen, ich selbst bin aufs äußerste gespannt. Was erwartet mich hier...nach einem Hinterhalt hörte es sich eigentlich nicht an...was erwartet mich?
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Re: Der Sommer 1126

Beitrag von Duncan am Di 29 Dez 2009, 18:02

Schatten lauern überall, wo der Samurai hinsieht. Das leise Gekreisch von Eulen ist das einzige, was man neben dem Zirpen der Grillen hören kann. Der Duft von Kiefern und Harz erfüllt die Luft aufs neue. Plötzlich ertönt eine Stimme aus dem Nichts heraus.
"Wie edel, vom ehrenwerten Samurai, dass er sich dazu herablässt, zum Treffen zu erscheinen." Die Stimme trieft nur so vor Sarkasmus. Sie schein von überall gleichzeitig zu kommen. Njans Augen huschen über jeden Busch und jeden Ast, doch erblicken nichts als Schwärze und Natur.
"Ihr habt etwas genommen was mir gehört! Gebt es heraus, im Namen des Einhornclans!"
Spöttisches gegackere ist die Antwort die er erhällt.
"Nana, Samurai. Wo bleibt den eure berühmte Höflichkeit? Seht her ich fange an: Anata wa yoku nemutta-ka?"
"Yoi." antwortet Njan zerknirrscht. "Was wollt ihr von mir?"
"Hach," seufzt die Stimme, "so schlechte Manieren. Nun ja, dann fangen wir eben an. Ich habe etwas das euch gehört und ich werde es euch erst geben, wenn ihr etwas für mich getan habt."
"Und das wäre?"
"Hinter dem Dorf, steht unter einem Bambusdach verborgen ein Schrein. Leider ist der Schrein keiner der unsrigen, herkömmlichen Schreine. Man betet damit den an, dessen Name nicht genannt werden darf. Und er hat viele Anhänger in diesem Dorf. Sie treffen sich nun um diese Zeit, etwa wenn der Mond auf halber Höhe steht. Wir möchten, dass man sich dieses Gesindels entledigt! Es ist eine Beleidigung für das Antlitz Rokugans und nicht zu vergessen, des Kaisers! Ihr tätet also der Gesellschaft damit einen gefallen, wenn ihr das Dorf von diesem lästerlichen Abschaum reinigen würdet. Und als Samurai hättet ihr natürlich alles Recht dazu, diese Hinin zu bestrafen. Yoi. Shinpai suru monojanai, neh? Ihr hättet keinen Ärger mit irgendwelchen Magistraten. Und dann, geht eure Reise weiter und ihr könnt euer Gesicht wahren. Was sagt ihr?"

Njans Gedanken laufen auf Hochtouren. Er wägt ab. Allein schon die jetzige Verspätung, könnte ihn eine Strafe einhandeln. Allerdings hätte er mit der Auslöschung der Ketzer auch eine gute Entschuldigung. Doch ist das die ganze Wahrheit? Würde die Sache herauskommen, das er für einen Unbekannten die Drecksarbeit getan hätte...die Folgen wären mehr als Peinlich. Ganz zu schweigen davon, das es nicht mit dem Bushido vereinbar wäre...

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Werd' ich sie dort einst umarmen, meine Leonore?" - "Nimmer", Krächzte da der Rabe. "Nimmer!"

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